Archiv für die Kategorie „Kunst & Kultur“

“Mikrofon kaputt: Eins, Vier.”

Mittwoch, 30. Juni 2010


Video auf YouTube.de
Die Berliner Philharmoniker geben jedes Jahr ihr letztes Konzert zum Abschluss der Saison unter freiem Himmel. Rund 20.000 Zuhörer lauschen dann in der Berliner Waldbühne den musikalischen Klängen. – Auch letzten Sonntag wieder, zu einer „Nacht der Liebe“, so das musikalische Motto. Und ich war, wie schon letztes Jahr, live dabei. Ein Jahr zuvor (2008) sah ich durch Zufall die Liveübertragung im Fernsehen und war sofort hin und weg: Bei sommerlichen Temperaturen im Freien von den letzten kraftvollen Sonnenstrahlen der Sommersonne über die Dämmerung bis in eine lauwarme Nacht hinein klassischen Klängen lauschen, zumal vom besten Symphonieorchester der Welt, das kann doch nur spitze sein. Letztes Jahr also war ich das erste Mal in der Waldbühne. Das Motto “Russische Rhythmen” und für mich ein Platz auf der Liegewiese, direkt vor der Bühne… Alles hätte damals schon so schön beschwingt und wundervoll werden können, wie es mich wegen der Fernsehübertragung 2008 ahnen ließ. Die Liegewiese aber war total überfüllt, ich saß beengt und unwohl, und zum letzten Drittel der Vorstellung regnete es aus allen Kübeln, wo dann zum Glück alle standen und ich eigentlich nur das eine Übel mit dem anderen tauschte. – Mit kurzer Hose und dünner Trainingsjacke überstand ich den Abend. Und nach all dem wusste ich: Wenn ich eine Karte zu der wohl immer ausverkauften Veranstaltung kriege, dann nächstes Jahr auf jeden Fall wieder! Und so war es auch. Im Januar konnte ich eine Karte, Block H, für 39 Euro ergattern. Diesmal lautete das Motto “Nacht der Liebe”.
Die Berliner Philharmoniker begleiteten die amerikanische Sopranistin Renée Fleming und und spielten außerdem stimmungsvolle Instrumentalstücke, in deren Mittelpunkt die Liebe steht. Dirigent war Ion Marin.
Es war einfach klasse! Ich hatte einen guten Platz und das Wetter stimmte bis zum Schluss. – Aber der Reihe nach…
Gegen Mittag machte ich mich nach Spandau auf, um in Ruhe das Achtelfinale der Fußball-WM 2010 in einer Kneipe gucken zu können. Die deutsche Nationalmannschaft gewann in einem geschichtsträchtigen Spiel gegen England souverän mit 4:1. Nach dem Spiel machte ich mich gleich in Richtung Waldbühne auf und stand wie letztes Jahr erst mal einige Zeit an.

Drinnen war die Waldbühne schon gut gefüllt und viele Besucher waren mit Picknick beschäftigt. Überall aßen und tranken die Menschen ihr Mitgebrachtes und überbrückten so die Zeit. Einlass war schon ab 18 Uhr, ich kam um 19 Uhr an und musste also nicht allzu lange warten, bis endlich gegen 20:15 Uhr das Musikkonzert los ging.

Direkt eine Sitzreihe vor mir nahm ein Pärchen Platz, die während der Berlinale im Kino, bei der Dokumentation “Deutsche Alkoholiker”, schon mal neben mir saßen. So als ob damals der Titel des Films auch bei dem Mann Programm war, trank dieser ordentlich viel Rotwein weg. Und diesmal war es nicht anders. Auch in der Waldbühne trank er so viel von dem Zeug, dass man immer wieder den Rotwein-Geruch in der Nase hatte. Damals im Kino fragte er mich nach dem Film, der davon berichtetet dass Alkoholiker nicht immer klischeehaft irgendwelche Stereotypen bestätigen: “Was war das denn jetzt? Fanden Sie den Film denn gut?” Ich sagte damals nichts dazu. Aber nicht nur, dass Er mir suspekt war, seine Freundin tat ihres dazu, weil sie immer wieder, wenn beide miteinander schmusten, seinen Hintern in einer absonderlichen Art mit der Hand liebkoste. Mir blieb nichts weiter übrig, als dies Schauspiel mit an zu gucken. Das Gute war, dass es während der Veranstaltung immer dunkler wurde. Die Leute rechts und links von mir waren und blieben eher unscheinbar. Aber alles in allem waren alle um mich herum angenehme Zeitgenossen. Endlich spielten sich die Musiker des Orchesters ein und starteten kurz vor Anpfiff noch einige Laola-Wellen, kurz nachdem der Dirigent unter stürmenden Beifall die Bühne betrat.

