Archiv für die Kategorie „Natur & Umwelt“

Der Ausstieg aus dem Ausstieg ist mein Ausstieg

Mittwoch, 14. Juli 2010


Der Kampf um die Zukunft der Atomwirtschaft ist neu entbrannt. Die 17 deutschen Kernkraftwerke sollen länger laufen – darunter auch Uraltmeiler. Um den Bürgern die Entscheidung schmackhaft zu machen, verspricht die Koalition günstige Energiepreise und klimafreundlichen Strom.
Gekürzte Inhaltsangabe aus Frontal21-Fernsehdokumentation: “Der große Bluff”, ZDF am 13.07.2010.:
Höhere Gewinne für Konzerne.
Atomstrom sei billig, behaupten die Befürworter der Kernenergie. Eine Verlängerung der Laufzeiten von alternden Kernkraftwerken könne daher helfen, die Strompreise stabil zu halten oder gar zu senken. Olav Hohmeyer, Professor für Energie- und Ressourcenmanagement an der Universität Flensburg und vom Sachverständigenrat für Umweltfragen der Bundesregierung (SRU), hält die These von sinkenden Preisen durch Laufzeitverlängerungen für falsch. Der Strompreis werde an der Strombörse gebildet, die Produktionskosten spielten da fast keine Rolle. Von dem günstig produzierten Atomstrom profitierten die Verbraucher nicht, wohl aber die Atomkonzerne – ein Geldsegen in Milliardenhöhe. Atomstrom ist billig? Seit Jahrzehnten erhält die Atomindustrie Subventionen und Privilegien wie kein anderer Industriezweig. Die Nutzung der Atomenergie haben die Bundesbürger bisher mit Milliarden an staatlicher Förderung finanziert. Nach Berechnungen des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) gab allein der Bund bereits mehr als 40 Milliarden Euro für die Förderung der Atomenergie aus. Hinzu kamen Steuervorteile und Privilegien bei der Versicherung. Während die Energiekonzerne bisher Milliarden mit der Atomkraft verdient haben, wurden die Kosten auf den Verbraucher abgewälzt.
Sichere Atomanlagen.
Risikotechnik Kernenergie: In der Vergangenheit kam es weltweit schon häufig in Atomanlagen zu Fehlfunktionen und Unfällen. Ob Materialversagen, technische Defekte oder menschliches Versagen – schon vermeintlich kleine Fehler können Katastrophen verursachen. Trotzdem halten Politiker von Union und FDP an der Laufzeitverlängerung für veraltete Atomanlagen fest. Ihr Versprechen: Für höchste Sicherheit wird gesorgt. Kernenergie könne man nicht komplett sicher machen, warnt Olav Hohmeyer. Vor allem alte Reaktoren seien gegen die Gefahr eines Flugzeugabsturzes nicht ausreichend gerüstet. Wolfgang Renneberg, bis Ende 2009 Abteilungsleiter Reaktorsicherheit im Bundesumweltmisiterium, kennt die Sicherheitsprobleme der deutschen Atomwirtschaft und plädiert deshalb dafür, die alten Atomanlagen vom Netz zu nehmen. Renneberg kritisiert, dass sicherheitstechnische Maßstäbe in der politischen Auseinandersetzung um Laufzeitverlängerungen keine Rolle spielen. Der Verfassungsrechtler Professor Joachim Wieland von der Verwaltungshochschule Speyer sieht die Rechtmäßigkeit des Betriebs von Kernkraftwerken durch neue Gefahren, wie Terrorangriffe aus der Luft, in Frage gestellt. Wenn dagegen keine ausreichende Vorsorge getroffen werde, verletze der Staat gegenüber dem Bürger seine Schutzpflicht.
Geeignete Endlager.
Seit Jahrzehnten verdienen die Konzerne mit Atomstrom Geld, doch ein Endlager für hoch radioaktiven Müll ist nicht in Sicht. Wird kein Endlager gefunden, steht die Atomwirtschaft grundsätzlich in Frage. Die schwarz-gelbe Regierung verspricht Sorgfalt bei der Endlagersuche. Doch der Bundesumweltminister setzt alles auf eine Karte, lässt nur in Gorleben suchen. Professor Olav Hohmeyer glaubt nicht, dass jemals ein sicheres Endlager gefunden wird. Die beiden deutschen Endlagerruinen Asse und Morsleben zeigten, dass Strahlenmüll über kurz oder lang immer Probleme bereite. Für die müsse dann die Allgemeinheit gerade stehen. Asse und Morsleben werden zurzeit mit Steuermilliarden saniert. Hohmeyer kritisiert, dass die Gewinne privatisiert, die Kosten aber sozialisiert werden. Die Energiekonzerne Vattenfall, EnBW, E.on und RWE drängen darauf, Gorleben