Archiv für die Kategorie „Grundsätzliches“

Missgeschicke des Alltags, Folge 3

Freitag, 30. Juli 2010


Die Post ist schnell. Das habe ich am eigenen Leib erfahren. Nachdem ich meinen ausgefüllten Stromvertrag in einen Briefumschlag tat, diesen an Naturstrom adressierte und gegen Abend in den Postkasten warf, steckte mir am nächsten Tag der Briefträger den Brief in meinen Haustürschlitz. Knappe zwölf Stunden für die Briefzustellung ist meiner Meinung beachtenswert! – Aber: Ich habe meinen eigenen Brief, zugestellt und entwertet, zurück gekriegt! Will die Post mich verarschen? – Gefühlte tausend Briefe hatte ich schon auf gleiche Art versandt, nie gab es Probleme. Zunächst wollte ich zur Post gehen und irgendeinen Serviceangestellten zur Rede stellen. Malte mir dabei aber Antworten aus, wie: “Also wirklich! Das hat man doch mal in der Schule gelernt!” Daher suchte ich kleinlaut im Internet nach möglichen Informationen und wurde fündig! Fazit: Bei meinen tausend zuvor versandten Briefen hatte ich wohl einfach schlicht und ergreifend Glück gehabt…

Der Ausstieg aus dem Ausstieg ist mein Ausstieg

Mittwoch, 14. Juli 2010


Der Kampf um die Zukunft der Atomwirtschaft ist neu entbrannt. Die 17 deutschen Kernkraftwerke sollen länger laufen – darunter auch Uraltmeiler. Um den Bürgern die Entscheidung schmackhaft zu machen, verspricht die Koalition günstige Energiepreise und klimafreundlichen Strom.
Gekürzte Inhaltsangabe aus Frontal21-Fernsehdokumentation: “Der große Bluff”, ZDF am 13.07.2010.:
Höhere Gewinne für Konzerne.
Atomstrom sei billig, behaupten die Befürworter der Kernenergie. Eine Verlängerung der Laufzeiten von alternden Kernkraftwerken könne daher helfen, die Strompreise stabil zu halten oder gar zu senken. Olav Hohmeyer, Professor für Energie- und Ressourcenmanagement an der Universität Flensburg und vom Sachverständigenrat für Umweltfragen der Bundesregierung (SRU), hält die These von sinkenden Preisen durch Laufzeitverlängerungen für falsch. Der Strompreis werde an der Strombörse gebildet, die Produktionskosten spielten da fast keine Rolle. Von dem günstig produzierten Atomstrom profitierten die Verbraucher nicht, wohl aber die Atomkonzerne – ein Geldsegen in Milliardenhöhe. Atomstrom ist billig? Seit Jahrzehnten erhält die Atomindustrie Subventionen und Privilegien wie kein anderer Industriezweig. Die Nutzung der Atomenergie haben die Bundesbürger bisher mit Milliarden an staatlicher Förderung finanziert. Nach Berechnungen des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) gab allein der Bund bereits mehr als 40 Milliarden Euro für die Förderung der Atomenergie aus. Hinzu kamen Steuervorteile und Privilegien bei der Versicherung. Während die Energiekonzerne bisher Milliarden mit der Atomkraft verdient haben, wurden die Kosten auf den Verbraucher abgewälzt.
Sichere Atomanlagen.