Video auf YouTube.de
Der Dirigent wünschte dem Publikum einen schönen Abend und meinte, dass nach dem furiosen deutschen Fußballsieg gegen England die Nacht der Liebe umso mehr genossen werden kann. Mittendrin rief er in das Mikrofon: “Mikrofon kaputt: Eins, Vier!” – Das Publikum applaudierte… Das Konzert war richtig toll, die Nacht war sommerlich warm und ab und an wehte ein angenehmer Wind von den Tannenwipfeln hinab ins Halbrunde. Überall im Publikum wurden Kerzen und Wunderkerzen entzündet und in die Höhe gehalten. Die Atmosphäre war, passend zum Thema, richtig romantisch. Zum Abschluss spielte das Orchester traditionell “Die Berliner Luft” und verabschiedete sich mittendrin und überraschenderweise noch mit dem Gedröhne aus den, in dieser WM berühmt und berüchtigt gewordenen, Vuvuzelas.

- Nächstes Jahr hoffentlich wieder… Dann will ich aber, wenn das Wetter stimmt, mit dem Fahrrad zur Walbühne radeln und in meinem Rucksack ein Sitzkissen, etwas zu Essen und zu Trinken, ein Fernglas (bei gleichem Sitzplatz) und vielleicht Wunderkerzen dabei haben.
line1
Themenabend: Nacht der Liebe
Die Berliner Philharmoniker in der Waldbühne, So., 27. Juni 2010.
Dirigent: Ion Marin.
Sopran: Renée Fleming.
Modest Mussorgsky (1839-1881)
Johannisnacht auf dem Kahlen Berge (1866/67)
Bearbeitung und Orchestrierung von Nikolai Rimsky-Korsakow (1886) mit dem originalen Finale von Modest Mussorgsky (1867)
Allegro feroce – Poco più sostenuto – Tempo primo – Poco più sostenuto – Animato – Poco meno mosso
Antonin Dvorak (1841-1904)
Rusalka
Oper in drei Akten op. 114 (1900), Libretto: Jaroslav Kvapil
“Mesicku na nebi hlubokém” (Lied an den Mond der Rusalka aus dem 1. Akt)
Bedrich Smetana (1824-1884)
Dalibor
Oper in drei Akten (1865-1870), Text: Josef Wenzig in tschechischer Übersetzung von Ervin Spindler
“Dobrá, Já mu je dám! Jak je mi?” (Arie der Milada aus dem 2. Akt)
Aram Chatschaturjan (1903-1978)
Spartakus
Ballett in vier Akten (1950-1954), Szenario: Nikolaj Wolkow
Adagio des Spartakus und der Phrygia aus dem 3. Akt
Richard Strauss (1864-1949)
Capriccio
Konversationsstück für Musik in einem Akt opt. 85 (1940/41), Text: Clemens Krauss
“Morgen mittag um elf!” (Letzte Szene: Gräfin allein)
PAUSE
Richard Wagner (1813-1883)
Rienzi, der Letzte der Tribunen
Oper in fünf Akten (1838-1840), Libretto: Richard Wagner
Ouvertüre: Molto sostenuto e maestoso – Allegro energico – Un poco più vivace – Molto più stretto
Erich Wolfgang Korngold (1897-1957)
Die tote Stadt
Oper in drei Akten op. 12 (1920), Libretto: Erich Wolfgang und Julius Korngold nach Georges Rodenbach
“Glück, das mir verblieb” (Mariettas Lied aus dem 1. Akt)
Richard Strauss
Zueignung op. 10 Nr. 1 (1885)
Fassung mit Orchesterbegleitung (1940), Text: Hermann von Gilm
Edward Elgar (1857-1934)
Salut d´amour op. 12 (1888/89)
Andantino – Tempo più lento
Giacomo Puccini (1858-1924)
La Bohème
Oper in vier Bildern (1896), Libretto: Luigi Illica und Giuseppe Giacosa
“D`onde lieta usci” (Arie der Mimi aus dem 3. Bild)
Ruggero Leoncavallo (1857-1919)
La Bohème
Oper in vier Akten (1897), Libretto vom Komponisten
-“Musetta svaria sulla bocca viva” (Arie der Mimi aus dem 1. Akt)
-“Mimi Pinson, la biondinetta” (Arie der Musette aus dem 4. Akt)
Giacomo Puccini
Turandot
Oper in drei Akten (1926), Libretto: Giuseppe Adami und Renato Simoni
“Tu che di gel sei cinta” (Arie der Liù aus dem 3. Akt)
Peter Tschaikowsky (1840-1893)
Romeo und Julia
Fantasie-Ouvertüre nach Shakespeare (1869/70)
Andante non tanto quasi Moderato – Allegro giusto – Moderato assai