endlich als Atommüllendlager frei zu geben. Jährlich fällt tonnenweise Atommüll an. Sie brauchen dringend ein Endlager, gerade in Hinblick auf die Laufzeitverlängerungen. Professor Gerd Lüttig war Vizepräsident der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe und des Niedersächsischen Landesamtes. Er hat im Auftrag der Bundesregierung zwischen 1972 und 1975 bundesweit 250 verschiedene Salzstöcke für die Lagerung atomarer Reststoffe untersucht. Gegen seinen Rat habe sich der damalige Ministerpräsident Ernst Albrecht (CDU) für Gorleben als Erkundungsort für ein Atom-Endlager entschieden. Der Kieler Geologe Ulrich Schneider, der Anfang der 80er Jahre bei Probebohrungen in Gorleben dabei war, hält bereits heute den Standort Gorleben für ungeeignet. Es gebe ein Sicherheitsrisiko: Über dem Salzstock fehle vielerorts eine Tonschicht, die das Salz vor dem Wasser einer eiszeitlichen Rinne schützt. So könne Radioaktivität in die Biosphäre gelangen. Immer weiter Atommüll zu produzieren, ohne ein gesichertes Endlager, das sei mit der Verfassung nicht zu vereinbaren, warnt der Professor für Verfassungsrecht, Joachim Wieland. Das würde das Schutzgebot des Grundrechts auf Leben und Gesundheit der Bürger verletzen.
Energiewende mit klimafreundlicher Atomkraft.
Die Regierung verspricht eine Energiewende. Allerdings soll Atomkraft eine Brücke bauen – zu Strom aus Sonne und Wind. Die Kernkraftwerke sollen so lange laufen, bis die erneuerbaren Energien zuverlässig den in Deutschland benötigten Strom erzeugen. Der ehemalige Atommanager und heutige Gegner der Atomenergienutzung, Klaus Traube, widerspricht dabei der These, Atomkraft sei klimafreundlich. Denn beim Bau von Kernkraftwerken, bei der Uranförderung sowie bei der Brennelemente-Herstellung werden große Mengen an CO2 ausgestoßen. Für Traube gehört die Zukunft den erneuerbaren Energien. Werner Frohwitter ist Sprecher der Firma Energiequelle, nach eigenen Angaben bundesweit der zweitgrößte Windpark-Hersteller. Das brandenburgische Unternehmen fürchtet um seine Zukunft. Schon heute werden immer wieder Windmühlen vom Stromnetz abgekoppelt, weil Atomstrom der alten Großkraftwerke die Netze verstopft.
Ausstieg aus dem Ausstieg?
Die Bundesregierung hat sich den Ausstieg aus dem Atomausstieg vorgenommen. Sie hofft auf zusätzliche Steuereinnahmen. Die Pläne stoßen in Wirtschaft, Wissenschaft und Politik auf massive Kritik: Die Regierung setze auf “Technik von gestern”, anstatt auf regenerative Energie. Doch kann die Regierung ihre Ziele durchsetzen – ohne Mehrheit im Bundesrat? Die Verlängerung der Laufzeiten bedeutet für Professor Olav Hohmeyer “einen völlig falschen Weg in der Entwicklung des Energiesystems”. Die Debatte um die Laufzeitverlängerung ist nach Ansicht Hohmeyers davon “getrieben, dass einige große Konzerne Kraftwerke besitzen, mit denen man quasi Geld drucken kann, wenn man eine längere Laufzeit bekommt”. Der ehemalige Atommanager und spätere Kritiker dieser Technik, Professor Klaus Traube, warnt: Wenn sich in Deutschland eine Katastrophe wie 1986 in Tschernobyl ereignen würde, wären hierzulande bis zu 20 Mal mehr Menschen direkt betroffen als damals in der Ukraine. Die Atomenergie hält er für nicht beherrschbar. Trotz aller Kritik hält die Bundesregierung am Atomkurs fest. Bei der Laufzeitverlängerungen will man die Bundesländer bei der Gesetzgebung übergehen, ihre Zustimmung wird für überflüssig gehalten, sofen es sich um eine “moderate” Laufzeitverlängerung handelt. Der Verfassungsrechtler Professor Joachim Wieland kritisiert scharf das Ansinnen der Bundesregierung, Laufzeiten zu verlängern. Angesichts eines immer noch fehlenden Endlagers und wachsender Terrorgefahr, hält er einen Weiterbetrieb der Reaktoren über die bisher festgelegten Restlaufzeiten für verfassungswidrig. Der Staat bürde seinen Bürgern damit zu hohe Risiken auf. Den Plan, eine Laufzeitverlängerung ohne Zustimmung des Bundesrates durchzusetzen, verurteilt er als “kalkulierten Verfassungsbruch”.


