Archiv für die Kategorie „Leute Heute“

Der Ausstieg aus dem Ausstieg ist mein Ausstieg

Mittwoch, 14. Juli 2010


Der Kampf um die Zukunft der Atomwirtschaft ist neu entbrannt. Die 17 deutschen Kernkraftwerke sollen länger laufen – darunter auch Uraltmeiler. Um den Bürgern die Entscheidung schmackhaft zu machen, verspricht die Koalition günstige Energiepreise und klimafreundlichen Strom.
Gekürzte Inhaltsangabe aus Frontal21-Fernsehdokumentation: “Der große Bluff”, ZDF am 13.07.2010.:
Höhere Gewinne für Konzerne.
Atomstrom sei billig, behaupten die Befürworter der Kernenergie. Eine Verlängerung der Laufzeiten von alternden Kernkraftwerken könne daher helfen, die Strompreise stabil zu halten oder gar zu senken. Olav Hohmeyer, Professor für Energie- und Ressourcenmanagement an der Universität Flensburg und vom Sachverständigenrat für Umweltfragen der Bundesregierung (SRU), hält die These von sinkenden Preisen durch Laufzeitverlängerungen für falsch. Der Strompreis werde an der Strombörse gebildet, die Produktionskosten spielten da fast keine Rolle. Von dem günstig produzierten Atomstrom profitierten die Verbraucher nicht, wohl aber die Atomkonzerne – ein Geldsegen in Milliardenhöhe. Atomstrom ist billig? Seit Jahrzehnten erhält die Atomindustrie Subventionen und Privilegien wie kein anderer Industriezweig. Die Nutzung der Atomenergie haben die Bundesbürger bisher mit Milliarden an staatlicher Förderung finanziert. Nach Berechnungen des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) gab allein der Bund bereits mehr als 40 Milliarden Euro für die Förderung der Atomenergie aus. Hinzu kamen Steuervorteile und Privilegien bei der Versicherung. Während die Energiekonzerne bisher Milliarden mit der Atomkraft verdient haben, wurden die Kosten auf den Verbraucher abgewälzt.
Sichere Atomanlagen.
Risikotechnik Kernenergie: In der Vergangenheit kam es weltweit schon häufig in Atomanlagen zu Fehlfunktionen und Unfällen. Ob Materialversagen, technische Defekte oder menschliches Versagen – schon vermeintlich kleine Fehler können Katastrophen verursachen. Trotzdem halten Politiker von Union und FDP an der Laufzeitverlängerung für veraltete Atomanlagen fest. Ihr Versprechen: Für höchste Sicherheit wird gesorgt. Kernenergie könne man nicht komplett sicher machen, warnt Olav Hohmeyer. Vor allem alte Reaktoren seien gegen die Gefahr eines Flugzeugabsturzes nicht ausreichend gerüstet. Wolfgang Renneberg, bis Ende 2009 Abteilungsleiter Reaktorsicherheit im Bundesumweltmisiterium, kennt die Sicherheitsprobleme der deutschen Atomwirtschaft und plädiert deshalb dafür, die alten Atomanlagen vom Netz zu nehmen. Renneberg kritisiert, dass sicherheitstechnische Maßstäbe in der politischen Auseinandersetzung um Laufzeitverlängerungen keine Rolle spielen. Der Verfassungsrechtler Professor Joachim Wieland von der Verwaltungshochschule Speyer sieht die Rechtmäßigkeit des Betriebs von Kernkraftwerken durch neue Gefahren, wie Terrorangriffe aus der Luft, in Frage gestellt. Wenn dagegen keine ausreichende Vorsorge getroffen werde, verletze der Staat gegenüber dem Bürger seine Schutzpflicht.
Geeignete Endlager.
Seit Jahrzehnten verdienen die Konzerne mit Atomstrom Geld, doch ein Endlager für hoch radioaktiven Müll ist nicht in Sicht. Wird kein Endlager gefunden, steht die Atomwirtschaft grundsätzlich in Frage. Die schwarz-gelbe Regierung verspricht Sorgfalt bei der Endlagersuche. Doch der Bundesumweltminister setzt alles auf eine Karte, lässt nur in Gorleben suchen. Professor Olav Hohmeyer glaubt nicht, dass jemals ein sicheres Endlager gefunden wird. Die beiden deutschen Endlagerruinen Asse und Morsleben zeigten, dass Strahlenmüll über kurz oder lang immer Probleme bereite. Für die müsse dann die Allgemeinheit gerade stehen. Asse und Morsleben werden zurzeit mit Steuermilliarden saniert. Hohmeyer kritisiert, dass die Gewinne privatisiert, die Kosten aber sozialisiert werden. Die Energiekonzerne Vattenfall, EnBW, E.on und RWE drängen darauf, Gorleben