Meine Tätowierung

Donnerstag, 3. Juni 2010

Die Blaue Lilie auf meinem linken Oberarm.
Ich habe seit dem Jahr 2002 eine Tätowierung auf meinem linken Oberarm. Eine Stilisierung in Form eines Wappens:
Eine blaue Lilie!
Genauer: Eine blaue Rautenlilie!
(Auf der linken Seite, weil man als Ritter sein Schild nun mal links getragen hat und sein Schwert rechts.)
Blau ist unter den Farben jene, die meist als Symbol für alles Spirituelle angesehen wird. Im Gegensatz zum Rot wirkt sie »kühl« und stimmt die meisten Menschen nachdenklich. Tiefenpsychologen bringen es mit einer »seelischen Gelöstheit, einer milden, leichten und überlegenen Lebensgestaltung« in Verbindung. Es ist die Himmelsfarbe, in Altägypten mit dem Himmelsgott Amûn assoziiert. Das Blau ist die »tiefste und am wenigsten materielle Farbe, das Medium der Wahrheit, die Transparenz der kommenden Leere: in der Luft, dem Wasser, dem Kristall und dem Diamant. Darum ist Blau die Farbe des Firmaments. Zeus und Jahwe stellen ihre Füße auf Azur.« Amulette in blauer Farbe sollen den »bösen Blick« neutralisieren. Der Mantel des nordgermanischen Gottes Odin ist blau, wie jener der Jungfrau Maria, die poetisch auch als »blaue Lilie« angesprochen wurde. Auch der lehrende Jesus wird in blauem Gewand dargestellt. »Das Blau, Symbol der Wahrheit und der Ewigkeit Gottes (denn was wahr ist, ist ewig), wird immer das Zeichen der menschlichen Unsterblichkeit bleiben« – Altchina hatte dem Blau gegenüber eine zwiespältige Einstellung. Wesen mit blauem Gesicht sind in der traditionellen Kunst Dämonen und Gespenster. Blaue Blumen, Augen, Bänder und Streifen galten als häßlich und unglückbringend, während in Europa die »blaue Blume der Romantik« geistigen Gedankenflug nahelegt. Literarische Bedeutung erlangte im 19. Jahrhundert das Motiv der blauen Blume. Die blaue Blume wurde zu einem Motiv der Romantik und der Sehnsucht.
In der mitteleuropäischen Volkssymbolik gilt das Blau als die Farbe der Treue, doch auch als des Geheimnisvollen, der Täuschung und Unsicherheit (»blauer Dunst, ins Blaue hinein reden, die Fahrt ins Blaue«). Die Ideenverbindung »blau« und »betrunken« ist nicht leicht erklärbar und hängt vielleicht mit der bläulichen Verfärbung von Wangen und Nasen schwerer Alkoholiker zusammen. – In der politischen Symbolik wird das Blau den Liberalen (bzw. National-Liberalen) zugeordnet. Die »Blaue Maurerei« ist das traditionelle System der »Johannis-Freimaurerei« .