Der Ausstieg aus dem Ausstieg ist mein Ausstieg
Endlich wechsel ich von einem der großen Atom- und Kohle-Stromerzeuger zu einen unabhängigen Öko-Stromanbieter, der seinen Strom zu 100 % aus regenerativen Quellen bereit stellt. – Vielleicht spät, aber nicht zu spät: Ich will meine viel beschworene Verantwortlichkeit als Verbraucher in die Hand nehmen und meinen Beitrag zum Atomausstieg leisten. Gerade jetzt, wo die Politik versagt…
Also: JETZT WECHSELN!

Echte Öko-Strom-Anbieter:
EWS Schönau
Greenpeace-Energy
Lichtblick
Naturstrom
Weitere interessante Internetseiten:
Ökostrom-Vergleich.com
Atomausstieg selber machen
Die Anti-Kohle-Seite
20 Fakten über Atomkraft
Wikipedia: Atomausstieg

34. Fahrradsternfahrt

Sonntag, 6. Juni 2010

34. Fahrradsternfahrt, 6. Juni 2010.
Heute fand in Berlin und Brandenburg die 34. Fahrrad-Sternfahrt statt. Die Sternfahrt unter dem Motto “Radfahren – aber sicher!” ist die größte Fahrraddemonstration weltweit! Auf 19 Routen konnten die Radfahrer aus dem Berliner Umland via Avus und Autobahn-Südring zum Großen Stern radeln. Die Sternfahrt endete gegen 14 Uhr beim traditionellen Umweltfestival der Grünen Liga am Brandenburger Tor.
Bei der Sternfahrt handelt es sich um eine Demonstration für den Fahrradverkehr, die nach dem Versammlungsrecht angemeldet ist. Ihr Zweck ist es, für die Anerkennung des Fahrrades als vollwertiges Verkehrsmittel zu demonstrieren. ADFC-Berlin

Ich hatte mich für die etwa 63,5km lange Tour Nummer 7 entschieden. Das Wetter war richtig gut. So gut, dass man sich gegen Sonnenbrand schützen musste. Bekleidet war ich mit einem T-Shirt und kurzer Hose. Startpunkt war für mich gegen 09:00 Uhr am Bahnhof Oranienburg. Mit der S-Bahn fuhr ich zum Bahnhof Oranienburg und reihte mich, als es endlich losging, hinter den Spitzenfahrern vom ADFC ein, die Tempo und Strecke vorgaben. Am Anfang war ich doch ein wenig enttäuscht darüber, dass das Tempo sehr gemütlich und ohne Schwitzen zu bewerkstelligen war. Aber mittendrin gefiel mir dieser gemütliche Charakter immer mehr, ich ließ mich mal fallen, holte wieder auf oder machte am Rand eine kurze Pause, um mir das Ganze von Außen anzugucken.

