… Aber bis der alte Umfang wieder hergestellt ist, werden einige Tage ins Land ziehen …
Frage vom @supporter24 am 28. April, 2010:
Was ist dir denn passiert? Ist /war dein Blog gestorben?
01.05.2010:
Eine knappe Woche vor diesem Eintrag konnte ich ohne erkennbaren Grund die Seite nicht mehr laden. Stattdessen stand im Browser ein knapper Satz. Irgendein Fehler in der PHP-Datei XY auf der Linie Z. (Leider hab ich die genau lautende Fehlermeldung irgendwie verschlampt.)
Erklären konnte ich mir das nicht, weil ich nie in irgendeiner PHP-Datei herumgeschrieben hatte. Naja. Danach folgte das Löschen der alten Dateien und das neu herauf laden, als Update und dann als Neuinstallation. Dabei hab ich schließlich aufgegeben, weil wiedermal nichts wirklich klappte. (Ich komme zwar immer in den Admin-Bereich, aber die Seite selbst kann nie geladen werden.) Ich hab dann meine alten WordPress-Dateien auf einer anderen Domain installiert und einige Einträge der alten Datenbank von auge24.eu so abgeändert, dass ich zumindest wieder in den Admin-Bereich von WordPress gelangen konnte. Schließlich hab ich auch auf auge24.eu eine neue WordPress-Version (aber) mit neuer Datenbank (ohne Strato-Installer) aufgespielt. Seitdem war ich damit beschäftigt, alle Artikel rüber zu kopieren. Jetzt stehen nur noch die alten Kommentare aus, – damit lass ich mir aber ein wenig Zeit. – - So, das wars. (Hoffentlich!) Ich kauf mir mal demnächst irgendein hilfreiches Buch zum Thema…
DIE NIBELUNGEN; Teil 1: Siegfried, Teil 2: Kriemhilds Rache –
Von Fritz Lang
Stummfilm mit großem Orchester, Uraufführung der restaurierten Filmfassung
Beschreibung: Fritz Langs zweiteilige Verfilmung des mittelhochdeutschen Nibelungenliedes gehört zu den monumentalen Produktionen der 1920er Jahre. Beide Teile – Siegfried und Kriemhilds Rache – kamen 1924 in die Kinos und begeisterten Tausende. ( Uraufführung am 14. Februar 1924 (Siegfried) und 26. April 1924 (Kriemhilds Rache) in Berlin, Ufa-Palast am Zoo. ) Dieser Meilenstein der Filmgeschichte überwältigt auch heute noch durch seine Kombination von visuellen Effekten, monumental stilisierten Kulissen und opulent inszenierten Kampfszenen. Hintergrund: Dieses Film- und Musikwerk wurde von der Friedrich-Wilhelm-Murnau-Stiftung für Aufführungen mit großem Orchester restauriert. Weltweit fand eine umfassende Recherche aller verfügbaren Film-Materialien statt. Original eingefärbte Vorführkopien werden das Ziel der aufwändigen Restaurierungsarbeiten sein. Informationen zu Inhalt und Interpretation: Die neue, von der Friedrich-Wilhelm-Murnau-Stiftung aufwändig restaurierte Filmfassung des Nibelungen-Epos stellt eine bisher nicht gekannte Annäherung an die erhaltenen historischen Versionen dar: Erstmals war es möglich, die ungewöhnlich reichhaltige Überlieferung von fünfzehn zeitgenössischen Filmmaterialien – darunter auch die Kameranegative – für die Restaurierungsarbeiten zu berücksichtigen. Ausgehend von den Kameranegativen kann eine deutsche Version in hervorragender Bildqualität sowie, entsprechend der erhaltenen Verleihkopien, in orangefarbener Virage präsentiert werden. Darüber hinaus wurde die bisher verschollen geglaubte Schlussszene wiederentdeckt und in den Film eingepasst. Mit DIE NIBELUNGEN entstand ein Film über „Menschen, denen die Begriffe national und international fremd waren. Sie waren Menschen, die wie alle anderen in ihr Schicksal hineinwuchsen und sich damit abzufinden hatten.