Lilie. »Die weiße Lilie mit Pracht und Herrlichkeit / viel Blumen übertrifft, doch währt sie kurze Zeit. / Also muß auch der Mensch vergehen und eralten, / wo ihn nicht Gottes Gnad und Auffsicht wird erhalten« (Hohberg 1675). Die Lilie war schon vor der Formulierung ihres Symbolwertes hochgeschätzt und in Ägypten wie im minoischen Kreta sowie in Mykenä beliebtes Dekor-Kunstmotiv. »Lilienhaft« (zart) wird die Stimme der Zikaden und der Musen in der Dichtkunst genannt. Die Mythe läßt Lilien aus der Milch Heras entsprießen, die zur Erde tropfte, während auch die Milchstraße entstand. Die Liebesgöttin Aphrodite (Venus) haßte das unschuldsvoll-rein wirkende Gewächs und setzte ihr den Stempel ein, der an den Phallus eines Esels erinnert. Dennoch wurde die Lilie im Christentum Symbol der reinen, jungfräulichen Liebe. Gabriel, der Verkündigungsengel, wird meist mit einer Lilie in der Hand dargestellt, ebenso der Nährvater Josef und die Eltern Mariae, Joachim und Anna. Die »Lilien des Feldes«, die keine Arbeit leisten, aber in der Bergpredigt Jesu wegen ihrer Rolle des nie Fragen stellenden Gottvertrauens gepriesen werden, machten die Blume zum Attribut vieler Heiliger (u. a.: Antonius von Padua, Dominikus, Filippus Neri, Vinzenz Ferrer, Katharina von Siena, Philomena).
Wichtig ist das »Fleur de Lis«-Motiv in der Wappenkunst, denn die Lilien »seynd Königliche Blumen…, insonderheit weil die Lilien-Gestalt einen Scepter gleicht, oder weil die Schlangen vor den Lilien fliehen, die einen hertz-erquickenden Geruch von sich geben« (Böckler 1688). Eine Lilie soll dem Frankenkönig Chlodwig I. (481-511) durch einen Engel verliehen worden sein; sie schmückte seit 1179 das Wappen der Könige von Frankreich. Durch Ludwig XI. gelangte sie in das Wappen der Medici und von dort in jene von Florenz und der Toskana. –
In der Volkssymbolik ist die Lilie nicht nur Symbol der Reinheit – etwa bei kirchlichen Prozessionen –, sondern auch des »bleichen Todes«. In Volkssagen kündigt eine geheimnisvoll erscheinende Lilie den Tod eines Klosterbruders an (Corvey, Hildesheim, Breslau). Auch das Volkslied von den auf das Grab gepflanzten »drei Lilien« spielt auf die Todessymbolik an.
[Quellen: Wikipedia & „Knaurs Lexikon der Symbole“]