Risikotechnik Kernenergie: In der Vergangenheit kam es weltweit schon häufig in Atomanlagen zu Fehlfunktionen und Unfällen. Ob Materialversagen, technische Defekte oder menschliches Versagen – schon vermeintlich kleine Fehler können Katastrophen verursachen. Trotzdem halten Politiker von Union und FDP an der Laufzeitverlängerung für veraltete Atomanlagen fest. Ihr Versprechen: Für höchste Sicherheit wird gesorgt. Kernenergie könne man nicht komplett sicher machen, warnt Olav Hohmeyer. Vor allem alte Reaktoren seien gegen die Gefahr eines Flugzeugabsturzes nicht ausreichend gerüstet. Wolfgang Renneberg, bis Ende 2009 Abteilungsleiter Reaktorsicherheit im Bundesumweltmisiterium, kennt die Sicherheitsprobleme der deutschen Atomwirtschaft und plädiert deshalb dafür, die alten Atomanlagen vom Netz zu nehmen. Renneberg kritisiert, dass sicherheitstechnische Maßstäbe in der politischen Auseinandersetzung um Laufzeitverlängerungen keine Rolle spielen. Der Verfassungsrechtler Professor Joachim Wieland von der Verwaltungshochschule Speyer sieht die Rechtmäßigkeit des Betriebs von Kernkraftwerken durch neue Gefahren, wie Terrorangriffe aus der Luft, in Frage gestellt. Wenn dagegen keine ausreichende Vorsorge getroffen werde, verletze der Staat gegenüber dem Bürger seine Schutzpflicht.
Geeignete Endlager.
Seit Jahrzehnten verdienen die Konzerne mit Atomstrom Geld, doch ein Endlager für hoch radioaktiven Müll ist nicht in Sicht. Wird kein Endlager gefunden, steht die Atomwirtschaft grundsätzlich in Frage. Die schwarz-gelbe Regierung verspricht Sorgfalt bei der Endlagersuche. Doch der Bundesumweltminister setzt alles auf eine Karte, lässt nur in Gorleben suchen. Professor Olav Hohmeyer glaubt nicht, dass jemals ein sicheres Endlager gefunden wird. Die beiden deutschen Endlagerruinen Asse und Morsleben zeigten, dass Strahlenmüll über kurz oder lang immer Probleme bereite. Für die müsse dann die Allgemeinheit gerade stehen. Asse und Morsleben werden zurzeit mit Steuermilliarden saniert. Hohmeyer kritisiert, dass die Gewinne privatisiert, die Kosten aber sozialisiert werden. Die Energiekonzerne Vattenfall, EnBW, E.on und RWE drängen darauf, Gorleben endlich als Atommüllendlager frei zu geben. Jährlich fällt tonnenweise Atommüll an. Sie brauchen dringend ein Endlager, gerade in Hinblick auf die Laufzeitverlängerungen. Professor Gerd Lüttig war Vizepräsident der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe und des Niedersächsischen Landesamtes. Er hat im Auftrag der Bundesregierung zwischen 1972 und 1975 bundesweit 250 verschiedene Salzstöcke für die Lagerung atomarer Reststoffe untersucht. Gegen seinen Rat habe sich der damalige Ministerpräsident Ernst Albrecht (CDU) für Gorleben als Erkundungsort für ein Atom-Endlager entschieden. Der Kieler Geologe Ulrich Schneider, der Anfang der 80er Jahre bei Probebohrungen in Gorleben dabei war, hält bereits heute den Standort Gorleben für ungeeignet. Es gebe ein Sicherheitsrisiko: Über dem Salzstock fehle vielerorts eine Tonschicht, die das Salz vor dem Wasser einer eiszeitlichen Rinne schützt. So könne Radioaktivität in die Biosphäre gelangen. Immer weiter Atommüll zu produzieren, ohne ein gesichertes Endlager, das sei mit der Verfassung nicht zu vereinbaren, warnt der Professor für Verfassungsrecht, Joachim Wieland. Das würde das Schutzgebot des Grundrechts auf Leben und Gesundheit der Bürger verletzen.