Zuerst waren es nur wenige hundert Leute, aber je weiter man mit dem Rad nach Berlin radelte, desto dichter wurde es, umso mehr Radfahrer stießen hinzu. In der Schönhauser Allee gab es dann auch die ersten kleinen Zwangspausen, weil es kurz nicht mehr weiter ging. Aber vor allem in den angrenzenden Straßen warteten Autofahrer darauf, endlich wieder freie Fahrt zu haben.

Aber durch die immer mehr werdenden Radfahrer waren Autofahrer zu erheblicher Wartezeit verdammt, die mit Sicherheit an den Kräften zerrte. Als Radfahrer war das Gefühl dafür umso schöner, die breiten Hauptverkehrsstraßen der Stadt für eine schöne und ungestörte Tour in Beschlag zu nehmen.

Highlight der Sternfahrt war das Befahren der Stadtautobahn, die man von allen Touren aus erreichte. Besonders die Fahrt durch den Autobahntunnel war beeindruckend und gerade deshalb wohl mit besonders lautem Klingel- und Trällerkonzert, mit begeistertem Gegrölle und mit Freudenschreie begleitet.
Video auf YouTube.de

Auf der Autobahn konnte ich dann auch das erste Mal richtig Geschwindigkeit aufnehmen. Andere wiederum machten eine kleine Snack-Pause am Standstreifen. Danach ging die Fahrt über den Kurfürstendamm zur Siegessäule und fand kurz vor dem Brandenburger Tor beim Umweltfestival ihr Ende. Ich lief hinter den Ständen der Aussteller an dem Ganzen vorbei, weil ich keine Möglichkeit hatte, mein Rad anzuschließen und verzichtete auf eine Erkundung des Umweltfestivals. Ich machte mich auf den direkten Heimweg und gönnte mir zu Hause ein schönes Vollbad und ein Nachmittagsschläfchen.

Fazit: Große sportliche Herausforderungen sind mit der Sternfahrt nicht zu bewältigen, weil man überwiegend gemächlich mit etwa 15-20km/h unterwegs ist. Also eigentlich eine ideale Veranstaltung für Familienausflüge. Jedenfalls eine Tour, auf der man ungestört immer Zeit und Kraft hat, mit anderen Radfahrern gemütlich Plausch zu halten. Nächstes Jahr gerne wieder…
Meine Fotos zur Sternfahrt, hier klicken!

Trauerschwan am Tegeler See

Freitag, 26. März 2010


Wer die Greenwichpromenade in Berlin-Tegel entlang läuft, kann mit etwas Glück am Ufer des Tegeler Sees einen Trauerschwan ausmachen. Dieser schwarze Schwan ist selten in deutschen Gefilden und vor allem in Australien heimisch. Wie dieser Racker, der bereits das zweite Jahr in Folge am Ufer des Tegeler Sees seine Kreise zieht, nach Deutschland gekommen ist, lässt sich nur spekulativ beantworten. Wahrscheinlich ist er ein Gefangenschaftsflüchtling, da Trauerschwäne keine Zugvögel sind, und irgendwann mal dem Zoologischen Garten oder einer anderen größeren Parkanlage entwischt ist. Nun hat er sich in Tegel niedergelassen. Als Einziger seiner Art. Und wie es sich für Trauerschwäne gehört, wahrscheinlich für längere Zeit. – Wer diesen einsamen Recken, oder Reckin, begegnen möchte, der sollte über die schöne Grenwichpromenade flanieren…