Berliner Comicbörse

Sonntag, 18. April 2010

Beim morgendlichen Kaffee dudelte heute das Radio im Hintergrund und mittendrin berichtete der Moderator davon, dass in der City-West die Berliner Comicbörse für den heutigen Tag ihre Tore öffnet. Aha- Comicbörse! Noch nie was davon gehört… Aber neugierig war ich schon, weil ich einen guten Comic zu schätzen weiß. Ich suchte also im Internet nach weiteren Informationen: Für drei Euro Eintritt sollte man viele bedeutende Comicverlage, ebenso Comiczeichner und ganz ganz viele Comics bestaunen dürfen. Nachdem ich ausreichend informiert war, schrieb ich noch den fehlenden Wikipedia-Artikel und machte mich dann am Vormittag, mit drei Euro in der Tasche und meinem Fotoapparat, in Richtung Kurfürstendamm auf. – Es war ein herrlicher Tag. Ein strahlend blauer Himmel, kaum eine Wolke, und nur ab und an eine leichte Brise Wind, die dann aber angenehm erfrischend war, weil sich auch die Sonne von ihrer kräftigen Seite zeigte. Darüber hinaus ergrünt es endlich überall und der liebliche Duft der Sträucher liegt seit wenigen Tagen mal hier mal da in der Luft. Dieser Sonntag war wie dafür gemacht, die Biergartenzeit, die Grillsaison oder eine andere ritualisierte Freizeitaktivität unter freiem Himmel zu eröffnen. Sommerbekleidung war also angesagt. Dünne Hose und ein T-Shirt. Angekommen vor meiner U-Bahn-Station (Der südliche Ausgang) fand ich dann noch auf dem verkachelten Boden, eben dieser Station, ein durchaus regsames Schauspiel vor. Ameise Ameisen umkreisten ein kleines Stück Zucker und ackerten sich daran ab. Zwei Ameisenwege führten zum umtanzten Traum und wieder zurück. – - Halt mal! Wann komm ich denn endlich zur Comicbörse? Jetzt, den Ausschweifungen wegen, einen ordentlichen Sprung weiter in der Geschichte:… Am Ellington Hotel angekommen, gelangte ich über einen Nebeneingang zur Comicbörse. Ich lief durch die alle Räumlichkeiten, das erste Mal und auch ein zweites Mal und schwups, gute zwanzig Minuten später war ich wieder raus. Comicbörse Berlin
Der Charme der Börse gleicht einem ordentlichen aber zweitklassigen Trödelmarkt mit viel Ware in Pappkartons. Eyecatcher gab es eigentlich keine, und ohne vernünftige Orientierung muss man sich durch die unzählig vielen Comics manövrieren, als wäre man am Wühltisch. Und auch die anzutreffenden Comiczeichner sind in dem Gedränge derart verbaut, dass man meinen könnte, sie blickten nicht hinab, weil sie gerade ihr zeichnerisches Können unter Beweis stellen, sondern allein aufgrund des depressiv machenden Charakters der örtlichen Enge. Und so läuft man auch bei denen wieder und leider sehr schnell vorbei. – Ein Reinfall ist die Börse aber trotzdem nicht! Und beim nächsten Mal will ich wieder dabei sein: Dann aber mit Zeit und innerer Ruhe, denn Comicbörse Berlin mit Sicherheit ist für jeden Geschmack ein besonderer Comic dabei! Es gibt einfach alles. Es gibt die, in unzählige Themenbereiche aufgefächerten, Erwachsenencomics. Es gibt jene Comics, die man in seiner Kindheit gelesen hat, und die uns einladen, eine kleine Reise in die Vergangenheit zu machen. Es gibt neben antiquarischen Comics auch Neuerscheinungen der Verlage. Es gibt kostenlose Comics und kaum bezahlbare Raritäten und Kunstwerke. Es gibt an Comics einfach alles. Man muss sich auf den Comicbörsen-Wahnsinn nur einlassen. Dann aber auch Geld dabei haben – weil man mit Sicherheit irgendein Comic mit nach Hause nehmen möchte. Dieser Tag aber war einfach zu schön und mein Geldbeutel viel zu leer, als das ich mir die Zeit genommen hätte. – Zu Hause zurückgekehrt, machte ich eine lange Fahrradtour im schönen Tegeler Fließ und ließ damit den Tag ausklingen.
- Für den Terminkalender: Die nächste Comicbörse findet am 14. November 2010 statt.