endlich als Atommüllendlager frei zu geben. Jährlich fällt tonnenweise Atommüll an. Sie brauchen dringend ein Endlager, gerade in Hinblick auf die Laufzeitverlängerungen. Professor Gerd Lüttig war Vizepräsident der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe und des Niedersächsischen Landesamtes. Er hat im Auftrag der Bundesregierung zwischen 1972 und 1975 bundesweit 250 verschiedene Salzstöcke für die Lagerung atomarer Reststoffe untersucht. Gegen seinen Rat habe sich der damalige Ministerpräsident Ernst Albrecht (CDU) für Gorleben als Erkundungsort für ein Atom-Endlager entschieden. Der Kieler Geologe Ulrich Schneider, der Anfang der 80er Jahre bei Probebohrungen in Gorleben dabei war, hält bereits heute den Standort Gorleben für ungeeignet. Es gebe ein Sicherheitsrisiko: Über dem Salzstock fehle vielerorts eine Tonschicht, die das Salz vor dem Wasser einer eiszeitlichen Rinne schützt. So könne Radioaktivität in die Biosphäre gelangen. Immer weiter Atommüll zu produzieren, ohne ein gesichertes Endlager, das sei mit der Verfassung nicht zu vereinbaren, warnt der Professor für Verfassungsrecht, Joachim Wieland. Das würde das Schutzgebot des Grundrechts auf Leben und Gesundheit der Bürger verletzen.
Energiewende mit klimafreundlicher Atomkraft.
Die Regierung verspricht eine Energiewende. Allerdings soll Atomkraft eine Brücke bauen – zu Strom aus Sonne und Wind. Die Kernkraftwerke sollen so lange laufen, bis die erneuerbaren Energien zuverlässig den in Deutschland benötigten Strom erzeugen. Der ehemalige Atommanager und heutige Gegner der Atomenergienutzung, Klaus Traube, widerspricht dabei der These, Atomkraft sei klimafreundlich. Denn beim Bau von Kernkraftwerken, bei der Uranförderung sowie bei der Brennelemente-Herstellung werden große Mengen an CO2 ausgestoßen. Für Traube gehört die Zukunft den erneuerbaren Energien. Werner Frohwitter ist Sprecher der Firma Energiequelle, nach eigenen Angaben bundesweit der zweitgrößte Windpark-Hersteller. Das brandenburgische Unternehmen fürchtet um seine Zukunft. Schon heute werden immer wieder Windmühlen vom Stromnetz abgekoppelt, weil Atomstrom der alten Großkraftwerke die Netze verstopft.
Ausstieg aus dem Ausstieg?
Die Bundesregierung hat sich den Ausstieg aus dem Atomausstieg vorgenommen. Sie hofft auf zusätzliche Steuereinnahmen. Die Pläne stoßen in Wirtschaft, Wissenschaft und Politik auf massive Kritik: Die Regierung setze auf “Technik von gestern”, anstatt auf regenerative Energie. Doch kann die Regierung ihre Ziele durchsetzen – ohne Mehrheit im Bundesrat? Die Verlängerung der Laufzeiten bedeutet für Professor Olav Hohmeyer “einen völlig falschen Weg in der Entwicklung des Energiesystems”. Die Debatte um die Laufzeitverlängerung ist nach Ansicht Hohmeyers davon “getrieben, dass einige große Konzerne Kraftwerke besitzen, mit denen man quasi Geld drucken kann, wenn man eine längere Laufzeit bekommt”. Der ehemalige Atommanager und spätere Kritiker dieser Technik, Professor Klaus Traube, warnt: Wenn sich in Deutschland eine Katastrophe wie 1986 in Tschernobyl ereignen würde, wären hierzulande bis zu 20 Mal mehr Menschen direkt betroffen als damals in der Ukraine. Die Atomenergie hält er für nicht beherrschbar. Trotz aller Kritik hält die Bundesregierung am Atomkurs fest. Bei der Laufzeitverlängerungen will man die Bundesländer bei der Gesetzgebung übergehen, ihre Zustimmung wird für überflüssig gehalten, sofen es sich um eine “moderate” Laufzeitverlängerung handelt. Der Verfassungsrechtler Professor Joachim Wieland kritisiert scharf das Ansinnen der Bundesregierung, Laufzeiten zu verlängern. Angesichts eines immer noch fehlenden Endlagers und wachsender Terrorgefahr, hält er einen Weiterbetrieb der Reaktoren über die bisher festgelegten Restlaufzeiten für verfassungswidrig. Der Staat bürde seinen Bürgern damit zu hohe Risiken auf. Den Plan, eine Laufzeitverlängerung ohne Zustimmung des Bundesrates durchzusetzen, verurteilt er als “kalkulierten Verfassungsbruch”.