“ (Die Filmwoche, 1924). Als Schauspieler wählte Fritz Lang keine bereits bekannten Stars, sondern „Menschen, die Menschen darstellen konnten“. In jeder Einstellung verleihen die Schauspieler durch ihre Haltung und ihr Spiel dem Werk, gepaart mit Fritz Langs Neigung zum Monumentalen, eine große szenische Wirkung. Der Film folgt im Wesentlichen der Nibelungen-Sage: Im ersten Teil (Siegfried) geht es um den strahlenden Helden Siegfried: wie er Brünhilde für Gunther besiegt, Kriemhild freit und schließlich das Opfer von Hagens Intrige wird. Im zweiten Teil (Kriemhilds Rache) erlebt das Publikum die dunkle Seite der Tragödie, die im Inferno des brennenden Hofes von Etzel endet. Beide Teile sind in jeweils sieben „Gesänge“ unterteilt. Zu diesem zweiteiligen Filmepos schrieb Gottfried Huppertz (* 1887 Köln, † 1937 Berlin) die Filmmusik auf Grundlage des Drehbuchs, das ihm Thea von Harbou zur Verfügung gestellt hatte. Gottfried Huppertz orientiert sich in seiner Filmmusik an Richard Wagners „Ring des Nibelungen“. Neben vereinzelten Anklängen sakraler Musik arbeitet der spätromantische Satz ausgiebig mit der erweiterten Tonalität und Leitmotiv-Technik. Er evoziert so den Eindruck eines Wagner-Klanges, aber nicht epigonenhaft nachahmend, sondern gebrochen durch den Blickwinkel einer neuen Zeit und durch das Medium des Filmes. Die erhaltene Filmmusik von Gottfried Huppertz wurde anhand von überlieferten Autographen und Skizzen unter musik- und filmhistorischen sowie unter museumseditorischen Gesichtspunkten neu herausgegeben. Wo Teile der Partitur verloren waren, wurden diese restauratorisch instrumentiert. Pressestimmen: Eigene Notiz: Sechs Stunden klasse Aufführung. Klasse Film, klasse (Live)-Orchester. Ich hab sogar zwei Damen “wieder getroffen”, die ich auf der Berlinale flüchtig kennen lernte. Beide diesmal in Begleitung. Ich hab mich nicht bemerkbar gemacht… Sonstiges:
“Liebe ist Fußball.” Dieser Satz prangt nun kurz vor der Weltmeisterschaft 2010 in großen Lettern auf einer Werbefläche auf dem Breitscheidplatz. – Die Realität zweifelslos sieht, fernab von Lehreinrichtungen und Vereinen, anders aus! Die Spielwiesen der praktizierten Liebe fristen ohne den Beistand einer zwingenden Daseinsberechtigung oder aber durch eine angemessenen Entfernung eine eher tragische Rolle. Mit der Liebe zum Fußball ist es nicht weit her! Na klar, mit seinen bierbäuchigen Männerfreundschaften vor dem Fernseher zu sitzen und Expertisen zum Besten zu geben, ist keine große Kunst. Aber wenn es um den Fußball im eigentlichen Sinne geht, will jeder lieber seine Ruhe haben. Fußballplätze in Wohngebieten sind so beliebt wie hartnäckiger Fußpilz! Kein Wunder also, als die FIFA anläßlich der Fußball-WM im eigenen Land finanziell für die Errichtung von kleinen Fußballplätzen zur Verfügung stehen wollte, sich dafür keine Stadt oder kleine Kommune interessierte, obwohl alles für umme war. Ein gutes Beispiel dafür, wie es kleinen Fußballplätzen in Wohngebieten ergeht, findet sich in meiner mittelbaren Nachbarschaft. Ich kann mich noch gut daran erinnern, wie ich mit anderen dort Fußball gespielt habe. Zunächst war der Platz immer und rund um die Uhr zugänglich. Plötzlich war dann irgendwann abgeschlossen und nach und nach wurden die Öffnungszeiten immer weiter begrenzt, bis der Fußballplatz schließlich gar nicht mehr geöffnet wurde und nun allmählich vor sich hin moddert… Gott sei Dank läuft die Fußball-Weltmeisterschaft 2010 im Fernsehen und findet nicht auf dem nächtsbesten Fußballplatz in irgendeiner Wohnsiedlung statt!
