
Ich spendete einmal in meiner Ausbildung, etwa im Jahr 1995, Blut. Damals tat ich es, weil alle es im Betrieb taten. Seitdem nicht wieder.
Als ich aber im Dezember 09 hörte, dass das DRK in regelmäßigen Abständen quasi direkt vor meiner Haustür Blut abzapft und weil ich im Laufe der Jahre eine leichte Spritzenphobie entwickelt hatte, wusste ich, dass der Zeitpunkt für regelmäßiges Blutspenden gekommen war! Ich informierte mich im Internet und musste dabei feststellen, dass die Vorteile die Nachteile bei weitem überwiegen.
Dazu kamen, als letzte notwendige Initialzündung, Werbesprüche wie folgender:
Nach Informationen des Deutschen Roten Kreuzes liegt der Anteil der Blutspender in Deutschland bei 2,3 Prozent derjenigen, die als Blutspender in Frage kommen. Wikipedia
Genau! Ich bin Einer und überhaupt nicht Mainstream! Ich bin Underground und Auserwählt!
Schließlich nutzte ich die automatische SMS-Erinnerungsfunktion, um beim nächsten Blutspendetermin dabei zu sein…
Vor zwei Tagen ging dann bei mir diese SMS ein:
Ihr Blutspendetermin: 23.02.2010 12:00 bis 17:00 in Berlin, Bezirksamt Reinickendorf, Eichborndamm 215
- Ihr DRK-Blutspendedienst.
Jetzt war es also soweit, man wollte mir an die Vene. Versprochen wurde mir eine tolle Kaffeetasse und ein leckeres Frühstück. Dafür sollte ich einen halben Liter Blut hergeben. Freiwillig und natürlich kostenlos, weil das DRK kein Geld für Blut ausgibt – obwohl die es wohl recht teuer verkaufen können… Egal. Ganz egal! Ich bin ja ein waschechter Lebensretter! Ein echter Lebensretter, sagt das DRK. – Und ein erkaufter Lebensretter ist nur halb so viel wert! Da ist mir Geld einfach egal. Da bin ich Idealist! Blutspende bleibt bei mir Blut-S-p-e-n-d-e-!
Alles was ich machen musste, war aus meine Haustür stolpern und zu Fuß zum Bezirksamt laufen. Vor Ort wurde ich gleich von einer Schwester begrüßt und die ersten Formalitäten wurden erledigt. Danach wurde ich an drei Stationen untersucht, mein Blut, mein Puls, meine allgemeine Verfassung und dann konnte ich mich auf die Liege legen, wo mir das Blut abgenommen wurde. Es dauerte keine 10 Minuten und ich durfte mich dem Frühstück und dem Teetrinken zuwenden. Das Blutspenden ist Alles in Allem eine sehr einfache, kaum unangenehme Sache. Ich hatte keine Probleme mit dem Kreislauf und fühlte mich schon kurz danach wieder richtig fit. Das Essen war frisch und lecker. Dort hab ich auch die versprochene Dankeschön-Kaffeetasse geschenkt bekommen. (Beim zweiten Mal Blutspenden kriege ich eine Erste-Hilfe-Tasche.) An den Essenstischen konnte man mit anderen Blutspendern ins Gespräch kommen, und es war recht interessant, wie manch einer zum Blutspenden kam. Ich hab mich rundum wohl gefühlt und werde beim Blutspenden bleiben, – nicht nur bis ich meine Phobie überwunden habe, sondern bis ich für meine Verdienste entsprechend ausgezeichnet wurde! -
Das sehe ich bereits recht sportlich! – Immer höher, immer weiter! ![]()
Archiv für Februar 2010
Mein Blut ist für Alle da!