Das Auto ist ein Armutsmodell

Montag, 1. Februar 2010


Wenn wir das Geld statt in Autos in öffentlichen Nahverkehr stecken, könnten wir goldene Busse bauen, meint Professor Heiner Monheim im Gespräch mit news.de. Für den Geographen ist klar: Das Problem sind die Autos.
Auszüge[...]
Monheim: Es gibt Städte, die haben viel weniger Autoverkehr, meistens sind die Leute dort überdurchschnittlich klug und überdurchschnittlich reich. Das Auto ist ein Armutsmodell. New York hat ganz wenige Autos, Universitätsstädte haben wenige Autos. Das Ruhrgebiet hat viele Autos, das Saarland hat viele Autos. Je dümmer die Regionen sind, desto mehr Autobahnen und Autos. Das ist traurig, aber wahr, weil Beton das Hirn ziemlich vernebelt, und in den meisten politischen Gehirnen ist noch ganz viel Beton verarbeitet. Sie müssen warten, bis das Betonhirn ausgestorben ist, das ist die Tragik. [...]
news.de: Wie sieht denn Ihre Vision aus?
Monheim: Wenn wir das ganze Geld nehmen, das wir zur Zeit ins Autosystem stecken, und neu verteilen für Fuß-, Fahrrad- und öffentlichen Verkehr: Dann können Sie vergoldete Busse und Bahnen mit Diamantnadeln vorne im Kühlergrill bezahlen, wo sie mit weißen livrierten Handschuhen begrüßt werden, und sie kriegen den Kaffee an den Platz gebracht. [...]
Zum kompletten news.de-Interview.
Heiner Monheim ist Professor für Raumentwicklung an der Universität Trier. Er engagiert sich in Bürgerinitiativen, seit er 16 ist, und studierte Soziologie, Geographie, Geschichte, Politik, Stadt- und Regionalplanung. Er war im Bundesministerium für Raumordnung und Bauwesen tätig, ist Mitgründer des Allgemeinen Deutschen Fahrrad Clubs (ADFC) und des Verkehrs Club Deutschland (VCD).

Berlinale Warm-up

Donnerstag, 21. Januar 2010


Weltpremiere der rekonstruierten Originalfassung und Galaveranstaltung für die Berlinale 2010: Metropolis, (DEU 1927/2010). R: Fritz Lang. Mit dem Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin. Musikalische Leitung: Frank Strobel.
Berlinale-Tickets gibt es ab 8. Februar. Für die Weltpremiere der rekonstruierten Originalfassung von Fritz Langs Metropolis am 12.02 im Friedrichstadtpalast begann der Kartenvorverkauf aber schon am 18.01., diese Woche Montag. Am Freitag zuvor stand ich bereits an der Theaterkasse und “bestellte” auf Absprache eine Karte. Da war noch gar nichts bekannt, keine Preise, keine Sitzverteilung, nichts. Ich erhielt eine Telefonnummer von der Theaterkasse am Alexanderplatz, weil die am Montag bereits um 08:00 und nicht wie die anderen Kassen erst um 10:00 Uhr öffnet. Am Montag rief ich sofort um 08:00 Uhr an. Die Dame am Telefon bestätigte mir, dass ein Hinweis auf meinem Namen hinterlegt wurde, ich aber bitte noch mal um 10:00 Uhr anrufen solle, da dann der Vorverkauf möglich sei und die Theaterkasse erst Informationen online abrufen kann. Um 10:00 Uhr erhielt ich die Bestätigung: Eine Karte für 22 Euro. Juchhu! Bitte bald abholen! Als ich Tags darauf an der Theaterkasse erschien, sagte mir die Dame noch zum Abschied: Sie haben Glück, überhaupt noch eine Karte bekommen zu haben! Puh!
Und tatsächlich: Ausverkauft!
Mal sehn, welche A-bis-Z-Promis ich zu Gesicht bekomme… Ich hoffe, um die Beitragsfilme sehen zu können, wird es etwas einfacher werden… sonst passierts vielleicht, dass mein Berlinale-Urlaub anders verläuft, als geplant…