Energiewende mit klimafreundlicher Atomkraft.
Die Regierung verspricht eine Energiewende. Allerdings soll Atomkraft eine Brücke bauen – zu Strom aus Sonne und Wind. Die Kernkraftwerke sollen so lange laufen, bis die erneuerbaren Energien zuverlässig den in Deutschland benötigten Strom erzeugen. Der ehemalige Atommanager und heutige Gegner der Atomenergienutzung, Klaus Traube, widerspricht dabei der These, Atomkraft sei klimafreundlich. Denn beim Bau von Kernkraftwerken, bei der Uranförderung sowie bei der Brennelemente-Herstellung werden große Mengen an CO2 ausgestoßen. Für Traube gehört die Zukunft den erneuerbaren Energien. Werner Frohwitter ist Sprecher der Firma Energiequelle, nach eigenen Angaben bundesweit der zweitgrößte Windpark-Hersteller. Das brandenburgische Unternehmen fürchtet um seine Zukunft. Schon heute werden immer wieder Windmühlen vom Stromnetz abgekoppelt, weil Atomstrom der alten Großkraftwerke die Netze verstopft.
Ausstieg aus dem Ausstieg?
Die Bundesregierung hat sich den Ausstieg aus dem Atomausstieg vorgenommen. Sie hofft auf zusätzliche Steuereinnahmen. Die Pläne stoßen in Wirtschaft, Wissenschaft und Politik auf massive Kritik: Die Regierung setze auf “Technik von gestern”, anstatt auf regenerative Energie. Doch kann die Regierung ihre Ziele durchsetzen – ohne Mehrheit im Bundesrat? Die Verlängerung der Laufzeiten bedeutet für Professor Olav Hohmeyer “einen völlig falschen Weg in der Entwicklung des Energiesystems”. Die Debatte um die Laufzeitverlängerung ist nach Ansicht Hohmeyers davon “getrieben, dass einige große Konzerne Kraftwerke besitzen, mit denen man quasi Geld drucken kann, wenn man eine längere Laufzeit bekommt”. Der ehemalige Atommanager und spätere Kritiker dieser Technik, Professor Klaus Traube, warnt: Wenn sich in Deutschland eine Katastrophe wie 1986 in Tschernobyl ereignen würde, wären hierzulande bis zu 20 Mal mehr Menschen direkt betroffen als damals in der Ukraine. Die Atomenergie hält er für nicht beherrschbar. Trotz aller Kritik hält die Bundesregierung am Atomkurs fest. Bei der Laufzeitverlängerungen will man die Bundesländer bei der Gesetzgebung übergehen, ihre Zustimmung wird für überflüssig gehalten, sofen es sich um eine “moderate” Laufzeitverlängerung handelt. Der Verfassungsrechtler Professor Joachim Wieland kritisiert scharf das Ansinnen der Bundesregierung, Laufzeiten zu verlängern. Angesichts eines immer noch fehlenden Endlagers und wachsender Terrorgefahr, hält er einen Weiterbetrieb der Reaktoren über die bisher festgelegten Restlaufzeiten für verfassungswidrig. Der Staat bürde seinen Bürgern damit zu hohe Risiken auf. Den Plan, eine Laufzeitverlängerung ohne Zustimmung des Bundesrates durchzusetzen, verurteilt er als “kalkulierten Verfassungsbruch”.