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Der Frühling naht

Sonntag, 21. Februar 2010


Nicht mehr lang und wir können nicht nur nach links, sondern vor allem auch geradeaus: Für Nichtschwimmer wird die Mitnahme von Schwimmflossen empfohlen!
Berlin ist naturgegeben flach, doch der hartnäckige schneereiche Winter hat eine Miniaturlandschaft von durchziehenden Gebirgsketten und Hügellandschaften hinterlassen. Immer wieder wurde der Schnee an den Rand geschippt und gestapelt, um Straßen und Gehwege halbwegs frei zu halten, und so wuchsen mancher Stelle mannshohe Schneeberge empor. Seit einigen Tagen endlich setzt sich der Frühling durch und alles taut in einem atemberaubenden Tempo ab. Überall fließt das Schmelzwasser in die tiefsten Stellen. Große Pfützen haben sich gebildet und wachsen weiter an. Man hört es plätschern, fließen und tropfen. Von den Dächern, in die Gullys.
- Der Wechsel der Jahreszeiten kam so abrupt, wie unerwartet.
Es hat auch gereicht mit dem Winter und umso mehr freut man sich auf die kommende Zeit.
Wer genau hinschaut, sieht auch schon Knospen an Bäumen und Sträuchern. Nicht mehr lang: Bald wird es wieder grün.

Berliner Winter-Gehwege

Sonntag, 7. Februar 2010


Dieser Tage gibt es in Berlin nichts Spannenderes, Abwechslungsreicheres und Gefährlicheres als Fußgänger zu sein! – Seit einigen Wochen schon beschäftigen sich Berliner Boulevardblätter mit der Sorge, wann Berlin das Streusalz ausgeht. Und jetzt ist es endlich soweit, die Gehwege zum unbeliebten “Gehweg-Sliden” nutzen zu können. Wer eine gute Haltungsnote erreicht, hat fürwahr ein Talent und war mit Konzentration bei der Sache. So spannend wird es einem selten gemacht. Der Berliner Gehweg ändert alle paar Meter seinen Schwierigkeitsgrad, je nachdem welcher Streudienst gerade zuständig ist. Selten ist der Gehweg frei von Schnee und Eis und immer wieder muss man sich auf einen veränderten Glättegrad und ein anderes Profil einstellen: Es gibt weiße Schneedecken und transparente Eisflächen. Es gibt spiegelglattes oder welliges Profil. Es gibt Schneeberge und tiefe Matschpfützen. Alles ist vorhanden! Alles wird einem abverlangt! … Gestreut wurde meist sparsam und spärlich. Mal soll heller Zuckersand den Gehweg sicher machen. Mal ist es dunkelbraunes oder schwarzes Granulat. Sicher ist man nirgendwo! Und nicht wenige sind es, die sich bereits längsseits an den Berliner Gehweg anschmiegten…


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Das Auto ist ein Armutsmodell

Montag, 1. Februar 2010


Wenn wir das Geld statt in Autos in öffentlichen Nahverkehr stecken, könnten wir goldene Busse bauen, meint Professor Heiner Monheim im Gespräch mit news.de. Für den Geographen ist klar: Das Problem sind die Autos.
Auszüge[...]
Monheim: Es gibt Städte, die haben viel weniger Autoverkehr, meistens sind die Leute dort überdurchschnittlich klug und überdurchschnittlich reich. Das Auto ist ein Armutsmodell. New York hat ganz wenige Autos, Universitätsstädte haben wenige Autos. Das Ruhrgebiet hat viele Autos, das Saarland hat viele Autos. Je dümmer die Regionen sind, desto mehr Autobahnen und Autos. Das ist traurig, aber wahr, weil Beton das Hirn ziemlich vernebelt, und in den meisten politischen Gehirnen ist noch ganz viel Beton verarbeitet. Sie müssen warten, bis das Betonhirn ausgestorben ist, das ist die Tragik. [...]
news.de: Wie sieht denn Ihre Vision aus?
Monheim: Wenn wir das ganze Geld nehmen, das wir zur Zeit ins Autosystem stecken, und neu verteilen für Fuß-, Fahrrad- und öffentlichen Verkehr: Dann können Sie vergoldete Busse und Bahnen mit Diamantnadeln vorne im Kühlergrill bezahlen, wo sie mit weißen livrierten Handschuhen begrüßt werden, und sie kriegen den Kaffee an den Platz gebracht. [...]
Zum kompletten news.de-Interview.
Heiner Monheim ist Professor für Raumentwicklung an der Universität Trier. Er engagiert sich in Bürgerinitiativen, seit er 16 ist, und studierte Soziologie, Geographie, Geschichte, Politik, Stadt- und Regionalplanung. Er war im Bundesministerium für Raumordnung und Bauwesen tätig, ist Mitgründer des Allgemeinen Deutschen Fahrrad Clubs (ADFC) und des Verkehrs Club Deutschland (VCD).