Video auf YouTube.de

Wo die Schneemänner geblieben sind

Samstag, 9. Januar 2010

Erster gesichteter Schneemann im Winter 09/10
Vorschaubild öffnen
Mittlerweile glaube ich, die Schneemänner haben den Winter vergessen. Oder warum ließen sie sich nicht bauen? Trotz diverser Winterspaziergänge auf schneereichen Wiesen, Feldern und in Wäldern hab ich keinen dieser Spezies ausgemacht. Auch auf abgetrennten Grundstücken oder am Wegesrand stand keiner dieser Wintergenossen herum. Haben Schneemannarchitekten dieses Jahr besseres zu tun, zum Beispiel in Dubai, und sind zurzeit außer Landes? Oder wird nur Nordberlin verschmäht? Den ersten Schneemann der Saison sah ich auf einem Foto von Liz. Ansonsten Fehlanzeige! Ich hatte keinen einzigen Schneemann bei meinen winterlichen Spaziergängen entdeckt, nicht in Parks, nicht auf Wiesen oder in Gärten. Ist das Schneemännerbauen nicht mehr angesagt? Obwohl der Winter so viel Schnee gebracht hat. Wo sind die Schneemänner geblieben, fragte ich mich. Und dann entdeckte ich doch noch einen Schneemann, bei dem auch schon zu erkennen war, dass einem räudigen Köter der nötige Respekt gefehlt hatte… Na ja. Wie auch immer. Ich hoffe, der Schneemann ist nicht tot zu kriegen. Vielleicht kann es ja helfen, um ihn zum Gebaut werden zu locken, dass man ihm huldigt! Zum ersten Mal überhaupt ist am 18.01. Welttag des Schneemanns.

+++ kulturnotiz +++

Freitag, 8. Januar 2010

am gestrigen tag war die welt noch in ordnung. ich stand auf. ich frühstückte. ich ging mittags zur arbeit. ich machte meine arbeit. dann feierabend. ich dachte an nichts böses, als ich abends auf dem weg nach hause in der u-bahn saß und die wiedergabe eines informationsmonitors (berlinfenster) verfolgte. plötzlich stand da: am 12.02.10 wird am brandenburger tor auf einer riesengroße videoleinwand metropolis ausgestrahlt. kostenfrei und in voller länge. kostenfrei und in voller länge, metropolis. aha! ich notierte die angaben in mein moleskine-wochenplaner und recherchierte anschließend im internet. schließlich erfuhr ich, dass metropolis der eröffnungsfilm der diesjährigen berlinale ist, berlinale (!!!), und auch im friedrichstadtpalast ausgestrahlt wird. ich surfte auf den seiten der berlinale, suchte nach programmen, nach tickets, ich surfte auf den seiten des friedrichstadtpalast und beim ticketverkäufer eventim. tja, dann irgendwann ging ich müde ins bett. das vorläufige ende vom lied: heute auf arbeit. irgendwann in der mittagspause zu einer eventim-ticketverkaufsstelle gegangen. hab mich schlau gemacht, wann, wo und wie – weil vielleicht… (abgefallen ist dabei noch eine eintrittskarte für die berliner philharmoniker in der waldbühne am 27.06.10) …und schließlich auf arbeit zurückgekehrt hab ich mir für die berlinale-woche vom 15.02 bis 21.02.10 einfach mal urlaub genommen. so kann’s manchmal gehen –
berlinale, ich komme!!!