Der Ausstieg aus dem Ausstieg ist mein Ausstieg
Endlich wechsel ich von einem der großen Atom- und Kohle-Stromerzeuger zu einen unabhängigen Öko-Stromanbieter, der seinen Strom zu 100 % aus regenerativen Quellen bereit stellt. – Vielleicht spät, aber nicht zu spät: Ich will meine viel beschworene Verantwortlichkeit als Verbraucher in die Hand nehmen und meinen Beitrag zum Atomausstieg leisten. Gerade jetzt, wo die Politik versagt…
Also: JETZT WECHSELN!

Echte Öko-Strom-Anbieter:
EWS Schönau
Greenpeace-Energy
Lichtblick
Naturstrom
Weitere interessante Internetseiten:
Ökostrom-Vergleich.com
Atomausstieg selber machen
Die Anti-Kohle-Seite
20 Fakten über Atomkraft
Wikipedia: Atomausstieg

Liebe ist Fußball

Montag, 26. April 2010


Liebe ist Fußball.” Dieser Satz prangt nun kurz vor der Weltmeisterschaft 2010 in großen Lettern auf einer Werbefläche auf dem Breitscheidplatz. – Die Realität zweifelslos sieht, fernab von Lehreinrichtungen und Vereinen, anders aus! Die Spielwiesen der praktizierten Liebe fristen ohne den Beistand einer zwingenden Daseinsberechtigung oder aber durch eine angemessenen Entfernung eine eher tragische Rolle. Mit der Liebe zum Fußball ist es nicht weit her! Na klar, mit seinen bierbäuchigen Männerfreundschaften vor dem Fernseher zu sitzen und Expertisen zum Besten zu geben, ist keine große Kunst. Aber wenn es um den Fußball im eigentlichen Sinne geht, will jeder lieber seine Ruhe haben. Fußballplätze in Wohngebieten sind so beliebt wie hartnäckiger Fußpilz! Kein Wunder also, als die FIFA anläßlich der Fußball-WM im eigenen Land finanziell für die Errichtung von kleinen Fußballplätzen zur Verfügung stehen wollte, sich dafür keine Stadt oder kleine Kommune interessierte, obwohl alles für umme war. Ein gutes Beispiel dafür, wie es kleinen Fußballplätzen in Wohngebieten ergeht, findet sich in meiner mittelbaren Nachbarschaft. Ich kann mich noch gut daran erinnern, wie ich mit anderen dort Fußball gespielt habe. Zunächst war der Platz immer und rund um die Uhr zugänglich. Plötzlich war dann irgendwann abgeschlossen und nach und nach wurden die Öffnungszeiten immer weiter begrenzt, bis der Fußballplatz schließlich gar nicht mehr geöffnet wurde und nun allmählich vor sich hin moddert… Gott sei Dank läuft die Fußball-Weltmeisterschaft 2010 im Fernsehen und findet nicht auf dem nächtsbesten Fußballplatz in irgendeiner Wohnsiedlung statt!
Alle Fotos:
Liebe ist Fußball Liebe ist Fußball Liebe ist Fußball Liebe ist Fußball Liebe ist Fußball

Mein Name ist Ulter. Ulterumbra!

Sonntag, 14. März 2010


Ich bin der Krieger UlterUmbra!
UlterUmbra (JenseitsSchatten), ein Name der Last und Bürde zugleich ist. Ein uralter Name vergangener Zeit, als die tote Sprache noch gesprochen wurde. Ein Name, der mit unzähligen Heldentaten verknüpft ist. Ich stehe in dieser langen Reihe ehrwürdiger Krieger und erfülle meinen Teil für unser Geschlecht und für das ganze Volk der Untoten. Ich bin in die weite Welt von World of Warcraft (WoW) gezogen, um für alle Verbündeten der Horde das Schwert zu heben und zu erschlagen jeden, der es wagt, sich gegen unsere Ziele zu stellen.
Und wer bist du?;-)

Mein Blut ist für Alle da!

