
Diese zwei Typen trotzen der Kälte in Schachpartielänge!
Heute schlenderte ich mal wieder in der Westberliner City herum. An einem Cafe gegenüber des Bahnhofes Zoo traute ich meinen Augen nicht. Unglaublich! So etwas habe ich bisher fast ausschließlich in gefühlten vier Filmen gesehen, sonst wohl kaum. Mitten in der Stadt, im Freien, in der frischen Luft spielte Jung gegen Alt ein Brettspiel: Schach! –
Brettspiele kommen in der kalten Jahreszeit immer wieder in Mode, und finden dann vor allem in geheizten Wohnzimmern ihre Anwendung. Wenn ich in der kalten Jahreszeit an Schach denke, dann ist das immer mit meiner Vorstellung von einem gemütlichen Sonntag verknüpft. Dieser Sonntag beginnt in der Frühe, wenn die Sonne gerade hervor kommt, die geheizte Wohnung nach frisch gekochten Kaffee duftet und man dann ein ausgedehntes Frühstück zu Zweit mit einem Schachspiel kombiniert. Dazu das Gedudel des Radios als angenehmes Hintergrundrauschen. Und zwischendrin das Blättern in Zeitungen und das Austauschen von Neuigkeiten. – Frühstücken, Schach spielen und über tausend Dinge reden: Wer sich auf ein Frühstück einladen lässt und Zeit für eine Partie Schach hat, der ist gerade jetzt sonntäglich willkommen!
Archiv für die Kategorie „Berlin & Co“
Schach Matt in den Straßen von Berlin
Donnerstag, 19. November 2009Der Tag des Wiedersehens
Montag, 9. November 2009
Die Berliner Mauer „fiel“ in der Nacht von Donnerstag, dem 9. November, auf Freitag, den 10. November 1989, nach über 28 Jahren ihrer Existenz. Als zehnjähriger Knirps sah ich den Geschehnissen mit Staunen zu, ohne aber einen rechten Begriff davon zu haben. – Am Abend des 09. November stand ich mit meinen Eltern und hunderten anderer Westberliner an einem Grenzübergang in Spandau, und wir alle begrüßten feiernd die einströmenden DDR-Bürger. Wildfremde Menschen umarmten sich dort und küssten sich und weinten. Man jubelte dort und feierte freudevoll. Sektkorken knallten, Musik erschallte und Menschen tanzten. – Nach diesem Tag sind mir vor allem flüchtige Eindrücke in Erinnerung geblieben. Ich kann mich noch an die vielen stinkenden Trabbis erinnern, die es im Westteil plötzlich gab. Die fremden Gerüche von der anderen Seite. Das Begrüßungsgeld und die langen Menschenschlangen vor den Banken. An das Umtauschen der harten Währung in Aluminium-Geld und an riesige Trödelmärkte. – Nach dem Spalierstehen am Grenzübergang ist einzig noch eine andere Erinnerung zum “Fall der Mauer” für mich mehr als reine Wahrnehmung. Ich habe meinen Anteil an dem physischen Fall der Mauer als Mauerspecht gehabt: Mit meinen damalig besten Freunden Marko und Patrice machte ich mich einige Wochen bzw. wenige Monate später in Richtung Reichstag auf. An der Berliner Mauer, zwischen Reichstag und Brandenburger Tor, holten wir unsere Hämmer und Meißel hervor und schlugen aus der bunt bemalten Mauer große Stücke Stein heraus. Viele Andere taten uns gleich. Fernsehteams liefen umher, Fotografen machten Fotos und Polizisten liefen die weltkulturelle Narbe, die jetzt zur Schweißnaht erbrannte, entlang. Beiderseits sah man das staatliche Beobachten über die eifrige Vernichtung der Mauer. Man konnte bereits durch kleine Löcher in der Mauer die lange abgetrennte, gegenüberliegende Welt erblicken. Die farbigen Mauerstücke, die ich ausgeschlagen hatte, verkaufte ich gleich an einen der vielen Schaulustigen, und schlug dann weiter auf die Mauer ein. Marko und Patrice machten es ebenso. Ich hatte viel Geld gemacht, auch weil ich ein besonders schönes und großes Stück an einen Mann verkaufen konnte, der mir für meine angebotene Ware freimütig weitaus mehr Geld gab, als ich verlangte. An diesem Tag kamen einige Hundert Mark zusammen. Marko, der die Aktion zum Laufen gebracht hatte, sammelte das gesamte Geld ein und überwies es, wie abgesprochen, an Greenpeace. (Soviel Geld hatte ich vorher nicht in meinen Händen gehalten und hätte es wohl auch gerne behalten. Ich war aber froh, dass ich ohne Murren mein Geld in den Spendentopf einwarf.) – Das waren nun einige Eindrücke, meine Erinnerungen zum Fall der Mauer…
P.S.: Alle die sich die Mauer wieder zurück wünschen, können nur verblödete Trottel sein.
