Okt22
18.04.11 – Berliner Ensemble: Einfach Kompliziert.
27.04.11 – Berliner Ensemble: Die Dreigroschenoper.
Artikel: Orchester-Loge 1, Links, Platz 5 (28.04.11)
05.06.11 – Berliner Ensemble: Romeo und Julia.
Artikel: Shakespeares Sonnetten. – Absoluter Ausfall! (17.06.11)
05.07.11 – Berliner Ensemble: Der Zerbrochne Krug.
21.10.11 – Berliner Ensemble: Andorra.

Von Thomas Bernhard
Theater: Berliner Ensemble
Werk: Einfach Kompliziert
Autor: Thomas Bernhard
Inszenierung: Claus Peymann
Mit: Gert Voss und Wilhelmina Mischorr
Beschreibung: Eine kostbare Miniatur unter den Dramen von Thomas Bernhard, balancierend zwischen Tragödie und Komödie, zwischen Wahnsinn und höchster Erkenntnis, zwischen Einsamkeit und Größenwahn. Für einen großen Theatermacher und Schauspielergenius bietet es unendlich viele Spielmöglichkeiten. Nach Bernhard Minetti ist Gert Voss nun Bernhards herrlicher Theaterclown, angekommen im 21. Jahrhundert. Aber es gibt in EINFACH KOMPLIZIERT auch eine herzbewegende Liebesgeschichte: einmal in der Woche besucht den vereinsamten Theaterkönig ein kleines Mädchen und bringt ihm eine Kanne mit frischer Milch. Er schwärmt ihr vor von seinen Triumphen als König Richard III., die er vor langer Zeit in der Provinz gefeiert hat: von Bochum bis Duisburg und Osnabrück. Das Mädchen darf sogar einen Augenblick lang die prächtige Theaterkrone aus Shakespeares berühmten Theaterstück tragen… Ein Stück zum Lachen und zum Weinen.
Pressestimmen: folgt
Eigene Notiz: folgt
Sonstiges: Auszug aus dem Monolog, Erste Szene:
…
Er schaut aus dem Fenster
Das Wort Kapitulation
nie ausgesprochen
nie aufgegeben
Auf in den Kampf
Er betrachtet den zuletzt eingeschlagenen Nagel
Im Prinzip
bin ich immer ein Feinschmecker gewesen
naturgemäß nicht
auf die primitive Weise
Feinschmecker des Geistes
Alle verkümmerten
ich nicht
alle sind sie abgestorben
ich nicht
Ich bin ein Genie
habe ich mir immer wieder gesagt
gegen alle Widersprüche
Wir verzweifelten schon sehr früh
Die Verzweiflung ausgenützt
mich aus Verzweiflung
zum Genie gemacht
Wo die Lüge alles beherrscht
entwickelt sich das Genie unauffällig
Ich bin kein Idiot
habe ich gesagt
ich bin renitent
aber kein Idiot
Er will aufstehen, aber es gelingt ihm nicht
…
Gestern habe ich mir “Die Dreigroschenoper” im Berliner Ensemble angeguckt. Das war im Übrigen auch schon das zweite (und nicht das letzte) Mal. Daher erspare ich mir der vielen Worte und verweise auf meinen letzten Eintrag!
P.S.: Es war mal wieder einfach klasse!!!
ROMEO UND JULIA
Von Wiliam Shakespeare
Übersetzt von Thomas Brasch
Theater: Berliner Ensemble
Werk: Romeo und Julia
Autor: William Shakespeare
Inszenierung: Mona Kraushaar
Beschreibung: ROMEO UND JULIA ist wohl das bekannteste Theaterstück der Welt. Über 400 Jahre alt ist es dermaßen bekannt, dass auch die, die es nie gesehen haben, wissen, um was es in diesem Theaterstück geht. Sogar die, die es nicht kennen, kennen es. Ist das so? Wissen Sie, dass Romeo überhaupt nicht in Julia verliebt ist? Zunächst einmal schwärmt er für eine bezaubernde Rosalind. Aber die lässt ihn zu seinem großen Leid abblitzen. Auf einem Maskenball, wo er seiner Angebeteten auflauern will, tanzt zufällig Julia an ihm vorbei. Julias Gesicht ist maskiert, Romeo kann sie also gar nicht richtig sehen, trotzdem schwärmt er sofort für sie. Der junge Mann ist offenbar leicht zu entzünden. Julia, gerade mal 14 Jahre alt, ist ebenfalls sofort Feuer und Flamme. Auch sie weiß eigentlich nicht richtig, wie Romeo aussieht. Auf dem Fest trägt er ja eine Maske und später, als Romeo zufällig unter ihrem Balkon entlang schlendert, ist es stockdunkle Nacht. Aber sie bietet dem überraschten Romeo ohne Aufschub die Ehe an, der sofort ewige Liebe schwört. Wie ein Blitz schlägt in beide die Liebe ein und entfacht eine einmalige, wahnwitzige, farbige, unendlich zarte, leidenschaftliche und traurige Geschichte. Sie ist ein Gleichnis für das unvermeidliche Scheitern absoluter Gefühle in einer Welt, die von Familienhass, Parteienstreit, von bösen Folgen guten Willens, Gewalt und auch Zufall derart verrätselt ist, dass niemand sie durchschauen kann. Und es ist eine Geschichte über die tragische Nachbarschaft von Liebe und Tod. Es ist eine alte Geschichte und sie ist immer wieder neu.