Alle Fotos:
Beschreibung: Man macht sich auf, um den Sommer auf dem Land zu verbringen. Dort gilt: Wer hat, der hat! Das neueste Kleid, das größte Fest, das beste Essen, der richtige Liebhaber. Das „dolce vita” kostet Goldonis Sommerfrischlern viel Kraft und Geld. Jeder lebt über seine Verhältnisse… Doch was wie eine Komödie beginnt, endet in einem Desaster: Unglückliche Ehen, Schulden, Depressionen – einsame Menschen, wie in Anton Tschechows Theaterstücken bleiben am Ende sich selbst und ihrem trostlosen Alltag überlassen. Das Lustspiel über Menschen, die über ihre Möglichkeiten leben – emotional und finanziell. Pressestimmen: Selbst wenn sich bei Goldoni allerlei Luftikusse und Hochstapler in viel zu langen Ferien tummeln, die sie sich gar nicht leisten können – so hausbacken, zäh und peinlich wie Peymanns vierstündige Inszenierung sind sie jedenfalls nicht. tip-berlin
Die Inszenierung bleibt an der Oberfläche. …und dass manche Figur in dieser Komödie ihre sehr eigene Tragödie erlebt – davon vermittelt Peymanns Inszenierung kaum etwas. Kulturradio Eigene Notiz: Die Vorstellung besuchte ich am 24.04.2010, um 18:30 Uhr! Ganz amüsant, die ganzen vier Stunden lang. Kein Premierenknaller des Jahres. Sonstiges: Sonstiges
Beim morgendlichen Kaffee dudelte heute das Radio im Hintergrund und mittendrin berichtete der Moderator davon, dass in der City-West die Berliner Comicbörse für den heutigen Tag ihre Tore öffnet. Aha- Comicbörse! Noch nie was davon gehört… Aber neugierig war ich schon, weil ich einen guten Comic zu schätzen weiß. Ich suchte also im Internet nach weiteren Informationen: Für drei Euro Eintritt sollte man viele bedeutende Comicverlage, ebenso Comiczeichner und ganz ganz viele Comics bestaunen dürfen. Nachdem ich ausreichend informiert war, schrieb ich noch den fehlenden Wikipedia-Artikel und machte mich dann am Vormittag, mit drei Euro in der Tasche und meinem Fotoapparat, in Richtung Kurfürstendamm auf. – Es war ein herrlicher Tag. Ein strahlend blauer Himmel, kaum eine Wolke, und nur ab und an eine leichte Brise Wind, die dann aber angenehm erfrischend war, weil sich auch die Sonne von ihrer kräftigen Seite zeigte. Darüber hinaus ergrünt es endlich überall und der liebliche Duft der Sträucher liegt seit wenigen Tagen mal hier mal da in der Luft. Dieser Sonntag war wie dafür gemacht, die Biergartenzeit, die Grillsaison oder eine andere ritualisierte Freizeitaktivität unter freiem Himmel zu eröffnen. Sommerbekleidung war also angesagt. Dünne Hose und ein T-Shirt. Angekommen vor meiner U-Bahn-Station (Der südliche Ausgang) fand ich dann noch auf dem verkachelten Boden, eben dieser Station, ein durchaus regsames Schauspiel vor. Ameisen umkreisten ein kleines Stück Zucker und ackerten sich daran ab. Zwei Ameisenwege führten zum umtanzten Traum und wieder zurück. – - Halt mal! Wann komm ich denn endlich zur Comicbörse? Jetzt, den Ausschweifungen wegen, einen ordentlichen Sprung weiter in der Geschichte:… Am Ellington Hotel angekommen, gelangte ich über einen Nebeneingang zur Comicbörse. Ich lief durch die alle Räumlichkeiten, das erste Mal und auch ein zweites Mal und schwups, gute zwanzig Minuten später war ich wieder raus.