(Für mich als West-Berliner ist meine Stadt durch den Fall der Mauer und die Wiedervereinigung viel interessanter und viel bunter geworden.)
Das Neue Museum – Tag der offenen Tür
Samstag, 17. Oktober 2009
Ein kleines Video von der Warteschlange vor dem Neuen Museum.
Am 16.10.09 wurde das Neue Museum nach dem über 70 Jahre dauernden Dornröschenschlaf wiedereröffnet. Damit sind zum ersten Mal seit 1939 alle fünf Häuser der Museumsinsel für Besucher zugänglich. Ein historisches Ereignis für ganz Europa!
Und am heutigen Tage, am 17.10.09, zum Tag der offenen Tür, machte ich in diesem Jahr meinen fünften Besuch im fünften Haus. –
Ich bin gegen 10.00 Uhr an der Museumsinsel angekommen, reihte mich in die lange Warteschlange ein und musste mich 2,5 Stunden gedulden, bis ich endlich in das Haus konnte. Es war überwältigend, die gestalterische Umsetzung, die Architektur des Hauses, ist einfach grandios. Ich hastete von einem Raum zum anderen, von einem Stockwerk zum anderen, und konnte es nicht lassen, wie im Wahn Bilder mit meiner Kamera zu machen. Als ich nach etwa zwei Stunden durch das ganze Haus gelaufen bin, überlegte ich, ob ich eine zweite Tour ansetzen soll, um mir auch mal die Ausstellungsstücke in Ruhe anzuschauen, ließ es aber, weil ich doch schon ziemlich k.o. war. – Morgen reihe ich mich noch mal in die Warteschlange ein… Jetzt lasse ich einfach meine Bilder sprechen:














Weitere Bilder von mir zum Tag der offenen Tür des Neuen Museums auf FLICKR!
Ich bin ein Berliner…
Freitag, 16. Oktober 2009
…und bleib dit och, wehrter Herr Eyjipter. Da kannste volle Lotte rumposaunen, dit juckt ma janz und janich!
Gez.: Nofretete
Siehe hierzu: Nofretete | Büste der Nofretete | Neues Museum.
FMS “Viktoria”: Mit dem Hauptmann von Köpenick flußwärts durch den historischen Stadtkern von Berlin
Montag, 5. Oktober 2009
Video auf YouTube.de
05.10.09: Heute war ich zu Fuß am Alexanderplatz und Unter den Linden unterwegs. Ich war hier und da und überall. Im Sealife und im AquaDom war ich. Das Innenleben der St. Marienkirche habe ich mir angeguckt (und habe am Ende einen kleinen Obulus in die Spendenbüchse getan). Auf dem Fernsehturm wollte ich, ich ließ es aber wegen der langen Schlange an Besuchern doch noch sein. Ich war wirklich hier und da und überall, nah dran und auch mal mittendrin. Zwischendurch holte ich mir ein Baguette und später noch eine Portion Pommes und schlenderte einige Male hin und her. In der Nähe der temporären Kunsthalle war ich und zuletzt spielte ich mit dem Gedanken, mir eine Jahreskarte für die an dieser Ecke so zahlreich vorhandenen Niederlassungen der Staatlichen Museen zu Berlin zu kaufen. Man kann eine Menge sehen und bestaunen, eine Auflistung wäre eine gefühlte Endlosigkeit lang. – Heute war ein wunderbar milder, sonniger Herbsttag und die Luft war frisch und ließ erahnen, dass es allmählich kälter wird. Jedenfalls, ich schlenderte gegen 14 Uhr auf der Liebknechtbrücke entlang und hatte mit der Abwägung zum Kauf der Jahreskarte zu tun, als ich die vielen kleinen Touristendampfer auf der Spree auf und ab schwimmen sah, und mir gleich klar war, dass der Tag einfach zu schön ist, um diesen in einem Gebäude zu verbringen. Ich suchte mir an den möglichen Anlegestellen in der Gegend, diese an der Friedrichsbrücke direkt gegenüber dem Berliner Dom aus, weil mir das dort vertaute Schiffchen einfach am besten gefiel. Klein, schön, offen und beschaulich: Die FMS Viktoria!

