Archiv für die Kategorie „Anekdoten“

Winterliche Begegnung der dunklen Art

Sonntag, 3. Januar 2010

Collage: Ich beim nächtlichen Joggen im Winter
Das Jahr ist drei Tage alt. Der Schnee liegt an einigen Stellen weit über Knöcheltiefe. Es ist kalt. Man könnte auf bessere Zeiten warten, aber der Winterspeck nervt und muss runter! Es hilft nicht, ich muss joggen, egal wie verschneit Berlin zurzeit ist. Heute Abend war ich das erste Mal 2010! Es lief erstaunlich gut. Der Schnee ist nicht schmierig oder glatt. Eisglatte Stellen sind gut ausgestreut und stellen keine echte Gefahr dar. Es macht Spaß, wenn man denn ordentlich gekleidet ist. – Und weil ich nicht erst seit heute so ein harter Hund bin, sondern schon in der Vergangenheit bei weitaus tieferen Minusgraden joggen war, kam die Erinnerung an eine Begebenheit in mir hoch, die ich vielleicht im Winter 2008/2009 erlebt hatte und heute mal erzählen will. Damals war es so kalt, dass ich über einen Kapuzenpullover noch eine Trainingsjacke darüber an hatte. Auf dem Kopf waren eine in das Gesicht gezogene Skimaske, darüber eine Wollmütze und dann noch die Kapuze des Pullovers. Die Hände wurden durch Wollhandschuhe gewärmt. Ich war gut eingepackt und joggte, wie so oft, spät in der Nacht meine Runde durch Nordberliner Straßen. In einer Einfamilienhaussiedlung joggte ich eine Anhöhe hoch. Es war dunkel, der Gehweg war spärlich ausgeleuchtet. Da kam mir dann, auf gleicher Gehwegseite, von oben ein älterer Mann entgegen, der seinen Hund, wohl noch vor dem ins Bettgehen, das letzte Mal ausführte und den ich wohlweißlich vorher noch nie gesehen hatte. Der Gang des Herrn stockte kurz, als er mich wahr nahm und die Leine wurde angezogen. Er sah einen schnaufenden, vermummten 100kg-Koloss von etwa 190cm Größe zügig auf sich zulaufen. Wieder stockte sein Gang und das Herz sank in die Hose. Noch bevor ich nah an dem Mann dran war, entsprang ihm still Stehenderweise ein unterwürfiges: “Guten Abend!” – Ein Satz, der mit der Hoffnung verknüpft war, sich damit retten zu können.

Gebranntes Kind

Samstag, 21. November 2009

Melancholisches Herbst-Winter-Gefühl Vorschaubild öffnen
Ich liebe meinen Stadtbezirk, weil ich dort meine Einsamkeit verleben kann. Stille regiert in meinem Stadtbezirk, wie in einem kleinen Dorf am Rande der Zivilisation, gemütliche Stille. Man kennt sich – man kennt mich… – Oberflächlich genug, Tiefe finde ich in meinen vier Wänden.
Die Wogen der Wellen – Aufgeregtheiten und das Glitzern der Stadt lese ich aus der Zeitung. Trubel und Lärm dringen nicht bis an meine Ohren. Ich liebe meinen Stadtbezirk… Er ist meine Oase der Stille.
Manchmal liebe ich den Zoologischen Garten – dann treibt es mich zu ihm. Ich besuche ihn am liebsten in einer kalten nieselregnerischen Nacht. Dumpf spiegeln sich dann die Lichter auf die regenbenässten Plätze. Ein Gefühl von Aufgeregtheit und Glitzern macht sich in mir breit und mischt sich mit meiner Melancholie. Den Rahmen am Ende der Weite bilden die einnehmenden Hausfassaden mit ihren kulturellen Leuchtreklamen. Ich bin der Star und der Beobachter zugleich. Ich liebe diese Oberflächlichkeiten, und ich liebe es, in den Wogen aus zielstrebigen Menschenmassen zu treiben, ziellos zu treiben. Gestylte Gruppen sind auf dem Weg nach Irgendwo, ein Irgendwo mit Lachen und Spaß haben – sie treiben gedankenlos vergnügt an mir vorbei. Auf dem Breitscheidplatz spricht mich der Dealer an, um mir Gras anzubieten. Mit einer ablehnenden Handbewegung laufe ich an ihm vorbei. Wenn nichts dazwischen kommt, dann spricht mich keiner mehr an diesem Abend an. Ich trinke noch einen Kaffee und beobachte das an mir vorbei flanierende Volk. Es gibt viel zu sehen, den Musiker am U-Bahn-Gleis, der für seine Darbietungen auf Kleingeld hofft. Die Obdachlosen, die ihr Billig-Bier konsumieren und Hunde streicheln. Rumänische Frauen die Passanten anbetteln und am Weitergehen hindern. Den Beate-Uhse-Store, Mc-Donalds, Kino, Schaufensterscheiben von Mode-Boutiquen, Kunst- und Bücherläden – und überall verstreute Gedenktafeln. Mittendrin immer wieder modisch und schick gekleidete Menschen auf 200km/h. Nach wenigen Stunden begebe ich mich zurück, zurück nach Hause. In der U-Bahn sitze ich mit dem Gefühl, genug gesehen zu haben – ob ich mal Erleben will, weiß ich nicht. Ich liebe Spaziergänge in der Nacht – Ich liebe den Zoologischen Garten – Vorallem aber meinen Stadtbezirk.