Die Große Schneemann-Demo

Freitag, 29. Januar 2010

Plakat Am Freitag, 22. Januar bis zum Sonntag, 24. Januar, konnte man auf dem Berliner Schloßplatz seinen eigenen Schneemann bauen. Hunderte Schneemänner kamen so auf dem Schloßplatz zusammen und mahnten gemeinsam gegen die Bedrohung der Klimaerwärmung! – Weil ich selbst schon beklagte, dass sich der Schneemann erkennbar rar macht, wollte ich mir eigentlich das Treiben auf dem Schloßplatz angucken, verpasste das Spektakel aber leider doch.
Heute, also genau eine Woche später, machte ich mich auf den Weg zum Schloßplatz und konnte die schon etwas mitgenommenen Schneemänner bestaunen. Manche Nase, Auge oder anderes Utensil war dem ein oder anderen Schneemann bereits aus dem Gesicht gefallen. Hier und da waren Schneemänner umgefallen. Und alle sahen nicht mehr ganz so frisch aus. Wohl des Besucheransturms wegen, denn das Wetter war ja bisher schneemannfreundlich und eben richtig winterlich.
(Im Allgemeinen eine witzige und gute Aktion, die nur dadurch getrübt wird, dass der Initiator entega seine umweltfreundlichen Produkte verkaufen will.)
Natürlich hab ich einige Fotos gemacht:
Einige Schneemänner auf dem Schloßplatz Einige Schneemänner auf dem Schloßplatz Einige Schneemänner auf dem Schloßplatz Einige Schneemänner auf dem Schloßplatz Einige Schneemänner auf dem Schloßplatz Einige Schneemänner auf dem Schloßplatz Einige Schneemänner auf dem Schloßplatz Einige Schneemänner auf dem Schloßplatz Einige Schneemänner auf dem Schloßplatz Einige Schneemänner auf dem Schloßplatz Einige Schneemänner auf dem Schloßplatz Einige Schneemänner auf dem Schloßplatz Einige Schneemänner auf dem Schloßplatz Einige Schneemänner auf dem Schloßplatz Einige Schneemänner auf dem Schloßplatz Einige Schneemänner auf dem Schloßplatz Einige Schneemänner auf dem Schloßplatz
Alle Bilder auf FlickR
Hier noch zwei YouTube-Videos:

Video auf YouTube.de

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Wo die Schneemänner geblieben sind

Samstag, 9. Januar 2010

Erster gesichteter Schneemann im Winter 09/10
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Mittlerweile glaube ich, die Schneemänner haben den Winter vergessen. Oder warum ließen sie sich nicht bauen? Trotz diverser Winterspaziergänge auf schneereichen Wiesen, Feldern und in Wäldern hab ich keinen dieser Spezies ausgemacht. Auch auf abgetrennten Grundstücken oder am Wegesrand stand keiner dieser Wintergenossen herum. Haben Schneemannarchitekten dieses Jahr besseres zu tun, zum Beispiel in Dubai, und sind zurzeit außer Landes? Oder wird nur Nordberlin verschmäht? Den ersten Schneemann der Saison sah ich auf einem Foto von Liz. Ansonsten Fehlanzeige! Ich hatte keinen einzigen Schneemann bei meinen winterlichen Spaziergängen entdeckt, nicht in Parks, nicht auf Wiesen oder in Gärten. Ist das Schneemännerbauen nicht mehr angesagt? Obwohl der Winter so viel Schnee gebracht hat. Wo sind die Schneemänner geblieben, fragte ich mich. Und dann entdeckte ich doch noch einen Schneemann, bei dem auch schon zu erkennen war, dass einem räudigen Köter der nötige Respekt gefehlt hatte… Na ja. Wie auch immer. Ich hoffe, der Schneemann ist nicht tot zu kriegen. Vielleicht kann es ja helfen, um ihn zum Gebaut werden zu locken, dass man ihm huldigt! Zum ersten Mal überhaupt ist am 18.01. Welttag des Schneemanns.