Dienstag, 23. Februar 2010


Ich spendete einmal in meiner Ausbildung, etwa im Jahr 1995, Blut. Damals tat ich es, weil alle es im Betrieb taten. Seitdem nicht wieder.
Als ich aber im Dezember 09 hörte, dass das DRK in regelmäßigen Abständen quasi direkt vor meiner Haustür Blut abzapft und weil ich im Laufe der Jahre eine leichte Spritzenphobie entwickelt hatte, wusste ich, dass der Zeitpunkt für regelmäßiges Blutspenden gekommen war! Ich informierte mich im Internet und musste dabei feststellen, dass die Vorteile die Nachteile bei weitem überwiegen.
Dazu kamen, als letzte notwendige Initialzündung, Werbesprüche wie folgender:
Nach Informationen des Deutschen Roten Kreuzes liegt der Anteil der Blutspender in Deutschland bei 2,3 Prozent derjenigen, die als Blutspender in Frage kommen. Wikipedia
Genau! Ich bin Einer und überhaupt nicht Mainstream! Ich bin Underground und Auserwählt!
Schließlich nutzte ich die automatische SMS-Erinnerungsfunktion, um beim nächsten Blutspendetermin dabei zu sein…
Vor zwei Tagen ging dann bei mir diese SMS ein:
Ihr Blutspendetermin: 23.02.2010 12:00 bis 17:00 in Berlin, Bezirksamt Reinickendorf, Eichborndamm 215
- Ihr DRK-Blutspendedienst.

Jetzt war es also soweit, man wollte mir an die Vene. Versprochen wurde mir eine tolle Kaffeetasse und ein leckeres Frühstück. Dafür sollte ich einen halben Liter Blut hergeben. Freiwillig und natürlich kostenlos, weil das DRK kein Geld für Blut ausgibt – obwohl die es wohl recht teuer verkaufen können… Egal. Ganz egal! Ich bin ja ein waschechter Lebensretter! Ein echter Lebensretter, sagt das DRK. – Und ein erkaufter Lebensretter ist nur halb so viel wert! Da ist mir Geld einfach egal. Da bin ich Idealist! Blutspende bleibt bei mir Blut-S-p-e-n-d-e-!
Alles was ich machen musste, war aus meine Haustür stolpern und zu Fuß zum Bezirksamt laufen. Vor Ort wurde ich gleich von einer Schwester begrüßt und die ersten Formalitäten wurden erledigt. Danach wurde ich an drei Stationen untersucht, mein Blut, mein Puls, meine allgemeine Verfassung und dann konnte ich mich auf die Liege legen, wo mir das Blut abgenommen wurde. Es dauerte keine 10 Minuten und ich durfte mich dem Frühstück und dem Teetrinken zuwenden. Das Blutspenden ist Alles in Allem eine sehr einfache, kaum unangenehme Sache. Ich hatte keine Probleme mit dem Kreislauf und fühlte mich schon kurz danach wieder richtig fit. Das Essen war frisch und lecker. Dort hab ich auch die versprochene Dankeschön-Kaffeetasse geschenkt bekommen. (Beim zweiten Mal Blutspenden kriege ich eine Erste-Hilfe-Tasche.) An den Essenstischen konnte man mit anderen Blutspendern ins Gespräch kommen, und es war recht interessant, wie manch einer zum Blutspenden kam. Ich hab mich rundum wohl gefühlt und werde beim Blutspenden bleiben, – nicht nur bis ich meine Phobie überwunden habe, sondern bis ich für meine Verdienste entsprechend ausgezeichnet wurde! -
Das sehe ich bereits recht sportlich! – Immer höher, immer weiter!

Ich sehe was, was du nicht siehst!

Montag, 15. Februar 2010


Das Bild unter die Lupe nehmen: Normalzoom | Superzoom
… Und das ist..?