Um 14.30 Uhr startete die einstündige Fahrt. Sieben Euro musste ich für die Fahrkarte bezahlen. Ich setzte mich auf das oberste Deck nach ganz hinten rechts und wartete auf Abfahrt. Nachdem sich das Schiffchen allmählich mit Fahrgästen gefüllt hatte und der Termin zur Abfahrt näher rückte, trat ein in alter preußischer Uniform gekleideter Herr auf das Schiff und begrüßte nach Berliner Schnauze die Fahrgäste: “Juten Tach die Dame, der Herr, willkommen uff de Viktoria!” Von jedem Fahrgast verlangte er zu erfahren, aus welcher Stadt oder welchen Ort man komme und schrieb die Angaben auf ein Notizblock. Die ganze Fahrt über hielt unser Bootsführer, seines Zeichens Hauptmann von Köpenick, einen Vortrag über alles was man über das Spreeufer hinaus erblicken konnte, in einer derart gekonnten Art, das jeglicher Applaus und nachträgliches Trinkgeld gerechtfertigt waren. Der Herr verkörperte eine Mischung aus Fremdenführer und preußischer Offizier, so gut umgesetzt, dass seine Darbietung schon als Kleinkunst bezeichnet werden muss.

Zunächst fuhr die Viktoria unter der Liebknechtbrücke hindurch, folgte dem Flusslauf bis zum Nikolaiviertel, wendete schließlich aber und fuhr in die andere Richtung weiter. Die Tour führte an der Museumsinsel vorbei, wo man so einiges über große Architekten hörte und zur Geschichte ebendieser Insel, vorbei am Regierungsviertel und dem Theater-Viertel am Schiffbauerdamm. Zwischendrin der Hauptbahnhof und die “Schwangere Auster“. Bis man angekommen in Höhe des Tiergartens die Bundespräsidenten-Residenz und die Siegessäule erblicken konnte. Anschließend wendete das Schiff und fuhr gemächlich zur Anlegestelle zurück. Das Besondere an dieser Fahrt war der Hauptmann, historische Angaben wurden wie alle anderen trockenen Fakten durch die lockere, ruppige, ehrliche aber auch liebevolle Berliner Art rüber gebracht, so dass es nie langweilig wurde. Die Herkunftsangaben der Fahrgäste baute der Hauptmann in seinen Berichten soweit ein, dass man sich auch irgendwie persönlich angesprochen fühlte. Und natürlich ließ er keineswegs Kuriositäten aus, die es auf dieser Tour zu erzählen gibt, immer ironisch und ohne jemals zynisch zu werden. Einfach ein To-Do! Diesen Kerl muss man erlebt haben! – Zum Vergleich: Andere Touristenschiffe und Wassertaxis berieselten die Fahrgäste mit Musik oder hatten “Audio-Guides” mittels Tonbandaufzeichnung im Angebot… Dem Hauptmann und seiner Darbietung, diesem Typen ist mein ganzer Bericht gewidmet! Klasse, weiter so und auf Wiedersehen!
Video auf YouTube.de
City-Nacht 09
Freitag, 14. August 2009
Am 01.08.2009 war es endlich so weit. Meine erste größere Laufveranstaltung sollte endlich sein – die Berliner City-Nacht. Mehr als 60 Mal zuvor bin ich in diesem Jahr alleine meine eigene 10km-Strecke gejoggt, und habe immer 1 Stunde 10 Minuten gebraucht. Mehr war nicht drin, vor allem wegen meinen Wehwehchen, die ich mit mir rum schleppe. Zuletzt waren es die Knieschmerzen, die ich einen Monat vor dem Lauf in der Reha halbwegs wegkurieren lies. Die letzten Läufe vor dem großen Start verliefen dann beinah Schmerzfrei und ohne Leistungseinbuße. Am Tag der City-Nacht endlich, am Morgen bin ich mit einer verhärteten Wade aufgewacht und dachte schon daran, nicht an den Start zu gehen. Ich verfluchte mein Unglück, behandelte die rechte Wade mit Massagen und mit einer Wärmesalbe und machte mich gegen 18.00 Uhr auf den Weg Richtung Kudamm.
