Filmkonzert “Die Nibelungen”
on April 27th, 2010 at 17:00
DIE NIBELUNGEN; Teil 1: Siegfried, Teil 2: Kriemhilds Rache –
Von Fritz Lang
Stummfilm mit großem Orchester, Uraufführung der restaurierten Filmfassung
Theater: Deutsche Oper Berlin
Werk: Die Nibelungen (1924)
Regie: Fritz Lang
Manuskript: Thea von Harbou, Fritz Lang
Kamera: Carl Hoffmann, Günter Rittau
Musik: Gottfried Huppertz (1924)
Filmrestaurierung: Friedrich-Wilhelm-Murnau-Stiftung (2009)
Rekonstruktion der Filmmusik: Europäische FilmPhilharmonie / Frank Strobel / Marco Jovic
Orchester: hr-Sinfonieorchester
Musikalische Leitung: Frank Strobel
Dauer: 6 Stunden | Eine Pause (60 Min.)
Beschreibung: Fritz Langs zweiteilige Verfilmung des mittelhochdeutschen Nibelungenliedes gehört zu den monumentalen Produktionen der 1920er Jahre. Beide Teile – Siegfried und Kriemhilds Rache – kamen 1924 in die Kinos und begeisterten Tausende. ( Uraufführung am 14. Februar 1924 (Siegfried) und 26. April 1924 (Kriemhilds Rache) in Berlin, Ufa-Palast am Zoo. ) Dieser Meilenstein der Filmgeschichte überwältigt auch heute noch durch seine Kombination von visuellen Effekten, monumental stilisierten Kulissen und opulent inszenierten Kampfszenen.
Hintergrund: Dieses Film- und Musikwerk wurde von der Friedrich-Wilhelm-Murnau-Stiftung für Aufführungen mit großem Orchester restauriert. Weltweit fand eine umfassende Recherche aller verfügbaren Film-Materialien statt. Original eingefärbte Vorführkopien werden das Ziel der aufwändigen Restaurierungsarbeiten sein.
Informationen zu Inhalt und Interpretation: Die neue, von der Friedrich-Wilhelm-Murnau-Stiftung aufwändig restaurierte Filmfassung des Nibelungen-Epos stellt eine bisher nicht gekannte Annäherung an die erhaltenen historischen Versionen dar: Erstmals war es möglich, die ungewöhnlich reichhaltige Überlieferung von fünfzehn zeitgenössischen Filmmaterialien – darunter auch die Kameranegative – für die Restaurierungsarbeiten zu berücksichtigen. Ausgehend von den Kameranegativen kann eine deutsche Version in hervorragender Bildqualität sowie, entsprechend der erhaltenen Verleihkopien, in orangefarbener Virage präsentiert werden. Darüber hinaus wurde die bisher verschollen geglaubte Schlussszene wiederentdeckt und in den Film eingepasst. Mit DIE NIBELUNGEN entstand ein Film über „Menschen, denen die Begriffe national und international fremd waren. Sie waren Menschen, die wie alle anderen in ihr Schicksal hineinwuchsen und sich damit abzufinden hatten.“ (Die Filmwoche, 1924). Als Schauspieler wählte Fritz Lang keine bereits bekannten Stars, sondern „Menschen, die Menschen darstellen konnten“. In jeder Einstellung verleihen die Schauspieler durch ihre Haltung und ihr Spiel dem Werk, gepaart mit Fritz Langs Neigung zum Monumentalen, eine große szenische Wirkung. Der Film folgt im Wesentlichen der Nibelungen-Sage: Im ersten Teil (Siegfried) geht es um den strahlenden Helden Siegfried: wie er Brünhilde für Gunther besiegt, Kriemhild freit und schließlich das Opfer von Hagens Intrige wird. Im zweiten Teil (Kriemhilds Rache) erlebt das Publikum die dunkle Seite der Tragödie, die im Inferno des brennenden Hofes von Etzel endet. Beide Teile sind in jeweils sieben „Gesänge“ unterteilt. Zu diesem zweiteiligen Filmepos schrieb Gottfried Huppertz (* 1887 Köln, † 1937 Berlin) die Filmmusik auf Grundlage des Drehbuchs, das ihm Thea von Harbou zur Verfügung gestellt hatte. Gottfried Huppertz orientiert sich in seiner Filmmusik an Richard Wagners „Ring des Nibelungen“. Neben vereinzelten Anklängen sakraler Musik arbeitet der spätromantische Satz ausgiebig mit der erweiterten Tonalität und Leitmotiv-Technik. Er evoziert so den Eindruck eines Wagner-Klanges, aber nicht epigonenhaft nachahmend, sondern gebrochen durch den Blickwinkel einer neuen Zeit und durch das Medium des Filmes. Die erhaltene Filmmusik von Gottfried Huppertz wurde anhand von überlieferten Autographen und Skizzen unter musik- und filmhistorischen sowie unter museumseditorischen Gesichtspunkten neu herausgegeben. Wo Teile der Partitur verloren waren, wurden diese restauratorisch instrumentiert.
Pressestimmen:
Eigene Notiz: Sechs Stunden klasse Aufführung. Klasse Film, klasse (Live)-Orchester. Ich hab sogar zwei Damen “wieder getroffen”, die ich auf der Berlinale flüchtig kennen lernte. Beide diesmal in Begleitung. Ich hab mich nicht bemerkbar gemacht…
Sonstiges:

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