Der Ausstieg aus dem Ausstieg ist mein Ausstieg
Endlich wechsel ich von einem der großen Atom- und Kohle-Stromerzeuger zu einen unabhängigen Öko-Stromanbieter, der seinen Strom zu 100 % aus regenerativen Quellen bereit stellt. – Vielleicht spät, aber nicht zu spät: Ich will meine viel beschworene Verantwortlichkeit als Verbraucher in die Hand nehmen und meinen Beitrag zum Atomausstieg leisten. Gerade jetzt, wo die Politik versagt…
Also: JETZT WECHSELN!

Echte Öko-Strom-Anbieter:
EWS Schönau
Greenpeace-Energy
Lichtblick
Naturstrom
Weitere interessante Internetseiten:
Ökostrom-Vergleich.com
Atomausstieg selber machen
Die Anti-Kohle-Seite
20 Fakten über Atomkraft
Wikipedia: Atomausstieg

Sommerfüße

Montag, 5. Juli 2010

Mal wieder ein wenig spät kam mir der Gedanke, setzte ich einen endlich notwendigen Entschluss in die Tat um. Am 01.07. legte ich mir eine Körperwaage zu. Die, dabei eine Rolle spielenden, Zauberworte waren/sind: Dezidierte Gewichtskontrolle + Zielorientierte Gewichtsreduktion = Absolutes Idealgewicht. Quasi mit Traumkörper! – Und eine Körperwaage, inklusive Angabe von Fettanteil und Wasseranteil, ist dabei natürlich absolut notwendiges Utensil! Die Erkenntnis schlummerte schon eine ganze Weile in meinem Hirn, der Gedanke lag aber mehr brach, als dass er Befruchtung empfing. Letzte Woche kaufte ich mir dann doch noch so ein heißes Teil. – Kaum war ich mit meiner “Soehnle Body Control Signal F3″ zu Hause, nahm ich das Ding in Betrieb: Ich musste Angaben über meine Körpergröße, mein Alter und mein Geschlecht machen. Danach teilte mir die Waage mit, dass ich mindestens leichtes Übergewicht mit 23,6 % Fettanteil habe. – Naja gut, dachte ich mir: Der erste Schritt ist getan! Dann aber: Der erste Schritt(?)… im ungünstigsten aller Zeitpunkte! Endlich ist Sommer! Seit Tagen herrschen Temperaturen über 30 Grad. Genau, es ist Sommer. Jetzt ist Sommer! …und nicht vielleicht Winter… Wo ist meine Strandfigur, mein Sommer-Sonne-Body, der sich nicht nur sehen lässt, sondern nach dem die Mädels lechzen???
Egal, ich war auch schon als Kind mal fett! Und da war auch Sommer und ich war im Freibad schwimmen und schämte mich, und hätte am liebsten immer auch noch T-Shirt dazu getragen.
Dieses Jahr bin ich halt noch ein wenig das fette Kind von damals, nächstes Jahr wird alles besser. – Heute war ich zum ersten Mal in diesem Jahr in meinem Lieblings-Freibad, genoss die knapp 30 Grad Lufttemperatur, die 26,5 Grad Wassertemperatur, das Schwimmen (und die knackigen Mädels). Mit leichtem Sonnenbrand bin ich unbeschadet wieder raus gekommen:
Die Freibadsaison ist eröffnet!!!

Fruchtgummi-Leckerei

Samstag, 23. Januar 2010


Seitdem ich vegetarisch lebe, konnte ich meinen Heißhunger auf Gummibärchen und Co nicht mehr stillen. Denn Fruchtgummis sind, auch wenn es danach ausschaut, auf keinen Fall vegetarisch! In dem ganzen Zeug ist Gelatine. Und Gelatine ist vom Tier! – Heute Abend aber war ich noch bei meinem Supermarkt an der Ecke einkaufen und machte eine neue, sensationelle Entdeckung! “Seitenbacher Frucht-Hütchen“: Ohne künstliche Aromen, ohne künstliche Farbstoffe, ohne künstliche Zitronensäure, ohne Milchbestandteile, so gut wie fettfrei, ohne Gelatine, glutenfrei und zu 100% vegan! Dazu die besten Zutaten. – Unterschiedliche Geschmackssorten, wie zum Beispiel “Grapefruit Papageien” oder “Limetten-Schildkröten” lassen scheinbar keine Langeweile zu. Eine 100 Gramm – Packung kostet 1,49 Euro. – - Ich hatte gleich zwei Packungen gekauft und, während ich diesen Beitrag schrieb, beide leer gegessen. Puh, von den Kalorien hauen die aber trotzdem ganz schon rein… Jetzt werde ich noch eine Runde Joggen gehen. Zum Verdauen! Egal wie kalt es draußen ist!!! :-( Aber eigentlich: :-) – der Entdeckung wegen…