• Streckenverlauf 2009:

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Kurz vor zwanzig Uhr reihte ich mich in den Rattenschwanz vor dem Startportal ein. An der Seite standen meine Bekannten und unterstützten mich. Die rechte Wade machte mir Kummer. Um 20:30 Uhr fiel der Startschuss und die vorderen Reihen liefen los. Allmählich rückte alles nach und wurde schneller. Ich wurde durch die laufende Menge mitgezogen und lief schon gleich nach dem Start sehr schnell. Ich dachte immer weniger an die Wade und schließlich mehr daran, wie einfach mir das Laufen fiel. Ab dem dritten Kilometer war ich schon sehr ins Schwitzen gekommen, ich wollte mein Tempo zügeln und langsamer laufen. Alle Läufer atmeten allmählich schwerer, und man musste kämpfen, ein wenig Sauerstoff abzubekommen. Darüber hinaus war es eh sehr warm an diesem Tag, ein wenig zu warm zum Laufen. Es lief trotzdem alles klasse! Ab dem fünften Kilometer merkte ich zwar meine Knie, ich war aber so euphorisiert, dass mir kein Schmerz die Lust nehmen konnte. Ich genoss es, durch die an dem Rand jubelnden Schaulustigen angetrieben zu werden – ab und an stand auch mal eine Musikband und heizte mit rhythmischen Klängen ein. Ab dem siebten Kilometer wurde ich aber deutlich langsamer und hatte mit mir zu kämpfen. Ich hatte viel Feuchtigkeit verloren und griff an den letzten zwei Getränkeständen jeweils einen Plastikbecher mit Wasser. Ein zwei Schlücke, den Mund ausspülen, den Rest über den Kopf, Plastikbecher achtlos zu den anderen Hunderten auf den Boden werfen. – Es war bereits dunkel, als ich die Gedächtniskirche am Ende der Strecke erblickte. Die letzten Streckenmeter vor dem Ziel waren wie eine Art “roter Teppich” ausgeleuchtet und ich lief nach unter eine Stunde umjubelt, erschöpft und überglücklich ein.
Nächstes Jahr auf jeden Fall wieder!
P.S.: Vielen Dank an Janine, Marc und Melissa für die Unterstützung!
18. City-Nacht Ergebnisse:
Name: Augstein, Andreas Wolfgang. Startnummer: 3051. Platz: 3318. Altersklasse: M30. Altersklassen-Platz: 378. Netto: 00:56:50. Brutto: 00:59:11.
Zootourgraphie
Montag, 15. Juni 2009



Mehr Zootourgraphie-Bilder von AWA, hier klicken!!!
(P.S.: Meine Inspirationsquelle “happyschnitzel“…)
City-Nacht für Läufer
Sonntag, 31. Mai 2009
18. Vattenfall City Nacht am 1. August 2009
Es ist diese ganz spezielle Atmosphäre der Vattenfall City-Nacht Berlin, die immer wieder weit über 8.000 Läufer und Inline-Skater an die Startlinie an der Kaiser-Wilhelm-Gedächtnis-Kirche lockt. Die Strecke ist flach und schnell. Das jubelnde Publikum und die Trommeln tun ihr übriges. Hier sind schon ganz viele persönliche Bestzeiten über die 10-Kilometer gefallen. Ein Euro des Teilnehmerbetrages geht wie im Vorjahr an die Spendenaktion „Rettet den Turm“ zum Erhalt der Kaiser-Wilhelm-Gedächtnis-Kirche. Titelsponsor Vattenfall verdoppelt diesen Betrag und schenkt allen Teilnehmern das offizielle Event-Funktions-Shirt.
• Veranstalter:
Vattenfall & Sport-Club Charlottenburg e.V.
• Anmeldung:
Die Anmeldung ist möglich bis zum 17.07.2009, sofern das Teilnehmerlimit nicht vorher erreicht ist.
• Homepage:
www.berliner-citynacht.de
• Streckenverlauf 2009:

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• CityNacht 08 -Video:
(c) steffifrank123
P.S.: Dieses kleine Video habe ich auf YouTube entdeckt. Die Angebote sind sehr spärlich und ich glaube, dieses Video ist das Beste von den im Internet frei verfügbaren…