
Dieser Tage gibt es in Berlin nichts Spannenderes, Abwechslungsreicheres und Gefährlicheres als Fußgänger zu sein! – Seit einigen Wochen schon beschäftigen sich Berliner Boulevardblätter mit der Sorge, wann Berlin das Streusalz ausgeht. Und jetzt ist es endlich soweit, die Gehwege zum unbeliebten “Gehweg-Sliden” nutzen zu können. Wer eine gute Haltungsnote erreicht, hat fürwahr ein Talent und war mit Konzentration bei der Sache. So spannend wird es einem selten gemacht. Der Berliner Gehweg ändert alle paar Meter seinen Schwierigkeitsgrad, je nachdem welcher Streudienst gerade zuständig ist. Selten ist der Gehweg frei von Schnee und Eis und immer wieder muss man sich auf einen veränderten Glättegrad und ein anderes Profil einstellen: Es gibt weiße Schneedecken und transparente Eisflächen. Es gibt spiegelglattes oder welliges Profil. Es gibt Schneeberge und tiefe Matschpfützen. Alles ist vorhanden! Alles wird einem abverlangt! … Gestreut wurde meist sparsam und spärlich. Mal soll heller Zuckersand den Gehweg sicher machen. Mal ist es dunkelbraunes oder schwarzes Granulat. Sicher ist man nirgendwo! Und nicht wenige sind es, die sich bereits längsseits an den Berliner Gehweg anschmiegten…

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“Dieser Tage gibt es in Berlin nichts Spannenderes, Abwechslungsreicheres und Gefährlicheres als Fußgänger zu sein! ”
doch, Radfahrer sein….
Da kann ich nur zustimmen!
Ich stand letztens vor der Herausforderung, den Eisberg am Frankfurter Tor zu bezwingen… Von der Tram M10 zur U5 zu gelangen ist schon fast als Lebensgefahr einzustufen! Die BVG bzw. Stadt Berlin sollte mal überlegen, ob sie wirklich die Verantwortung dafür übernehmen möchte, wenn da jmd aus- und vor die nächste Tram rutscht!! Wer haftet in so einem Fall? Wäre mal interessant zu wissen.
Irgendwie bekommen die allgemein um die Jahreswende geäußerten Wünsche “Guten Rutsch!” gerade eine neue Bedeutung… :p
Es ist ein ewiger Eierlauf…ähm…Eislauf. Wie auch immer. Meine Füße sind mir schon mehrmals weggerutscht und das Knie hat sich öfter verdreht. Aber: Noch nicht hingefallen. Toi toi toi.
@MAUSFLAUS: Ok-, die Radwege sehen auch scheiße aus! Aber die (Haupt)Straßen sind in Berlin wirklich gut befahrbar, auch für Radfahrer. Dort ist kein Schnee in Sicht… Ich glaub, du willst mich ärgern?
@MF: Sag ich doch, … hab ich doch recht! Ich hab mich darüber mal schlau gemacht: In Berlin ist der für den Gehweg Zuständige verpflichtet, den Gehweg von Schnee und Eis zu befreien. Rutscht jemand aus und verletzt sich, gibt es vielleicht eine Versicherungen, die die Arztkosten trägt. Große Läden oder Streudienste sind eigentlich immer versichert. Dann kann man aber auch evtl. die strafrechtliche Schiene prüfen… Fahrlässige Körperverletzung???
@PUPPE: Haltungsnote 8.4!
Berliner Morgenpost vom 15. September 2010:
Neues Winter-Gesetz: Schneebeseitigung wird teurer
Mittwoch, 15. September 2010 – Von Gilbert Schomaker
Nach dem Schnee-Chaos im vergangenen Winter greift der Berliner Senat nun durch: Mit dem neuen Winterdienst-Gesetz soll es keine spiegelglatten Eisbahnen mehr in der Stadt geben. Aber das wird teuer.[...]
“Im außergewöhnlichen Winter 2009/10 ist deutlich geworden, dass die bisherigen gesetzlichen Regelungen zum Winterdienst ergänzt und verbessert werden müssen“, hieß es in einer Erklärung von Umweltsenatorin Katrin Lompscher (Linke). In der Tat hatten im vergangenen Winter durch die langanhaltende Frostperiode und die großen Mengen an Schnee viele Berliner Probleme auf den vereisten Geh- und Radwegen. [...]
Das neue Gesetz sieht auch ein Verbot für die Anhäufung von Schnee und Eis auf Radwegen und Behindertenparkplätzen vor. Wie das in der Praxis funktionieren soll, ist offen. Denn es war die BSR, die im vergangenen Winter mit ihren Schneepflügen die Straßen räumte, aber dafür Schneeberge am Straßenrand entstehen ließ. [...]