Das Auto ist ein Armutsmodell

Montag, 1. Februar 2010


Wenn wir das Geld statt in Autos in öffentlichen Nahverkehr stecken, könnten wir goldene Busse bauen, meint Professor Heiner Monheim im Gespräch mit news.de. Für den Geographen ist klar: Das Problem sind die Autos.
Auszüge[...]
Monheim: Es gibt Städte, die haben viel weniger Autoverkehr, meistens sind die Leute dort überdurchschnittlich klug und überdurchschnittlich reich. Das Auto ist ein Armutsmodell. New York hat ganz wenige Autos, Universitätsstädte haben wenige Autos. Das Ruhrgebiet hat viele Autos, das Saarland hat viele Autos. Je dümmer die Regionen sind, desto mehr Autobahnen und Autos. Das ist traurig, aber wahr, weil Beton das Hirn ziemlich vernebelt, und in den meisten politischen Gehirnen ist noch ganz viel Beton verarbeitet. Sie müssen warten, bis das Betonhirn ausgestorben ist, das ist die Tragik. [...]
news.de: Wie sieht denn Ihre Vision aus?
Monheim: Wenn wir das ganze Geld nehmen, das wir zur Zeit ins Autosystem stecken, und neu verteilen für Fuß-, Fahrrad- und öffentlichen Verkehr: Dann können Sie vergoldete Busse und Bahnen mit Diamantnadeln vorne im Kühlergrill bezahlen, wo sie mit weißen livrierten Handschuhen begrüßt werden, und sie kriegen den Kaffee an den Platz gebracht. [...]
Zum kompletten news.de-Interview.
Heiner Monheim ist Professor für Raumentwicklung an der Universität Trier. Er engagiert sich in Bürgerinitiativen, seit er 16 ist, und studierte Soziologie, Geographie, Geschichte, Politik, Stadt- und Regionalplanung. Er war im Bundesministerium für Raumordnung und Bauwesen tätig, ist Mitgründer des Allgemeinen Deutschen Fahrrad Clubs (ADFC) und des Verkehrs Club Deutschland (VCD).

Wo die Schneemänner geblieben sind

Samstag, 9. Januar 2010

Erster gesichteter Schneemann im Winter 09/10
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Mittlerweile glaube ich, die Schneemänner haben den Winter vergessen. Oder warum ließen sie sich nicht bauen? Trotz diverser Winterspaziergänge auf schneereichen Wiesen, Feldern und in Wäldern hab ich keinen dieser Spezies ausgemacht. Auch auf abgetrennten Grundstücken oder am Wegesrand stand keiner dieser Wintergenossen herum. Haben Schneemannarchitekten dieses Jahr besseres zu tun, zum Beispiel in Dubai, und sind zurzeit außer Landes? Oder wird nur Nordberlin verschmäht? Den ersten Schneemann der Saison sah ich auf einem Foto von Liz. Ansonsten Fehlanzeige! Ich hatte keinen einzigen Schneemann bei meinen winterlichen Spaziergängen entdeckt, nicht in Parks, nicht auf Wiesen oder in Gärten. Ist das Schneemännerbauen nicht mehr angesagt? Obwohl der Winter so viel Schnee gebracht hat. Wo sind die Schneemänner geblieben, fragte ich mich. Und dann entdeckte ich doch noch einen Schneemann, bei dem auch schon zu erkennen war, dass einem räudigen Köter der nötige Respekt gefehlt hatte… Na ja. Wie auch immer. Ich hoffe, der Schneemann ist nicht tot zu kriegen. Vielleicht kann es ja helfen, um ihn zum Gebaut werden zu locken, dass man ihm huldigt! Zum ersten Mal überhaupt ist am 18.01. Welttag des Schneemanns.

A(lkohol)A(bstinenz)