A(lkohol)A(bstinenz)

Sonntag, 27. Dezember 2009

(A)lkohol(Abstinenz)
Manche behaupten, Alkohol sei das Schmiermittel der Gesellschaft. Das kann gut möglich sein. Der erste Kuss, der erste Sex und vieles andere auch, kommen mit Zuhilfenahme von Alkohol zustande. Auch wenn das oft nicht als Zuhilfenahme verstanden wird, sondern eben als ein Faktor zum “Spaß haben”. Nicht nur das. Es gibt Studien, die belegen wollen, dass die Mehrheit der studierten Erfolgsmenschen in der Lehrzeit ausgiebig gesoffen hat. Der Erfolg der trinkfesten Spitzenverdiener liege wohl darin begründet, das auf Studentenpartys aufgrund des Alkohols viel offener mit Menschen umgegangen werde und das Gehirn dadurch Strukturen sozialer Kompetenz erlange, die der Kariere zum Vorteil gereichen. Man muss kein Alkoholiker sein, um zu wissen, dass Alkohol ein fester Bestandteil unserer Alltagskultur ist. – Weil der Alkohol also in kleinen Mengen das Leben versüßen kann, vielleicht sogar bessern, warum sollte man ihn dann verteufeln? Was kann man dafür, wenn Jugendliche in Krankenhäuser eingeliefert werden, weil sie sich ins Koma gesoffen haben. Was kann man dafür, dass betrunkene Autofahrer nicht nur sich selbst um den Baum wickeln, sondern gleich noch andere mitnehmen. Was kann man dafür, dass Gewalt mit Hilfe von Alkohol viel leichter entsteht? Was kann man dafür, solange man selber mit Alkohol umgehen kann? Jeder ist Frei und kann die Art und Weise bestimmen, wie er welche Genussmittel konsumiert. Die Frage ist dann doch immer die, warum jemand auf Alkohol verzichtet. Man wird verdächtig, denn niemand sollte im Ernst freiwillig auf das Schmiermittel, auf den Spaß, auf die Süße des Lebens verzichten. Wer abstinent oder streng gemäßigt lebt, wird automatisch ausgegrenzt und als ein Sonderling betrachtet. Wenn man auf Alles verzichtet, was hat man da noch im Leben? Abgesehen davon ist mäßiger Alkoholkonsum gesund! – Das hartnäckige Gerücht der gesundheitsfördernden Wirkung des berühmt gewordenen täglichen Glases Rotwein ist bereits hinreichend widerlegt. Nur die enthaltenen Pflanzenstoffe rufen den positiven Effekt hervor und nicht der Rotwein oder sein Alkohol. Demnach ist der Verzehr von Weintrauben nicht nur gleich gut, sondern wahrscheinlich weit aus besser. Gesund ist Alkohol beileibe nicht, er kann aber sehr schnell gesundheitsschädigend werden. Und was gerade die Süße des Lebens betrifft, kann es nicht sein, das durch den Verzicht vielleicht andere weit aus wertvollere Farbnuancen in das Leben treten können?
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Ich für meinen Teil habe in der Vergangenheit viel Spaß gehabt, auf Partys, auf denen exzessiv gesoffen wurde und ich mich dort auch selber bis zum abwinken abgeschossen habe. Aber nach dem Spaß kam bei mir immer das Leiden, das Kotzen, der Kater, das Bereuen, soviel getrunken zu haben. In solchen Momenten habe ich mir mehr als einmal gesagt: Nie wieder! Mäßiges Trinken wiederum wird bei mir zum immer öfter zelebrierten “Feierabendsbier”, welches mich einfach nur träge macht. Ich bin irgendwie ein Ganz-Oder-Gar-Nicht-Typ. Das hat vielleicht auch was mit Schwäche zu tun, weil Abstinenz wohl leichter ist, als echte Mäßigung. Gerade deshalb hatte ich am 26.12.08 beschlossen, ein Jahr lang kein Alkohol zu trinken. Ein Probelauf so gesehen, der aufgrund des Drängens der Beteiligten am Männertag einige Monate später aufgegeben wurde. Ja, und dann war ich wieder drin, zumindest mit meinen Feierabendbieren. Irgendwie gefällt mir das aber einfach nicht. Und so läute ich nun den zweiten Probelauf ein. (Wohl wissend vollzog ich in der Weihnachtszeit noch ein ordentliches Abschlussszenario mit öfter mal einige kleine Gläser Wodka am Tag und hier und da mal einige Flaschen Bier.) Jetzt ist es aber soweit! Ich habe gestern Abend, 26.12.09, für ein Jahr lang, die letzte Flasche Bier geöffnet, den letzten Schluck Alkohol getrunken. Da können noch so viele Männertage kommen! – Zum Wohle!