Pressestimmen: Es ist immer ein besonders schwieriges Unterfangen, heute einen absoluten Klassiker der Weltliteratur packend, neu, frisch auf die Bühne zu bringen. Dass es Mona Kraushaar am Berliner Ensemble nun so vortrefflich gelungen ist, ist also keineswegs eine Selbstverständlichkeit. kulturberlin-report.de
Siehe auch mitteschoen.com.
Eigene Notiz: folgt
Sonstiges: Romeo und Julia, Übersetzung von August Wilhelm von Schlegel, im Gutenberg-Projekt.
DER ZERBROCHNE KRUG

Ein Lustspiel von Heinrich von Kleist
Theater: Berliner Ensemble
Werk: Der Zerbrochne Krug
Autor: Heinrich von Kleist
Regie: Peter Stein
Mit: Klaus Maria Brandauer (Dorfrichter Adam), Tina Engel (Marthe Rull), Larissa Fuchs (Liese), Roman Kaminski (Gerichtsrat Walter), Roman Kanonik (Ruprecht), Michael Kinkel (Büttel), Ilse Ritter (Brigitte), Michael Rotschopf (Licht), Stephan Schäfer (Ein Bedienter), Andreas Seifert (Veit Tümpel), Martin Seifert (Gerichtsrat Walter), Judith Strößenreuter (Margarete, Magd), Katharina Susewind (Eve), Mara Widmann (Liese)
Beschreibung: Wenn ihr selbst, Dorfrichter Adam, den Krug zerschlagen hättet, könntet ihr nicht eifriger allen Verdacht von Euch auf jenen jungen Mann hinwälzen als jetzt. – Wie wahr die Aussage des strengen Gerichtsrats Walter tatsächlich ist, weiß nur der angesehene Dorfrichter Adam selbst. Schließlich war er es, der versucht hat, sich die Jungfer Eve gefügig zu machen, um dann auf der Flucht vor dem gehörnten Verlobten den Krug zu zerbrechen. Jetzt ist Gerichtstag und vor ihm stehen eine aufgebrachte Frau Marthe Rull mit dem zerbrochenen Krug und Tochter Eve und deren Verlobter Ruprecht mit seinem Vater. Marthe beschuldigt Ruprecht ihn vermeintlich spätabends „in flagranti“ bei ihrer Tochter Eve im Zimmer überrascht zu haben, wobei der wertvolle Krug zerbrochen ist. Täter und Richter zugleich, redet und richtet sich Adam wegen Eve um Kopf und Kragen…
Pressestimmen: xxx
Eigene Notiz: xxx
Sonstiges: xxx
Von Max Frisch
Theater: Berliner Ensemble
Werk: Andorra
Autor: Max Frisch
Leitung: Claus Peymann
Dramaturgie: Hermann Wündrich
Mit: Heinrich Buttchereit (Der Pater), Anke Engelsmann (Die Mutter), Ursula Höpfner-Tabori (Die Senora), Michael Kinkel (Der Tischler), Peter Luppa (Ein Idiot), Uli Pleßmann (Der Wirt), Marko Schmidt (Der Geselle), Veit Schubert (Der Doktor), Judith Strößenreuter (Barblin), Norbert Stöß (Der Lehrer), Felix Tittel (Andri), Georgios Tsivanoglou (Der Soldat)
Beschreibung: Zu einer Zeit, da man in Andorra sich für bessere Menschen hielt, hat ein Lehrer seinen unehelichen Sohn als gerettetes Judenkind ausgegeben – Mitleid und Zuwendung waren dem Jungen gewiß. Inzwischen allerdings hat sich der Wind gedreht. Auf einmal gilt ein Jude als ungeliebter Außenseiter, und Andri wird aus seinem kindlichen Weltvertrauen in abgrundtiefes Mißtrauen gestoßen. Man hämmert ihm solange ein, daß er „anders“ sei, bis er das selbst glaubt. Sogar dann noch, als sich herausstellt, daß er eigentlich gar nicht „anders“ ist. Aber da ist es längst schon zu spät…
Aber was heißt das eigentlich: Außenseiter? Wie „anders“ muß man sein als alle anderen, um als Außenseiter zu gelten? Was ist „anders“? Braucht man Außenseiter? Wie wird man „anders“ und ab wann ist man es? Frisch fragt danach, wie wir zu dem werden, wie wir sind. Und: Könnten wir nicht auch ganz anders sein?