Sonntag, 27. Dezember 2009

(A)lkohol(Abstinenz)
Manche behaupten, Alkohol sei das Schmiermittel der Gesellschaft. Das kann gut möglich sein. Der erste Kuss, der erste Sex und vieles andere auch, kommen mit Zuhilfenahme von Alkohol zustande. Auch wenn das oft nicht als Zuhilfenahme verstanden wird, sondern eben als ein Faktor zum “Spaß haben”. Nicht nur das. Es gibt Studien, die belegen wollen, dass die Mehrheit der studierten Erfolgsmenschen in der Lehrzeit ausgiebig gesoffen hat. Der Erfolg der trinkfesten Spitzenverdiener liege wohl darin begründet, das auf Studentenpartys aufgrund des Alkohols viel offener mit Menschen umgegangen werde und das Gehirn dadurch Strukturen sozialer Kompetenz erlange, die der Kariere zum Vorteil gereichen. Man muss kein Alkoholiker sein, um zu wissen, dass Alkohol ein fester Bestandteil unserer Alltagskultur ist. – Weil der Alkohol also in kleinen Mengen das Leben versüßen kann, vielleicht sogar bessern, warum sollte man ihn dann verteufeln? Was kann man dafür, wenn Jugendliche in Krankenhäuser eingeliefert werden, weil sie sich ins Koma gesoffen haben. Was kann man dafür, dass betrunkene Autofahrer nicht nur sich selbst um den Baum wickeln, sondern gleich noch andere mitnehmen. Was kann man dafür, dass Gewalt mit Hilfe von Alkohol viel leichter entsteht? Was kann man dafür, solange man selber mit Alkohol umgehen kann? Jeder ist Frei und kann die Art und Weise bestimmen, wie er welche Genussmittel konsumiert. Die Frage ist dann doch immer die, warum jemand auf Alkohol verzichtet. Man wird verdächtig, denn niemand sollte im Ernst freiwillig auf das Schmiermittel, auf den Spaß, auf die Süße des Lebens verzichten. Wer abstinent oder streng gemäßigt lebt, wird automatisch ausgegrenzt und als ein Sonderling betrachtet. Wenn man auf Alles verzichtet, was hat man da noch im Leben? Abgesehen davon ist mäßiger Alkoholkonsum gesund! – Das hartnäckige Gerücht der gesundheitsfördernden Wirkung des berühmt gewordenen täglichen Glases Rotwein ist bereits hinreichend widerlegt. Nur die enthaltenen Pflanzenstoffe rufen den positiven Effekt hervor und nicht der Rotwein oder sein Alkohol. Demnach ist der Verzehr von Weintrauben nicht nur gleich gut, sondern wahrscheinlich weit aus besser. Gesund ist Alkohol beileibe nicht, er kann aber sehr schnell gesundheitsschädigend werden. Und was gerade die Süße des Lebens betrifft, kann es nicht sein, das durch den Verzicht vielleicht andere weit aus wertvollere Farbnuancen in das Leben treten können?
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Ich für meinen Teil habe in der Vergangenheit viel Spaß gehabt, auf Partys, auf denen exzessiv gesoffen wurde und ich mich dort auch selber bis zum abwinken abgeschossen habe. Aber nach dem Spaß kam bei mir immer das Leiden, das Kotzen, der Kater, das Bereuen, soviel getrunken zu haben. In solchen Momenten habe ich mir mehr als einmal gesagt: Nie wieder! Mäßiges Trinken wiederum wird bei mir zum immer öfter zelebrierten “Feierabendsbier”, welches mich einfach nur träge macht. Ich bin irgendwie ein Ganz-Oder-Gar-Nicht-Typ. Das hat vielleicht auch was mit Schwäche zu tun, weil Abstinenz wohl leichter ist, als echte Mäßigung. Gerade deshalb hatte ich am 26.12.08 beschlossen, ein Jahr lang kein Alkohol zu trinken. Ein Probelauf so gesehen, der aufgrund des Drängens der Beteiligten am Männertag einige Monate später aufgegeben wurde. Ja, und dann war ich wieder drin, zumindest mit meinen Feierabendbieren. Irgendwie gefällt mir das aber einfach nicht. Und so läute ich nun den zweiten Probelauf ein. (Wohl wissend vollzog ich in der Weihnachtszeit noch ein ordentliches Abschlussszenario mit öfter mal einige kleine Gläser Wodka am Tag und hier und da mal einige Flaschen Bier.) Jetzt ist es aber soweit! Ich habe gestern Abend, 26.12.09, für ein Jahr lang, die letzte Flasche Bier geöffnet, den letzten Schluck Alkohol getrunken. Da können noch so viele Männertage kommen! – Zum Wohle!