Fleischlos Leben

Sonntag, 20. Dezember 2009

Stop Eating Animals !!!
Auch wenn es etwas mehr als 30 Jahre gedauert hat, aber seit dem 08.08.09, also seit mehreren Monaten schon, lebe ich vegetarisch! Vor allem bin ich Vegetarier, weil ich es für richtig halte. „Für richtig“ könnte ich ausschweifend mit Umweltschutz und mit Ethik, mit der Ehrfurcht vor dem Leben und sonst mit irgendetwas begründen. Aber ich denke, es ist eine Anlage von mir, ich fühle mich mit dem Verzicht auf Fleisch (und Fisch) einfach besser. Das Rationale ist dabei beiseite gelegt.
Mittlerweile bin ich, den Rechtfertigungsversuchen wegen, die mir abgefordert wurden, halbwegs informiert und davon überzeugt, dass bei einer ausgewogenen (vegetarischen) Lebensweise keine schwerwiegenden gesundheitlichen Nachteile entstehen. Ein Vegetarier lebt jedenfalls gesünder als der bundesdeutsche Durchschnitt.
Die Idee ohne Fleisch leben zu wollen, beschäftigte mich schon als kleinen Jungen. Die Umsetzung hatte ich immer wieder verworfen. Weil aber mein rauchfreies Leben ein Jahr nach X alt wurde, überlegte ich mir im Vorfeld, wie ich noch weiter über mich hinausgehen kann. Frei nach Slotderdijk, vom letzten Gipfelstürmen, welches längst Basislager geworden ist, zu höheren Ebenen streben und nicht verweilen! Nach dem erfolgreichen Besiegen der Nikotinsucht musste ein weiteres grundlegendes Leben veränderndes Element Einzug halten.
Die Prämisse ist jetzt die: Ich esse alles vom lebenden Tier (Eier, Käse) und nichts vom toten Tier. Ich habe mir eine Probephase von einem Jahr auferlegt. Aber jetzt kann ich schon sagen, dass ich paradoxerweise abwechslungsreicher esse und ich mich mit dem Verzicht wirklich gut fühle. Es ist natürlich wie mit den Zigaretten. Wenn sich jemand eine Currywurst mit Pommes holt, dann hätt ich im ersten Moment auch sehr gerne Currywurst, aber vegetarischer Kartoffelsalat mit Pommes geht doch auch!
Das Gute am Rande: Wenn mich in der Zukunft wieder irgendwelche Geldeintreiber von AktionTier in der Fußgängerpassage ansprechen, dann werde ich im Vorbeilaufen sagen können: “Ich bin Vegetarier, – mehr kann man doch wirklich nicht für den Tierschutz tun!” Das gleiche gilt für alle Umweltschutzverbände!