Der Charme der Börse gleicht einem ordentlichen aber zweitklassigen Trödelmarkt mit viel Ware in Pappkartons. Eyecatcher gab es eigentlich keine, und ohne vernünftige Orientierung muss man sich durch die unzählig vielen Comics manövrieren, als wäre man am Wühltisch. Und auch die anzutreffenden Comiczeichner sind in dem Gedränge derart verbaut, dass man meinen könnte, sie blickten nicht hinab, weil sie gerade ihr zeichnerisches Können unter Beweis stellen, sondern allein aufgrund des depressiv machenden Charakters der örtlichen Enge. Und so läuft man auch bei denen wieder und leider sehr schnell vorbei. – Ein Reinfall ist die Börse aber trotzdem nicht! Und beim nächsten Mal will ich wieder dabei sein: Dann aber mit Zeit und innerer Ruhe, denn mit Sicherheit ist für jeden Geschmack ein besonderer Comic dabei! Es gibt einfach alles. Es gibt die, in unzählige Themenbereiche aufgefächerten, Erwachsenencomics. Es gibt jene Comics, die man in seiner Kindheit gelesen hat, und die uns einladen, eine kleine Reise in die Vergangenheit zu machen. Es gibt neben antiquarischen Comics auch Neuerscheinungen der Verlage. Es gibt kostenlose Comics und kaum bezahlbare Raritäten und Kunstwerke. Es gibt an Comics einfach alles. Man muss sich auf den Comicbörsen-Wahnsinn nur einlassen. Dann aber auch Geld dabei haben – weil man mit Sicherheit irgendein Comic mit nach Hause nehmen möchte. Dieser Tag aber war einfach zu schön und mein Geldbeutel viel zu leer, als das ich mir die Zeit genommen hätte. – Zu Hause zurückgekehrt, machte ich eine lange Fahrradtour im schönen Tegeler Fließ und ließ damit den Tag ausklingen. - Für den Terminkalender: Die nächste Comicbörse findet am 14. November 2010 statt.
Letzten Sommer hatte ich zum ersten Mal an einem allgemeinen Volkslauf teilgenommen. An dem 10km-Stadtlauf City-Nacht. Seit dem ist die City-Nacht für mich Pflichtprogramm. Für dieses Jahr stand zunächst aber der Halbmarathon als nächste Hürde fest, obwohl meine körperlichen Einschränkungen und auch mein Gewicht mich etwas zweifeln ließen, ob ich überhaupt dazu in der Lage wäre. Anfang des Jahres wog ich 113kg und ich hatte auch eine ganze Zeit nicht mehr trainiert. So setzte ich mir das Ziel, bis zum Anmeldeschluss des Halbmarathons unter Hundert Kilo zu kommen, und mich nur unter dieser Voraussetzung anzumelden. Im Januar legte ich ein ordentliches Sportprogramm ein, verzichtete auf Alkohol und Süßigkeiten und nahm ohne Probleme 10 kg ab. Seitdem blieb ich auf meinem Gewicht von 103kg sitzen, aber auch, weil ich mein Sportprogramm wieder mehr und mehr vernachlässigte. – Am 19. Februar bin ich dann aber trotz dessen zum ersten Mal die 21km am Stück gejoggt. Weil es absolut gut für mich lief, war für mich anschließend klar: Den diesjährigen 30. Berliner Halbmarathon laufe ich auf jeden Fall mit! Die Anmeldung wurde ausgefüllt und mit der Post abgeschickt. Die Wochen darauf blieb es aber bei meinem spärlichen Sportprogramm und nur weil der Tag des Halbmarathons immer näher rückte, absolvierte ich als Abschlussüberprüfung eine Woche davor, am Sonntag den 21.03., eine 20km-lange Joggingeinheit. Mit ordentlicher Quälerei schleppte ich mich mit einer Zeit von über zwei Stunden und zwanzig Minuten nach Hause. Die nächsten Tage hatte ich ordentlichen Muskelkater und eine leichte Zerrung am rechten, hinteren Oberschenkel, die erst am Freitag komplett abgeklungen war. Auch Verbrennungen an den Körperseiten und am Rücken heilten langsam ab. Das erfreuliche an der Sache war aber, dass egal wie, ich den Lauf auf alle Fälle bewältigen werde und das Ziel erreiche. Am Samstag den 27.03., einen Tag vor dem Lauf, besuchte ich die, in dem Gebäude und auf dem Flugfeld des ehemaligen