Mein Berlinale-Programm
(Zu meinen Berlinale-Fotos: Februar 2010.)

Metropolis Dtsch. Stummfilm
Freitag, 12. Februar. Berlinale Special, Galavorstellung:
Fritz Langs Stummfilmklassiker Metropolis kehrt 83 Jahre nach der Uraufführung in der restaurierten Fassung der Murnau-Stiftung auf die Kinoleinwand zurück. Die Weltpremiere dieser Fassung wird mit neu editierter Musik im Friedrichstadtpalast stattfinden. Nach der Originalpartitur von Gottfried Huppertz wird die Aufführung vom Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin begleitet. Diese besondere Präsentation läßt sich außerdem am Brandenburger Tor in einer öffentlichen Live-Übertragung verfolgen.
YouTube.de: Comeback für Film-Meisterwerk

Neukölln Unlimited Dtsch. Dokumentation
Samstag, 13. Februar. Berlinale Generation 14plus:
Als deutscher Langfilmbeitrag bewirbt sich die Dokumentation von Agostino Imondi und Dietmar Ratsch um den Gläsernen Bären. Der Titel legt den Bezug zu Berlin schon nah, und in der Tat widmet sich der Film den Geschwistern Lial, Hassan und Maradona Akkouch, die zwar seit 18 Jahren in Berlin zu Hause sind, aber trotzdem permanent von der Abschiebung in den Libanon bedroht bleiben. Zwischen Ausländerbehörde und Hip-Hop-Bühne versuchen sie, die Widersprüchlichkeiten ihres Lebens selbst in den Griff zu bekommen. Ihr künstlerisches Talent muss für den Unterhalt sorgen und ist gleichzeitig eine Möglichkeit, den Druck, der ihnen von der Gesellschaft auferlegt wird, sinnlich abzulassen.
YouTube.de: Neukölln – Trailer

New York Memories Dtsch. Dokumentarfilm
Samstag, 13. Februar. Berlinale Panorama:
Der Filmregisseur Rosa von Praunheim besucht seine Heldinnen aus früheren Filmen, vornehmlich aus “Überleben in New York”. Gleichzeitig gelingt ihm mit NEW YORK MEMORIES ein markantes Bild New Yorks von den 70ern bis heute.

Tanzträume Deutsch
Sonntag, 14. Februar. Berlinale Special:
Regie: Anne Linsel, Rainer Hoffmann. / Dokumentarfilm, Inhalt: In Erinnerung an die 2009 verstorbene, international gefeierte Choreographin Pina Bausch zeigt die Berlinale den Dokumentarfilm Tanzträume. Im Sommer 2008 hatte Bausch eine Wiederaufnahme ihres Klassikers “Kontakthof” einstudiert. In dem Tanzstück über menschliche Begegnungen und elementare Gefühle übernahmen 26 Schüler und Schülerinnen die Hauptrollen. Der Film beobachtet die Proben mit den Jugendlichen und begleitet sie bis zur Premiere. Im Vordergrund steht das Hineinwachsen in einen künstlerischen Prozess.
YouTube.de: Zum Tod von Pina Bausch
YouTube.de: Tanzträume – Trailer

L`Inferno Ital. Stummfilm/ Vortrag: Deutsch
Sonntag, 14. Februar. Berlinale Internationales Forum:
Christoph Schlingensief zeigt und kommentiert den Film L´Inferno (1911) von Guiseppe De Liguoro. – L’Inferno basiert auf dem ersten Teil der Göttlichen Komödie von Dante Alighieri, in der der Dichter in Ichform seine Reise durch die jenseitige Welt beschreibt. Der Film folgt detailgetreu dem Weg Dantes durch die Hölle – l’inferno –, der geführt wird von dem von ihm verehrten römischen Dichter Vergil. Ausstattung und Setdesign des Films wurden getreu der berühmten Illustrationen Gustave Dorés entwickelt und machen den Film zu einem visuellen Vergnügen. Auf Beatrice’ Geheiß führt Vergil Dante auf seiner spirituellen Reise durch die zehn ‚Kreise’ der Hölle, die einem antiken Amphitheater gleich wie ein Trichter geformt ist, der zum Erdmittelpunkt führt. Während Dante die Konsequenzen jeder der Hauptsünden vor Augen geführt bekommt, durchlebt er das ganze Spektrum menschlicher Gefühle, von Mitgefühl bis Empörung.
Kommentar: Prinz Blog Berlin
Kommentar: Tagesspiegel