Video auf YouTube.de

Wankelmut und Tennisarm (Arbeitstitel), Vers 0.4

Montag, 14. Dezember 2009

Anflug des Stöckchens
Mir schoss das Blut in den Kopf. Die Atmung war auf einmal schwer. Denn aus der Blogsphäre, einem Paralleluniversum, einem weit verzweigten und unendlich großen Raum, flog kometenhaft ein Stöckchen in den winzigen Winkel meiner Welt! Mitten hinein in meine bescheidene Höhle. Plumps hat es gemacht! Dann lag es da! Aufgrund dieser unvorhergesehenen Plötzlichkeit wechselte ich von meiner metaphysischen Position der mentalen Hocke in die Schockstarre. Aber nur für kurze Zeit, weil mir der, beim Aufprall vom Boden, aufgewirbelte Sand einen ordentlichen Trockenhusten bescherte. – Jetzt liegt das Stöckchen in meiner Höhle und ich muss zusehen, was ich daraus mache. Nicht nach Sternen greifen, aber von Sternen lesen, ist eines Eremiten würdiges Tun. Und der Stern, das Stöckchen quasi, fiel mir vor die Füße. Mit Fragen, die meine Stellung im Kosmos ausloten wollen. Die Antworten, ob meiner Weisheit, liegen auf der Hand! Die Röte in meinem Gesicht ist gewichen und meine Atmung ist wieder ruhig geworden.

Nachfolgend die Fragen, die das Stöckchen an mich stellte, als wir gesellig beieinander saßen, Lieder sangen und Würstchen grillten (inklusive meinen Antworten):

1. Warum bloggst Du?
Ähm… Ja, also… weil, naja, weil ich ähm… weil ich, weil ich…, weil… ähm… ich, – ach is egal, weiß nich!
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2. Warum lesen Deine Leser Deinen Blog?
Ähm… Ja, also… weil, naja, weil die ähm… weil die, weil die…, weil… ähm… die, – ach is egal, weiß nich!
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3. Welches war die letzte Suchanfrage über die jemand auf Deine Seite kam?
Das weiß ich ganz genau! Die Suchanfrage vom 05.12.09 um 18:00 Uhr!
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4. Welcher Deiner Blogeinträge bekam zu Unrecht zu wenig Aufmerksamkeit?
Die welche wo noch nich geschrieben sind! (Sonst vielleicht Der Hier, ganz bestimmt Dieser Da.)
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5. Dein aktuelles Lieblingsblog?
Hab keines. Alles Eitel und Haschen nach Wind! (Abgesehen von Ausnahmen!)
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6. Welches Blog hast Du zuletzt gelesen?
Dieses zwischen den Zeilen!
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7. Wie viele Feeds hast Du abonniert?
Genau zwei! Für die Hocke ganz gut. Nicht zu viel und nicht zu wenig!
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8. An welche fünf Blogs wirfst Du das Stöckchen weiter und warum?
An Kai Diekmann, um seine Frisur zu treffen. An Blogpuppe, weil ich ihre Berliner Schnauze klasse finde. An Liz, der schönen Antworten wegen. An Kolumnistenschwein, um ihm die selige Ruhe des Winterschlafs zu vermiesen. Und Last But Not Least an Ver Sacrum, weil ich schon so manch ein Ratespiel mit ihr hatte und weil ich die Hoffnung hege, dass wenigstens eine Person auf mein Stöckchen einige Antworten weiß.

So, das wars!

Weihnachten wird rausgeholt, ausgepackt und aufgebaut!