Flughafen Tempelhof ausgerichtete Sportmesse “Berlin Vital“, um meine Startunterlagen abzuholen. Den ganzen Tag über aß ich nur leicht verdauliches Essen und auch nur soviel, um den großen Hunger zu stillen. Am Abend folgten dann die letzten Vorbereitungen zum Lauf. Ich packte Wechselwäsche und Laufsachen in meinen Halbmarathon-Plastiksack ein, ebenfalls eine Flasche Mineralwasser, meine Unterlagen… Und auch Heftpflaster, um eventuell meine Brustwarzen zu bekleben und damit vor Reibung zu schützen. Ich band den Champion-Chip (Zeitmesser) in den rechten Laufschuh ein und packte auch die Laufschuhe in den Plastiksack. Anschließend ging ich ausgiebig baden und cremte mich danach am ganzen Körper ein. Ich setzte noch Tee auf und versuchte, mich auch mental auf den folgenden Tag vorzubereiten, bevor ich dann schließlich in das Bett ging. Irgendwann schlief ich mehr schlecht als recht ein und wurde am nächsten Tag vom Wecker um acht Uhr aus dem Schlaf gerissen. Ich aß eine kleine Portion Haferflocken mit Wasser, ging nochmals baden und cremte mich wieder ein. Anschließend machte ich mich mit der U-Bahn in Richtung Alexanderplatz auf. Am Bahnhof und in der U-Bahn waren viele andere Gleichgesinnte, die man am sportlichen Erscheinungsbild, an Laufschuhe oder den weißen Halbmarathon-Plastiksack erkannte, und es stiegen bei jedem Halt immer wieder welche hinzu. Als die U-Bahn kurz vor 10 Uhr am Alexanderplatz ankam, waren bereits Scharren von Läufer und deren Anhang unterwegs. Als ich den U-Bahnhof verließ, hatte sich der Himmel bereits mit dunklen Wolken zugezogen und ein kalter Wind zischte über den Platz. Die ganze Woche über war absolutes Sonnen- fast Sommerwetter und pünktlich zum Wochenende und Lauf war es kalt und regnerisch. Mal wieder typisch! Ich verschaffte mir am Alexanderplatz zunächst einen kurzen Überblick und guckte mir zuerst den Startverlauf am Berliner Dom an, lief dann Richtung Rotes Rathaus und suchte hinter dem Zielbereich den von unzähligen abgestellten roten Lkw-Anhängern für mich zuständigen Anhänger aus, um meinen Plastiksack während des Laufs abgeben zu können. Als ich den richtigen Lkw-Anhänger gefunden hatte, zog ich mich wie viele andere am Anhänger um. Lange Jogginghose aus, kurze Hose an. Weißes T-Shirt aus, blaues Event-Shirt an. Laufschuhe an. Heftpflaster in die Hosentasche. Die Laufjacke wurde wegen des unbeständigen Wetters anbehalten. – Ich gab meinen Plastiksack ab. Kurz vor halb elf traf ich mich mit meiner Mutter, meinem Bruder Marc, seiner Freundin Janine und deren Tochter am Neptunbrunnen, die zu meiner Unterstützung gekommen waren, und wir liefen dann gemeinsam zum Startbereich. Um 11:45 Uhr stand ich schon im Rattenschwanz vor der Startlinie an, meine Begleitung am Rand, und als der Regen immer kräftiger wurde, bat ich darum, nicht auf mich zu warten. Als der Startschuss fiel, trabten die insgesamt 23.800 Läufer endlich los. Mir wurde noch zugewunken und viel Glück gewünscht, anschließend lief ich über die Startlinie und der Lauf begann. • Streckenverlauf 2010: Große Bildansicht des Streckenverlaufs öffnen>>>
Ich lief los und behielt mir im Hinterkopf, nicht zu schnell zu laufen, um am Ende nicht schlapp zu machen. Die gesamte Strecke “Unter den Linden” regnete es kräftig und ich war froh, meine Laufjacke an zu haben. Hinter dem Brandenburger Tor klarte der Himmel aber auf und die Sonne kam hervor. Bis zum Kurfürstendamm herrschte richtig frühlingshaftes Wetter mit Sonnenschein und morgendlich-frisch aber doch warmer Luft. Die Laufjacke wurde da dann doch ein wenig zur Qual und ich überlegte schon, mich der Jacke einfach zu entledigen und sie an den Straßenrand zu werfen. Aber ich behielt sie an.