Der Tag des Wiedersehens

Montag, 9. November 2009

Berliner Mauer und Brandenburger Tor (Bildquelle: Wikipedia)
Die Berliner Mauer „fiel“ in der Nacht von Donnerstag, dem 9. November, auf Freitag, den 10. November 1989, nach über 28 Jahren ihrer Existenz. Als zehnjähriger Knirps sah ich den Geschehnissen mit Staunen zu, ohne aber einen rechten Begriff davon zu haben. – Am Abend des 09. November stand ich mit meinen Eltern und hunderten anderer Westberliner an einem Grenzübergang in Spandau, und wir alle begrüßten feiernd die einströmenden DDR-Bürger. Wildfremde Menschen umarmten sich dort und küssten sich und weinten. Man jubelte dort und feierte freudevoll. Sektkorken knallten, Musik erschallte und Menschen tanzten. – Nach diesem Tag sind mir vor allem flüchtige Eindrücke in Erinnerung geblieben. Ich kann mich noch an die vielen stinkenden Trabbis erinnern, die es im Westteil plötzlich gab. Die fremden Gerüche von der anderen Seite. Das Begrüßungsgeld und die langen Menschenschlangen vor den Banken. An das Umtauschen der harten Währung in Aluminium-Geld und an riesige Trödelmärkte. – Nach dem Spalierstehen am Grenzübergang ist einzig noch eine andere Erinnerung zum “Fall der Mauer” für mich mehr als reine Wahrnehmung. Ich habe meinen Anteil an dem physischen Fall der Mauer als Mauerspecht gehabt: Mit meinen damalig besten Freunden Marko und Patrice machte ich mich einige Wochen bzw. wenige Monate später in Richtung Reichstag auf. An der Berliner Mauer, zwischen Reichstag und Brandenburger Tor, holten wir unsere Hämmer und Meißel hervor und schlugen aus der bunt bemalten Mauer große Stücke Stein heraus. Viele Andere taten uns gleich. Fernsehteams liefen umher, Fotografen machten Fotos und Polizisten liefen die weltkulturelle Narbe, die jetzt zur Schweißnaht erbrannte, entlang. Beiderseits sah man das staatliche Beobachten über die eifrige Vernichtung der Mauer. Man konnte bereits durch kleine Löcher in der Mauer die lange abgetrennte, gegenüberliegende Welt erblicken. Die farbigen Mauerstücke, die ich ausgeschlagen hatte, verkaufte ich gleich an einen der vielen Schaulustigen, und schlug dann weiter auf die Mauer ein. Marko und Patrice machten es ebenso. Ich hatte viel Geld gemacht, auch weil ich ein besonders schönes und großes Stück an einen Mann verkaufen konnte, der mir für meine angebotene Ware freimütig weitaus mehr Geld gab, als ich verlangte. An diesem Tag kamen einige Hundert Mark zusammen. Marko, der die Aktion zum Laufen gebracht hatte, sammelte das gesamte Geld ein und überwies es, wie abgesprochen, an Greenpeace. (Soviel Geld hatte ich vorher nicht in meinen Händen gehalten und hätte es wohl auch gerne behalten. Ich war aber froh, dass ich ohne Murren mein Geld in den Spendentopf einwarf.) – Das waren nun einige Eindrücke, meine Erinnerungen zum Fall der Mauer…
P.S.: Alle die sich die Mauer wieder zurück wünschen, können nur verblödete Trottel sein.
(Für mich als West-Berliner ist meine Stadt durch den Fall der Mauer und die Wiedervereinigung viel interessanter und viel bunter geworden.)

Vorfreude auf den Winter

Donnerstag, 5. November 2009

Vorfreude auf den Winter
Als kleiner Junge hatte ich auch im Herbst meinen Spaß. Mit Kastanien werfen… Ansonsten aber bot der Herbst nicht allzu viel. Man spinnte aus, was der Winter böte. Weit aus mehr: Schneeballschlachten, Schneemänner bauen, Schlitten fahren und als Höhepunkt das Weihnachtsfest, also Weihnachtsmann und Geschenke. Na klar, Winter war viel besser als Herbst. Ich kam mit meinen Brüdern auf die Idee, in der Hoffnung der Winter komme schneller, die Blätter von den Bäumen zu rupfen! Ach, wäre doch schon Winter! Wir suchten uns einige Bäume im Vorgarten und vor der Haustür und rupften Blätter im Akkord…

Warum mich Katze 1 beim Zähneputzen stört…

Samstag, 27. Juni 2009


Mein Video auf YouTube.de
Katze 1 nervt manchmal!
Wenn ich mir die Zähne putzen will, blockiert sie den Wasserhahn und verlangt ihren Teil der Zahnbürste. Die Katze! (Ein 42-Sekunden-Video.)