Wankelmut und Tennisarm (Arbeitstitel), Vers 0.4

Montag, 14. Dezember 2009

Anflug des Stöckchens
Mir schoss das Blut in den Kopf. Die Atmung war auf einmal schwer. Denn aus der Blogsphäre, einem Paralleluniversum, einem weit verzweigten und unendlich großen Raum, flog kometenhaft ein Stöckchen in den winzigen Winkel meiner Welt! Mitten hinein in meine bescheidene Höhle. Plumps hat es gemacht! Dann lag es da! Aufgrund dieser unvorhergesehenen Plötzlichkeit wechselte ich von meiner metaphysischen Position der mentalen Hocke in die Schockstarre. Aber nur für kurze Zeit, weil mir der, beim Aufprall vom Boden, aufgewirbelte Sand einen ordentlichen Trockenhusten bescherte. – Jetzt liegt das Stöckchen in meiner Höhle und ich muss zusehen, was ich daraus mache. Nicht nach Sternen greifen, aber von Sternen lesen, ist eines Eremiten würdiges Tun. Und der Stern, das Stöckchen quasi, fiel mir vor die Füße. Mit Fragen, die meine Stellung im Kosmos ausloten wollen. Die Antworten, ob meiner Weisheit, liegen auf der Hand! Die Röte in meinem Gesicht ist gewichen und meine Atmung ist wieder ruhig geworden.

Nachfolgend die Fragen, die das Stöckchen an mich stellte, als wir gesellig beieinander saßen, Lieder sangen und Würstchen grillten (inklusive meinen Antworten):

1. Warum bloggst Du?
Ähm… Ja, also… weil, naja, weil ich ähm… weil ich, weil ich…, weil… ähm… ich, – ach is egal, weiß nich!
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2. Warum lesen Deine Leser Deinen Blog?
Ähm… Ja, also… weil, naja, weil die ähm… weil die, weil die…, weil… ähm… die, – ach is egal, weiß nich!
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3. Welches war die letzte Suchanfrage über die jemand auf Deine Seite kam?
Das weiß ich ganz genau! Die Suchanfrage vom 05.12.09 um 18:00 Uhr!
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4. Welcher Deiner Blogeinträge bekam zu Unrecht zu wenig Aufmerksamkeit?
Die welche wo noch nich geschrieben sind! (Sonst vielleicht Der Hier, ganz bestimmt Dieser Da.)
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5. Dein aktuelles Lieblingsblog?
Hab keines. Alles Eitel und Haschen nach Wind! (Abgesehen von Ausnahmen!)
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6. Welches Blog hast Du zuletzt gelesen?
Dieses zwischen den Zeilen!
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7. Wie viele Feeds hast Du abonniert?
Genau zwei! Für die Hocke ganz gut. Nicht zu viel und nicht zu wenig!
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8. An welche fünf Blogs wirfst Du das Stöckchen weiter und warum?
An Kai Diekmann, um seine Frisur zu treffen. An Blogpuppe, weil ich ihre Berliner Schnauze klasse finde. An Liz, der schönen Antworten wegen. An Kolumnistenschwein, um ihm die selige Ruhe des Winterschlafs zu vermiesen. Und Last But Not Least an Ver Sacrum, weil ich schon so manch ein Ratespiel mit ihr hatte und weil ich die Hoffnung hege, dass wenigstens eine Person auf mein Stöckchen einige Antworten weiß.

So, das wars!

Schach Matt in den Straßen von Berlin

Donnerstag, 19. November 2009

Schachspieler in den Straßen von Berlin (Bahnhof Zoo)
Diese zwei Typen trotzen der Kälte in Schachpartielänge!
Heute schlenderte ich mal wieder in der Westberliner City herum. An einem Cafe gegenüber des Bahnhofes Zoo traute ich meinen Augen nicht. Unglaublich! So etwas habe ich bisher fast ausschließlich in gefühlten vier Filmen gesehen, sonst wohl kaum. Mitten in der Stadt, im Freien, in der frischen Luft spielte Jung gegen Alt ein Brettspiel: Schach! –
Brettspiele kommen in der kalten Jahreszeit immer wieder in Mode, und finden dann vor allem in geheizten Wohnzimmern ihre Anwendung. Wenn ich in der kalten Jahreszeit an Schach denke, dann ist das immer mit meiner Vorstellung von einem gemütlichen Sonntag verknüpft. Dieser Sonntag beginnt in der Frühe, wenn die Sonne gerade hervor kommt, die geheizte Wohnung nach frisch gekochten Kaffee duftet und man dann ein ausgedehntes Frühstück zu Zweit mit einem Schachspiel kombiniert. Dazu das Gedudel des Radios als angenehmes Hintergrundrauschen. Und zwischendrin das Blättern in Zeitungen und das Austauschen von Neuigkeiten. – Frühstücken, Schach spielen und über tausend Dinge reden: Wer sich auf ein Frühstück einladen lässt und Zeit für eine Partie Schach hat, der ist gerade jetzt sonntäglich willkommen!