Es lief trotz der Jacke gut, ich hatte keine körperlichen Probleme, mir machte es einfach richtig Spaß, mitten der anderen Läufer an dieser attraktiven Strecke mitlaufen zu können. Mittendrin heizten am Rand postierte Musikbands die Läufer ein. Mal war es eine Jazzband, mal eine Rockband, oder auch Indigos und Trommler verschiedener Couleur. Auch die zahlreichen Zuschauer klatschten und feuerten den Läufern zu. Manche hielten Transparente oder kleine Pappschilder in die Höhe, wo zum Beispiel Sätze standen, wie: “Ihr seid Alle Sieger!”. Es machte richtig Spaß, ich lief ganz ruhig und recht langsam und griff bei jedem Erfrischungspunkt nach einem Plastikbecher mit Wasser. Auch in der Läuferschar entdeckte man Leute, die Sprüche auf den T-Shirts hatten, wie: “Ich bin über 50 Jahre alt und laufe hier mit, weil meine Frau mich angemeldet hat!”, oder mit anderen interessanten Sprüchen. – Am Kurfürstendamm, die Hälfte der Strecke lag hinter mir, bemerkte ich, dass meine Brustwarzen aufscheuerten, ließ es aber sein, die Heftpflaster aufzukleben (wenn sie denn überhaupt gehalten hätten, bei dem Schweiß), weil ich es nicht als sehr unangenehm empfunden hatte. Ab Kilometer 17 aber, am Potsdamer Platz, wurde es wieder kalt und windig, regnete aber zum Glück nicht, und die Beine wurden merklich schwerer. Auch die Brustwarzen begannen zu bluten und unangenehm zu schmerzen. Ab da hoffte ich auf jede weitere Kilometermarke, auf jedes weitere Schild, welches den aktuellen Kilometerstand angab, und zählte ab, nur noch so und soviel Kilometer vor mir zu haben. Als ich endlich, nach zwei Stunden und dreizehn Minuten, über die Ziellinie laufen konnte, war ich doch froh, es endlich geschafft zu haben, aber vor allem glücklich.
Hinter dem Zielbereich trank ich noch an den Verpflegungsstationen einige Becher Wasser und Zitronentee und aß zwei Bananen. Dann wurde mir meine Medaille um den Hals gehängt und ein Siegerfoto wurde gemacht. Schließlich gönnte ich mir noch einen halben Liter alkoholfreies Bier, holte meinen Plastiksack ab, erhielt meine provisorische Urkunde und machte mich dann auf dem Weg nach Hause.
Zu Hause gönnte ich mir ein volles Bad, cremte dann die leichten Verbrennungen ein und stellte mich auf die Waage, die das erste Mal seit einigen Jahren ein Gewicht von unter Hundert Kilo, genau 99,5kg, anzeigte!
- Das ist jetzt zwei Wochen her: Nach dieser sportfreien Erholungsphase wiege ich wieder meine 103kg. Meine leichten Blessuren sind auch wieder verheilt. Und jetzt ist schon gewiss: Nächstes Jahr auf jeden Fall wieder! Dann aber mit abgeklebten Brustwarzen. Mit Pulsuhr. Und mit dem Ziel unter zwei Stunden zu kommen!
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30. Halbmarathon Ergebnisse: Name: Augstein, Andreas Wolfgang. Startnummer: 3308. Platz: 11676. Altersklasse: M30. Altersklassen-Platz: 1452. Netto: 02:13:49. Brutto: 02:29:11. Zeit pro km: 06:20. Geschwindigkeit: 9.46 km/h.
Ich weiß, dass man aus Himmelssternen, aus Spielkarten und sogar aus Knochen und Eingeweide Zeichen, Schicksale und die Zukunft lesen kann. Aber aus einer Katzentoilette? – Und doch wurde mir heute (einige Tage nach Ostern) bei der Reinigung der Katzentoilette ein eindeutiges Zeichen aufgetan: Es zeigte sich der Gekreuzigte selbst! Jesus Christus höchstpersönlich! Geformt in Klumpstreu, staubarm und geruchsneutral. – Aber was will mir dieses Zeichen sagen und von wem kommt es? Welche Katze ist das Medium, der Transmitter zur Welt des Übersinnlichen? Fragen über Fragen und keine Antwort…