Mai11

Ein knappes Stündchen noch. Jemand kommt in mein Zimmer und gibt mir eine blaue Pille. Die schluck ich. Dann wird mir alles egal. Man legt mich auf eine Trage. Führt mich in einen weißgekachelten Raum. Kurz danach beugt sich Jemand über mich, lächelt mich an und legt mir eine Atemmaske auf. – Die Atemzüge werden tief und schwer. Eins…, Zwei…, Drei. Alles wird schwarz!
Aber etwa zwei Stunden später sollte ich wieder erwachen! Dann liegt meine zweite (und in den nächsten Jahrzehnten hoffentlich letzte) OP hinter mir.

Doch noch ein wenig Schonfrist. Meine OP wurde auf den Mittag verlegt. Bis dahin noch etwas pennen…
Na dann viel Spa… ähhh alles Gute.
Ich versteh nur nicht, warum Du vor der OP unbedingt ne Viagra einschmeißen musst
Die blaue Pille wurde gebracht.
Schick und Ausgehfertig gemacht. Linke Hüfte rasiert, rechtes Bein einen Strumpf, Patientenleibchen umgeworfen, Pille geschluckt. Gleich geht es los! Ähhhh, kann man sich das ganze vielleicht doch noch mal anders überlegen?
Uberstanden. Bin seit wenigen Minuten wieder voll da und auf meinem Zimmer.
Bis jetzt so gut wie durchgepennt. Mein linkes Bein kann ich kaum bewegen. Heute Mittag soll ich aber schon das erste Mal unter den Augen der Physiotherapeutin und mit meinen Krücken aufstehen dürfen… Mein Rücken schmerzt, scheiss Bett, ich kann mich kaum bewegen, ich pinkel in einen Plastikbehälter und bin mit einer Drainage verkabelt…. Es kann nur noch besser werden…
@Icke: Thx!!! (Versteh ich auch nicht, kein Stehvermögen in Sicht.)
Obwohl ich bestimmt zehn Mal gesagt habe, ich bin Vegetarier und die Reihe vom Oberarzt bis zur Putzfrau durch habe, kriege ich zum Frühstück Kochschinken und Salami. – Welche Stelle vom Wort ” Vegetarier” wurde da nicht verstanden? … bin gespannt auf das Mittagessen…
Hat doch noch geklappt. Eigentlich sollte es heute für mich Kohlrolade geben. Auf Milchreis gewechselt. Immerhin. Ab morgen soll das Essen zu 100% vegetarischen sein.
- Ich bin schon einige Meter allein herum gelaufen. Aber mit mittelstarken Schmerzen. – Die Stipvisite der Ärzte ist auch schon durch. Die OP lief soweit wohl problemlos. Etwas Knorpel müsste aber geklebt und geglättet werden. Wenn alles normal verläuft, soll ich am Samstag entlassen werden.
Wie lange bleibste denn noch da?
Kostenloses, freies und schnelles Krankenhaus W-Lan. Damit kann ich auf meinem Handy meine mit meinem Online-Videorecorder aufgenommenen Filme ruckelfrei angucken. –
Ich hätte Bock auf noch so eine blaue Pille, oder auf zwei. Richtig geiles Zeug!
@ Icke: Frühestens Samstag…
Der Tag beginnt immer recht früh im Krankenhaus. Krankenschwester hat mir einen Kaffee gebracht. – Bald gibt es Frühstück….. Die Schmerzen sind besser geworden.
Gestern hat mich Dr. Möckel noch mal besucht, berichtete darüber, was er gemacht hat und dass sich der Knorpel erholen wird. Zuversicht.
Du findest Schmerzen gut?
Wo liegst Du eigentlich?
Ach ick seh schon, wieder in dieser Klinik am After der Welt…
Venenzugang an der rechten Hand entfernt. Behälter der Redon-Vacuum-Drainage gewechselt. Hatte den alten Behälter mit 270ml rotes zähflüssiges Wundwasser gefüllt. Physiotherapie, Treppenauf und -ab. Beintraining im Krankenbett. Zwischendurch Stipvisite der Ärzte. Reinigung des Zimmers durch Reinigungspersonal. Jetzt etwas Ruhe. – Monotonie des Krankenhausalltags.
@Icke: Schmerzen. Umgangssprachlich, oder?
Das Krankenhaus liegt geographisch vielleicht am After, ist aber TOP!!!
Gerne wieder. (Typischer Satz einer EBay-Rezension.)
Vom Bett aus durch die Grossen Fenster schauen. In den blauen Himmel starren und die weißen Wolken am vorbei ziehen beobachten. Das kann noch eine Weile so weiter gehen…
Mir ist tierisch langweillig. Ich könnte zwar das Krankenhausareal erkunden oder eins meiner mitgenommenen Bücher lesen, aber irgendwie will ich einfach, dass das hier ein Ende nimmt. Gott sei Dank, morgen werde ich entlassen.
Die Krankenschwester wiederholt und beim Spritze geben: ” Trotzdem, ich kenne Sie doch von irgendwo….” – Dann: ” Schauspieler sind Sie aber nicht?”
Eigentlich wollte ich sagen, das passiert mir öfter, hab dann aber einfach Nein gesagt.
Seit einer Stunde wach. Wollte mich eigentlich nochmal umdrehen. Liege seitdem aber regungslos im Bett und warte darauf, das was passiert…
Gefrühstückt, Stipvisite vorbei, Drainage gezogen. Arztbrief, Spritzen und Medikamente erhalten. Jetzt kann es nach Hause gehen. Drei Wochen auf Krücken stehen mir bevor und natürlich Krankengymnastik.
Krankenhaus, Chauuu!!!