Weißer Niederschlag

Mittwoch, 30. Dezember 2009

Aus meinem Schlafzimmer guckend
Der Winter ist da! Er ist da und wie mir scheint, zu Scherzen aufgelegt. Das erste Weiß war eine zarte Ankündigung. Jedoch – die Schneedecke wuchs über die Tage beharrlich an und man konnte hoffen, es gäbe weiße Weihnachten. Pünktlich zu Heiligabend aber war der Schnee spurlos verschwunden – schneefreie Weihnachten. Seitdem ließ sich die weiße Pracht nicht mehr blicken. Bis heute! Einen Tag vor Silvester schneit es, als ob die Schneekanonen mittlerweile auch in Berlin eingesetzt werden, weil man Rodeln will, aber sich den Urlaub in den Alpen nicht leisten kann. Dabei sind die meisten Stadtmenschen froh, wenn der Schnee nach Weihnachten auch Geschichte ist und bleibt. Gestern noch schmiedete ich Pläne, mir mit Joggingeinheiten den Winterspeck abzutrainieren. Jetzt ist der Schnee doch wieder da. Ob ich im Schneegestöber joggen werde, bleibt abzuwarten.

Fleischlos Leben

Sonntag, 20. Dezember 2009

Stop Eating Animals !!!
Auch wenn es etwas mehr als 30 Jahre gedauert hat, aber seit dem 08.08.09, also seit mehreren Monaten schon, lebe ich vegetarisch! Vor allem bin ich Vegetarier, weil ich es für richtig halte. „Für richtig“ könnte ich ausschweifend mit Umweltschutz und mit Ethik, mit der Ehrfurcht vor dem Leben und sonst mit irgendetwas begründen. Aber ich denke, es ist eine Anlage von mir, ich fühle mich mit dem Verzicht auf Fleisch (und Fisch) einfach besser. Das Rationale ist dabei beiseite gelegt.
Mittlerweile bin ich, den Rechtfertigungsversuchen wegen, die mir abgefordert wurden, halbwegs informiert und davon überzeugt, dass bei einer ausgewogenen (vegetarischen) Lebensweise keine schwerwiegenden gesundheitlichen Nachteile entstehen. Ein Vegetarier lebt jedenfalls gesünder als der bundesdeutsche Durchschnitt.
Die Idee ohne Fleisch leben zu wollen, beschäftigte mich schon als kleinen Jungen. Die Umsetzung hatte ich immer wieder verworfen. Weil aber mein rauchfreies Leben ein Jahr nach X alt wurde, überlegte ich mir im Vorfeld, wie ich noch weiter über mich hinausgehen kann. Frei nach Slotderdijk, vom letzten Gipfelstürmen, welches längst Basislager geworden ist, zu höheren Ebenen streben und nicht verweilen! Nach dem erfolgreichen Besiegen der Nikotinsucht musste ein weiteres grundlegendes Leben veränderndes Element Einzug halten.
Die Prämisse ist jetzt die: Ich esse alles vom lebenden Tier (Eier, Käse) und nichts vom toten Tier. Ich habe mir eine Probephase von einem Jahr auferlegt. Aber jetzt kann ich schon sagen, dass ich paradoxerweise abwechslungsreicher esse und ich mich mit dem Verzicht wirklich gut fühle. Es ist natürlich wie mit den Zigaretten. Wenn sich jemand eine Currywurst mit Pommes holt, dann hätt ich im ersten Moment auch sehr gerne Currywurst, aber vegetarischer Kartoffelsalat mit Pommes geht doch auch!
Das Gute am Rande: Wenn mich in der Zukunft wieder irgendwelche Geldeintreiber von AktionTier in der Fußgängerpassage ansprechen, dann werde ich im Vorbeilaufen sagen können: “Ich bin Vegetarier, – mehr kann man doch wirklich nicht für den Tierschutz tun!” Das gleiche gilt für alle Umweltschutzverbände!

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