Welt am Draht Deutsch
Montag, 15. Februar. Berlinale Special:
1973 drehte Rainer Werner Fassbinder einen Film über computersimulierte Realitäten. In der zweiteiligen, für das FErnsehen entstandenen Produktion geht es um einen Supercomputer, der imstande ist, eine ganze Welt künstlich zu erschaffen. Das Gerät wird an einem Institut entwickelt, dessen Direktor wahnhafte Bewusstseinsveränderungen erlebt. Fassbinder bediente sich klassischer Genremotive, um effektvoll über Fragen der Korruption und Manipulation zu reflektieren. Welt am Draht wird bei der Berlinale erstmals im Kino zu sehen sein.
YouTube.de: Welt am Draht – Ausschnitte

Frauenzimmer Dtsch. Dokumentarfilm
Montag, 15. Februar. Berlinale Perspektive Deutsches Kino:
Die Regisseurin Saara Waasner bringt drei kluge und selbstbewusste Prostituierte jenseits der für das Gewerbe üblichen Altersgrenze dazu, frei und reflektiert über ihren Beruf und ihren Lebensalltag zu sprechen.

Der Räuber Deutsch
Dienstag, 16. Februar. Berlinale Wettbewerb:
Regie: Benjamin Heisenberg. Darsteller: Andreas Lust, Franziska Weisz. / Inhalt: Johann Rettenberger ist erfolgreicher Marathonläufer und zugleich professioneller Bankräuber. Vor allem aber ist er ein Getriebener, ein Mann, der immer in Bewegung ist und dabei stets Einzelkämpfer bleibt. Menschliche Nähe kann er nur schlecht ertragen.
YouTube.de: Der Räuber – Trailer

Cindy liebt mich nicht Deutsch
Dienstag, 16. Februar. Berlinale Perspektive Deutsches Kino:
Weil zwei Männer nicht nur dieselbe Frau lieben, sondern beide sie auch nicht wirklich kennen, müssen sie sich zusammentun, um sie zu suchen, als sie beiden zu entschwinden droht. Ein Roadmovie der Gefühle.

Boxhagener Platz Deutsch
Dienstag, 16. Februar. Berlinale Special:
Regie: Matti Geschonnek. Darsteller: Gudrun Ritter, Michael Gwisdek, Samuel Schneider, Meret Becker, Jürgen Vogel. / Inhalt: Ost-Berlin im Jahr 1968: Studentenunruhen und sexuelle Revolution im Westen, Panzer in Prag. Eine Familie am Boxhagener Platz erlebt ihre eigenen Dramen. Ottilie ist der Mittelpunkt der Familie Jürgens. Ihr Enkel Holger ist Jungpionier und mit ersten Liebesabenteuern beschäftigt. Holgers Vater ist Polizist, die Mutter dauerhaft schlecht gelaunt. Eines Tages wird der Kleinhändler Fisch-Winkler erschlagen aufgefunden. Der Kreis der Verdächtigen erstreckt sich bis hin zu einer Westberliner Studentenkommune.
YouTube.de: Boxhagener Platz – Trailer

Filmreihe Drei deutsche Filme
Mittwoch, 17. Februar. Berlinale Perspektive Deutsches Kino:
Der Film Lebendkontrolle von Florian Schewe setzt das Thema für ein Programm mit mittellangen Arbeiten aus drei deutschen Filmhochschulen, die sich im weiteren und doch eigentlichen engen Sinne mit gesellschaftlicher und persönlicher Verantwortung beschäftigen. Und damit, wie diese manchmal gar nicht mehr zu bewältigen ist. Die Narben im Beton werden in dem Film von Juliane Engelmann auf schmerzliche Weise sichtbar gemacht. Es geht um eine junge Mutter in der Mitte des immer größer werdenden Randes, die ihre Kinder mit Liebe allein nicht mehr schützen zu können scheint. Jessi ist schon alt genug, sich selbst zu schützen, obwohl sie noch viel zu jung dazu ist. Ihre familiäre Situation lässt ihr aber keine andere Wahl. Der gleichnamige Film von Mariejosephin Schneider schließt ein Programm ab, dessen Beiträge Schmerzgrenzen überschreiten.