Sonntag, 15. November 2009

Aufbau des Weihnachtsmarkt Kudamm Berlin
Das bekannte Phänomen ist wieder zu Tage getreten. Man wundert sich nicht mehr. Jedes Jahr aufs Neue wiederholt ein Jeder die eigene Feststellung mit irgendeiner Randbemerkung, dass Lebkuchen, Adventskalender und Weihnachtsschmuck bereits im Oktober zu kaufen sind. Von Weihnachtsstimmung keine Spur – dass wäre irgendwie albern. Man ist gerade mitten im Herbst. Von Winter, Schnee und Weihnachten – die typische Assoziationskette – ist noch nicht richtig zu denken. Bei Kindern wird die Vorfreude geweckt – sie vergessen jedoch auch schnell wieder und sind in ihrem eigenen Trott. Wir dagegen fragen uns, um wie viel früher der Weihnachtsverkauf denn jetzt schon wieder anläuft? Das stimmt doch ganz und gar von vorne nicht. So denken wir. – Zu November schmücken die Geschäfte ihre Schaufenster weihnachtlich aus und die ersten Weihnachtsfilme kommen in die Kinos. Allmählich denkt man schließlich darüber nach, wen man vielleicht mit was beschenken will, wie man die Weihnachtstage verbringen wird und zu welchen Weihnachtsfeiern man geht. – Noch gut eine Woche, dann öffnen auch die Weihnachtsmärkte der Stadt. Ein Indikator dafür, dass es nun richtig losgeht. Noch wird fleißig aufgebaut, gezimmert und gehämmert – und Lichterketten werden durch die Straßenzüge gespannt. Dann wird auf einmal aus Langsam Schnell, viele private Fenster erleuchten schließlich auch, und Weihnachten ist auf seinen letzten Etappen angekommen. Schon auf vier, drei… zwei Sprüngen da. Und im besten Fall kommt auch ein Weihnachtsgefühl, eine Stimmung aus alten Kindertagen, in uns hoch, dass uns das ganze Gewese versüßt… Im Schlimmsten ohne Schnee und mit geschäftsoffenen Adventssonntagen. Nach Weihnachten ist das dann Schnee von gestern. Aber das ist eine andere Geschichte…

Bücher dieser Welt, vereinigt euch!

Dienstag, 27. Oktober 2009

Buechervereinigung
Bücher dieser Welt, vereinigt euch! Längst vorbei die Zeit des Bildungsbürgertums, in der es zum Bestandteil eines “Must-Have” gehörte, wenn schon keine private Bibliothek, dann doch wenigstens eine Lexikonreihe sein eigen nennen zu dürfen. An das Internet war nur von wenigen zu denken, als dieser Umstand schon als angestaubte Attitüde aus der Mode kam. Und in Zeiten des Internets und der Digitalisierung muss man schon gute Gründe finden, warum man sich überhaupt noch eine Lexikon-Reihe in das vielleicht schon aus heimischen Wohnzimmergefilden abgegangene Bücherregal stellen soll. Auch bei den anderen Büchern bröckelt der Glanz. Das kapitalistisch geprägte Marktverhalten und der Glaube an die unendliche Reproduzierbarkeit von Inhalten schafft die Wegwerfgesellschaft. Bücher sind so billig, wie noch nie. Also-, warum sollte ich einen ausgelesenen Paperback-Roman, der mich drei bis fünf Euro gekostet hat, nicht in den Müll werfen? Es ist heutzutage wohl keine Schande, Bücher schlecht zu behandeln. – Heinrich Heine glaubte noch, „dort wo man Bücher verbrennt, verbrennt man auch am Ende Menschen.” – Gilt das über den Bogen gespannt ebenso für das Wegwerfen? Ich finde schon, dass man damit die kulturelle Bedeutsamkeit des Buches mit Füßen tritt, ein wenig mehr Respekt und Achtung wäre angebracht, der Idee des Buches wegen… auch heute noch. – Ich träume ein wenig von einer neuen Kulturrevolution des Buches! Überall kleine dezentrale Bibliotheken und Leseecken. Beim Bäcker, beim Frisör, auf offener Straße… Bücherware, die beständig in Bewegung ist. Ein Kreislauf des Buches. – Und der Gnadenhof, das Archiv, die Erinnerung, letztlich der Bestatter, wird und bleibt die staatliche Bibliothek. Also: Bücher gehören nicht in den Müll, sondern in die Bibliothek!