DIE DREIGROSCHENOPER –
Von Bertolt Brecht und Kurt Weill


Theater: Berliner Ensemble
Werk: Die Dreigroschenoper
Autoren: Bertolt Brecht (Text) und Kurt Weill (Musik)
Regie, Bühne, Lichtkonzept: Robert Wilson
Musikalische Leitung, Korrepetition: Hans-Jörn Brandenburg, Stefan Rager
Kostüme: Jacques Reynaud
Dramaturgie: Jutta Ferbers, Anika Bárdos
Licht: Andreas Fuchs
Mit: Dejan Bucin (Jimmy), Heinrich Buttchereit (Kimball), Christina Drechsler (Polly Peachum), Anke Engelsmann (Betty), Ruth Glöss (Alte Hure), Anna Graenzer (Lucy), Traute Hoess (Celia Peachum), Jürgen Holtz (Jonathan Jeremiah Peachum), Ursula Höpfner-Tabori (Dolly), Boris Jacoby (Hakenfingerjakob), Gerd Kunath (Der reitende Bote), Stefan Kurt (Macheath), Christopher Nell (Sägerobert), Uli Pleßmann (Smith), Janina Rudenska (Vixer), Walter Schmidinger (Der reitende Bote, Eine Stimme), Martin Schneider (Münzmatthias), Marina Senckel (Vixer), Jörg Thieme (Ede), Georgios Tsivanoglou (Filch), Gabriele Völsch (Molly), Axel Werner (Brown), Angela Winkler (Jenny), Mathias Znidarec (Trauerweidenwalter)
Das Orchester: Ulrich Bartel (Banjo, Violoncello, Gitarre, Hawaii-Gitarre, Mandoline), Hans-Jörn Brandenburg (Harmonium, Klavier, Celesta), Tatjana Bulava (Bandoneon), Martin Klingeberg (Trompete), Stefan Rager (Pauken, Schlagzeug), Jonas Schoen (Tenor- und Sopransaxophon, Klarinette, Fagott), Benjamin Weidekamp (Alt-, Sopran- und Baritonsaxophon), Otwin Zipp (Posaune, Kontrabaß), Jo Bauer (Klänge, Geräusche)

Beschreibung: Die DREIGROSCHENOPER und das BE – Robert Wilson und Bertolt Brecht – Mackie Messer und der Mond von Soho… spannender kann eine Premiere – auf der Bühne, auf der 1928 die Uraufführung von Brechts wüsten Jugendwerkwerk stattfand – kaum sein. Jonathan Peachum betreibt einen äußerst florierenden Handel mit der Ausstattung von Bettlern. Das Geschäft mit den „Ärmsten der Armen“ läuft sehr gut. Doch dann erfährt er, daß seine Tochter Polly heimlich den Gangsterboss Mackie Messer geheiratet hat. Peachum tobt. Die einzige Lösung: Man muß Mackie an den Galgen bringen. Trotz Pollys Warnung verläßt der frischgebackene Ehemann die Stadt nicht, sondern besucht wieder einmal die Huren von Turnbridge. Eine von ihnen, Jenny, liefert ihn prompt ans Messer. Seine Hinrichtung scheint unabwendbar, bis ein „reitender Bote“ der Königin erscheint und Mackies Freilassung sowie seine Erhebung in den Adelsstand verfügt.
Pressestimmen:
Ein Wunder! Neues Deutschland
Berlin hat endlich den Musical-Hit, auf den es so lange gewartet hat. Spiegel-online
Und wir dürfen erregt rufen: Wilsons frappierend zarte, vornehmlich im Piano-Ton kammermusikalisch fein witzig ziselierte sowie elegant expressionistisch und überraschend minimalistisch zelebrierte „Dreigroschenoper“ dürfte zum Schönsten, Trefflichsten, Entstaubtesten gehören, das wir je sahen an Produktionen dieses allerorts gegebenen Klassikers. Welt am Sonntag
Eigene Notiz: Ich war am 01.02.2010 in der Vorstellung. Das Haus war nahezu ausverkauft. Nur hier und da, beim genauen Absuchen, sind einige wenige freie Plätze aufgefallen. Sonderlich das auch die rechts von meiner gelegenen Loge, Orchesterloge 2, mit ihren zwei Plätzen frei blieb. Kurz vor Beginn nahm dort ein Mann im gesetzten Alter den Platz ein. Er trug einen blauen Arbeitskittel und ist mutmaßlich der Hausmeister des Theaters. Die anderen Mitarbeiter des Hauses, ob an Kasse, Garderobe oder als Kartenkontrolleur sind immer schwarz und schick gekleidet. Der Hausmeister sprach mich gleich an, als ich mein Programmheft an den Rand zwischen den beiden Logen ablegte: “Verjessen se dit aba nich!” Nein, mach ich nicht. “Und haben se dit Stück schon mal jesehn?” Nein…, äh, na doch, ein mal im Admiralspalast! “Sie werden sehn, dit hier is aba richtich Trüffel! Können se mir globen!” … – Und der Herr Hausmeister hat nicht zuviel versprochen. Ein Glanzstück, das bei jedem Berlinbesucher auf dem Programm stehen sollte! Man fühlt sich, als ob man in den Goldenen Zwanziger Jahren Berlin erlebt, weil das Stück dieses Flair verbreitet. Dabei wirkt es zeitgemäß und überhaupt nicht verstaubt! Mit den einfachsten Mitteln werden auf der Bühne Effekte gezaubert, die ab und an auch Gänsehaut verursachen. Mein Fazit: Absolut Sehenswert! (Dagegen war die Admiralpalast-Aufführung pompöser und fulminanter ausgestattet, kann aber im Vergleich um Längen nicht mithalten.) Nach der Aufführung und als der Applaus sein Ende fand, ergriff noch der Macheath das Wort, und bat das Publikum um eine Spende für Haiti! Alle Berliner Theater hatten wohl am 01.02. nach der Vorstellung um eine Spende gebeten und wollen gemeinsam entscheiden, wie das Geld genutzt werden soll. Vor dem Ausgang standen dann einige Schauspieler, die Leinentücher aufgespannt hielten, in welche man seine Geldspende hinein werfen konnte. Als ich meine letzten paar Euro Münzgeld in so ein Leinentuch legte, war ich doch ein wenig beschämt, weil dort schon ein Haufen an Geldscheinen drin war. Der Schauspieler dankte mir und wünschte einen schönen Abend. Und ich muss sagen, es war ein absolut erstklassiger Theaterabend!
Sonstiges:
- Link zu einem Fernsehbeitrag von TVB.