Aktion 2009

Donnerstag, 31. Dezember 2009

Kultur-Andi 2009
Aktion 2009! Eine Auflistung…

14.01.09 | BBB – Sammelkarte 10x Früh/Spät.
17.02.09 | Komödie KudammShakespeare´sWie es euch gefällt
27.02.09 | Zoologischer Garten Berlin (ZooCard)
27.02.09 | Aquarium Berlin (AquariumCard)
01.04.09 | BVG Jahresabo AB
04.05.09 | Deutsches Historisches Museum
05.05.09 | Naturkundemuseum
06.05.09 | Pergamonmuseum
07.05.09 | Gemäldegalerie
08.05.09 | Deutsches Technikmuseum
09.05.09 | Zeiss-Großplanetarium – Augen im All
21.05.09 | Herrentag – Brandenburger Dorftour
28.05.09 | Alte Nationalgalerie
05.06.09 | Gärten der Welt
14.06.09 | Botanischer Garten und Museum
21.06.09 | Berliner Philharmoniker in der Waldbühne
06.07.09 | Strandbad Lübars – Sammelkarte 10x Normal
15.07.09 | 20km-Grunewald-RadRennen (Ich in 36:44min)
01.08.09 | 18. Vattenfall CityNacht (Läufer, 10km in 56:50min)
18.08.09 | Freiluftkino Rehberge – “The Wrestler
24.08.09 | Freiluftkino Rehberge – “C´est la vie…
27.08.09 | Rathaus Birkenwerder – “Birkenwerder Freimaurer
30.08.09 | BE – Kleist´s “Der Zerbrochne Krug
15.09.09 | BE – Reza´s “Der Gott des Gemetzels
03.10.09 | Theater KudammShaffer´sKomödie im Dunkeln
05.10.09 | Sea Life + AquaDom Berlin (Jahreskarte)
05.10.09 | Schiffstour “Historische Altstadt” (Eddyline)
14.10.09 | Neue NationalgalerieBilderträume.
15.10.09 | Bode-Museum
17.10.09 | Neues Museum – Tag der offenen Tür.
18.10.09 | Berliner DomJedermann-Festspiel
25.10.09 | Kino TegelG-Force – Agenten mit Biss (3D)
20.11.09 | Potsdamer Platz – Apres-Ski-Party (Weihnachtsfeier)
21.11.09 | Theater KudammMagnusson´sMännerhort
01.12.09 | Jahresmitgliedschaft McFit
08.12.09 | Jahreskarte Staatliche Museen zu Berlin
08.12.09 | BE – Schiller´s “Der Parasit”
10.12.09 | Neue Nationalgalerie – Thomas Demand
18.12.09 | Helmut Newton StiftungSUMO
18.12.09 | BE – Otto Sander liest Joachim Ringelnatz
19.12.09 | Helmut Newton StiftungSUMO
19.12.09 | Kino Potsdamer Platz – “Avatar – Aufbruch nach Pandora” (3D)
22.12.09 | Hamburger Bahnhof – Museum für Gegenwart
24.12.09 | Heiligabend bei den Eltern

line1
Das wird die erste und letzte Auflistung dieser Art sein. In Zukunft werde ich entweder Erfahrungsberichte in meinen Blog stellen, oder aber ich lass es ganz mit einer Erwähnung! Eine reine Auflistung kommt mir nicht mehr in den Blog! Hierzu habe ich mich nach dem Beitrag “Es hat sich ausgeweihnachtet” von Verena entschlossen!

Ein gutes Jahr 2010 wünscht Auge!

Newton: Sumo

Samstag, 19. Dezember 2009

Helmut Newton - Bergstrom in Paris - 1970´s
line1
Helmut-Newton-Stiftung: SUMO.
(04.Juni 2009 – 16.Mai 2010)
Der Modefotograf Helmut Neustädter schrieb als Helmut Newton Kunst- und Buchgeschichte. Sein letzter Photoband “Sumo” erschien im Jahre 1999 und beeindruckte auf 480 Seiten mit Aufsehen erregenden Aktaufnahmen, Modefotografien und Portraits. Das Buch sprengte alle Rekorde. Mit einem Gewicht von 35,4 Kilo, den Maßen von 50 mal 70 Zentimeter und einer Auflage von 10.000 signierten und nummerierten Exemplaren war es bei seiner Einführung und einem Verkaufspreis von 3000 DM bald ausverkauft. Das legendäre Sumo-Exemplar Nummer 1, handsigniert von über 100 der in dem Buch abgebildeten berühmten Persönlichkeiten, brach den Rekord für das teuerste Buch des 20. Jahrhunderts. Bei einer Auktion in Berlin am 06. April 2000 kam es für 620.000 DM unter den Hammer.
Jetzt ist das Buch in einer neuen “Volksausgabe” erhältlich. Darüber hinaus widmet sich die Helmut-Newton-Stiftung dem wieder entdeckten Buch und stellt im Berliner Museum für Fotografie 394 “Sumo-Werke” im Original aus. Die Ausstellung ist bis zum 16. Mai 2010 geöffnet. Ich war da! Mein Statement: Unbedingt besuchen!

Video auf YouTube.de

Staatliche Museen zu Berlin

Dienstag, 8. Dezember 2009

Jahreskarte, vordere Ansicht.
line1
Jahreskarte, hintere Ansicht.
Berliner Museen – ich komme!!! Seit heute bin ich stolzer Besitzer einer Jahreskarte Plus. Von nun an habe ich mit einer schicken Plastikkarte Zugang zu allen Ausstellungen der Staatlichen Museen zu Berlin. Wann immer – und wie oft ich will! Ein ganzes Jahr lang!!!