Barriere Dtsch. Dokumentation
Mittwoch, 17. Februar. Berlinale Panorama:
In stilvollem Schwarz-Weiß zeichnet Andreas Kleinert in Barriere eine wichtige Karrierephase junger Schauspieler: Sie sind zum Vorsprechen eingeladen. Für Hamlet im Freilichttheater Zittau! Witzig und präzise entwickelt sich ein liebevolles Charakter-Kaleidoskop.
YouTube.de: Barriere – Trailer

Shahada Deutsch
Donnerstag, 18. Februar. Berlinale Wettbewerb:
Der Episodenfilm spielt während des Fastenmonats Ramadan und erzählt von Maryam, Samir und Ismail, drei jungen Muslimen in Deutschland. Alle drei geraten in Krisen, die ihr bisheriges Werte- und Glaubenssystem auf die Probe stellt. Ismail, ein türkischer Polizist und Familienvater in Berlin, kann einen dramatischen Unfall mit seiner Dienstwaffe nicht verkraften. Der aus Nigeria stammende Samir gerät wegen seiner Homosexualität in einen Glaubenskonflikt. Maryam ist die sehr westlich orientierte Tochter eines türkischen Geistlichen, doch nach einem schlimmen Erlebnis kehren sich die Wertvorstellungen von Vater und Tochter um.
YouTube.de: Shahada – Trailer

Portraits deutscher Alkoholiker Dtsch. Dokumentarfilm
Donnerstag, 18. Februar. Berlinale Perspektive Deutsches Kino:
In dem brisanten Dokumentarfilm der Kölner Regisseurin Carolin Schmitz sind die Protagonisten gar nicht zu sehen. Trotzdem liefert der Film genaue, spannende und erschütternde Portraits deutscher Alkoholiker.

Play It … Short! 2 Dtsch. Kurzfilme
Donnerstag, 18. Februar. Berlinale Retrospective:
Filme: Annie, Geschichten vom Kübelkind (Episode 17), Soldaten Soldaten, Sszzttt, Zum Glück gibts kein Patent.

Jud Süss – Film ohne Gewissen Deutsch
Freitag, 19. Februar. Berlinale Wettbewerb:
Regie: Oskar Roehler. Darsteller: Tobias Moretti, Martina Gedeck, Moritz Bleinbtreu, Justus von Dohnanyi. / Inhalt: Deutschland während der nationalsozialistischen Herrschaft: Der mittelmäßig erfolgreiche Schauspieler Ferdinand Marian nimmt 1939 widerstrebend die Hauptrolle im Propagandafilm Jud Süß an. Marian lässt sich auf ein Spiel mit der Macht ein. Zu spät begreift er, dass er selbst zum Instrument geworden ist und das Leben seiner jüdischen Frau auf Spiel setzt. Seine persönliche Tragödie nimmt ihren Anfang.
YouTube.de: Jud Süss – Trailer

Wiegenlieder Dtsch. “Berlin-Film”
Samstag, 20. Februar. Berlinale Panorama:
Einen grandiosen Berlin-Film zeigen Johann Feindt und Tamara Trampe mit Wiegenlieder. Mit ihren Fragen nach den Liedern der Kindheit katapultieren sie ihre Protagonisten, ein liebevolles Sammelsurium typisch alternativer Berliner, in die unschuldigen Zeiten ihres Lebens zurück und verweben die Eindrücke zu einem vielstimmigen filmischen Gedicht.

Alle meine Stehaufmädchen Deutsch
Samstag, 20. Februar. Berlinale Panorama:
Alle meine Stehaufmädchen. Von Frauen, die sich was trauen. – Der von Lothar Lambert so sehr bewunderte Pragmatismus der Frauen erfährt eine berührende Hommage in einem Potpourri Berliner Lebensgeschichten.