Dienstag, 23. Februar 2010Berlinale Rückblende
Montag, 22. Februar 2010
Die 60. Internationalen Filmfestspiele in Berlin (11. bis 21. Februar), meine erste Berlinale, sind vorüber. Die Erinnerungen verschwimmen bereits und Notizen habe ich keine gemacht, um hier einen einwandfrei lückenlosen Bericht abzuliefern. – Als ich im Januar von der Berlinale erfuhr, nahm ich für die Zeit extra Urlaub und machte mit Beginn des Vorverkaufs den Wahnsinn mit, täglich eine ordentliche Portion an Arbeit, Wille und Geschick zu investieren, um Tickets für die favorisierten Vorstellungen zu kriegen. Der Vorverkauf lief für Premieren drei Tage zuvor an, für Wiederholungen vier Tage im Voraus. – Die Ticketjagd war mitunter sehr anstrengend: Ich stand einige Male am Zentralen Vorverkauf am Potsdamer Platz und ich nutzte auch andere Theaterkassen in Berlin-Mitte, die alle pünktlich um zehn Uhr öffneten. Bereits einige Stunden vorher ließen sich schon die ersten Ticketjäger mit Picknickdecken vor dem Zentralen Vorverkauf nieder und erwarteten die Öffnung. Ich nutzte daher vor allem die allgemeinen Theaterkassen, die zwar nur ein begrenztes Kontingent an Karten zur Verfügung hatten, aber allemal nicht solch einen Zulauf an Menschen bewältigen mussten. Ich stand häufig pünktlich um 10 Uhr an der Theaterkasse, ich hinterließ Vorbestellungen. Ich telefonierte immer wieder oder verschickte Faxe, wenn ich irgendwie verhindert war und nicht zur Theaterkasse konnte. Im Lauf der Zeit lernte ich so alle Mitarbeiterinnen meiner Theaterkassen kennen. Ich erstellte Listen, welche Filme ich sehen will und wann diese Filme gezeigt werden. Dazu verplante ich die Tage und versuchte dann endlich die betreffenden Tickets zu kriegen. Und weil dann die eine Vorstellung bereits ausverkauft war, musste der ganze Plan geändert werden. So hatte ich nach wenigen Tagen gelernt und schließlich auch noch Alternativpläne in der Tasche, als ich wieder an der Theaterkasse anstand. Im Großen und Ganzen konnte ich jedoch, mit Ausnahme der Premieren im Berlinale-Palast, alles sehen, was ich sehen wollte. Ich war bei diversen Welturaufführungen und Premieren dabei. – Ich war im Friedrichstadtpalast, im Babylon, im Kino International, im HAU1, in der Urania, im CinemaxX, im Collosseum und im Cinestar. Insgesamt war ich bei achtzehn Veranstaltungen und habe für die Tickets 170 Euro ausgegeben. Dazu kam noch Geld für das unterwegs gekaufte Essen, die Systemgebühr der Ticketbestellungen und die Berlinale-Tasche, mit der eine Vielzahl von Menschen in den U- und S-Bahnen unterwegs waren und die auch als Erkennungszeichen diente. – Die ganz großen internationalen Stars habe ich nicht zu Gesicht bekommen, den ganz großen Rummel nicht erlebt, weil der ja am Berlinale-Palast ablief. Dafür aber die Schauspieler vor den Kinos, die bei meinen besuchten Premierenfilmen beteiligt waren. Ich lief über rote Teppiche in die Kinohäuser ein. Mal mit Schauspielern, mal von ihnen getrennt, je nachdem, wie wichtig der Film und wie bekannt die Schauspieler waren. Kamerateams und Fotografen hielten sich am Rand auf, interviewten den Einen, fotografierten den Anderen. Alles war hell erleuchtet. Auch in den Zuschauerreihen entdeckte ich immer wieder bekannte Gesichter. Ich genoss das Flair und das Leben, welches selbst in den Vorführungen herrschte. Fast jede Vorstellung fand durch einen Moderator einleitende Worte und am Ende erschienen Regisseure, Darsteller und Produzenten auf die “Bühne”, vor die Leinwand, wurden durch den Moderator interviewt und standen dann dem Publikum für Fragen zur Verfügung. Jeder Film wurde durch Applaus des Publikums gewürdigt, und auch nachher kamen die beteiligten Schauspieler & Co unter Beifall auf die Bühne. Anschließend traf sich, wer wollte, noch im Foyer oder in einer Lounge und konnte mit einigen Schauspielern über den Film reden. Es war wirklich klasse. Leben herrschte auch sonst. Man kam sehr schnell ins Gespräch, man redete mit fremden Menschen, die im Kino neben einem saßen, die mit einem zufällig im selben Bus auf den Weg in die selbe Vorstellung waren, oder die gemeinsam mit mir am Ticketschalter warteten. Man redete über alles rund um Berlinale, über Tickets, Filme und Schauspieler. – Ich war ständig unterwegs, von der Theaterkasse zum Kino, dann vielleicht irgendwo hin was Essen oder noch mal zum Potsdamer Platz, nach Hause zum Schlafen, aber schließlich wieder in irgendein Kino. An einigen Tagen standen drei Kinobesuche auf dem Programm. Einmal hatte ich noch eine Vorstellung um 22:30 Uhr und war, weil ich die letzte S-Bahn verpasst hatte, mit dem Nachtbus erst gegen zwei Uhr nachts wieder zu Hause. Am nächsten morgen um 09:30 Uhr stand dann aber wieder der erste von drei Kinobesuchen an. Es war total anstrengend, aber auch wirklich toll! Und bei meinem Berlinale-Programm waren Glanzperlen, wie Metropolis oder L`Inferno dabei, klasse deutsche Filme und witzige, charmante Low-Budget und No-Budget Filme / Dokumentationen, die fast alle den Eintritt wert waren, und auf die man wohl bis zu einer Fernsehausstrahlung lange (und teilweise wohl auch vergebens) warten müsste. (Einen absoluten Reinfall gab es nur einmal mit dem Film Jud Süß.) Es war ein toller Berlinale-Urlaub. Nächstes Jahr vielleicht wieder…und wieder mit dem Schwerpunkt deutsche Filme, deutsche Dokumentation…
Der Frühling naht
Sonntag, 21. Februar 2010
Nicht mehr lang und wir können nicht nur nach links, sondern vor allem auch geradeaus: Für Nichtschwimmer wird die Mitnahme von Schwimmflossen empfohlen!
Berlin ist naturgegeben flach, doch der hartnäckige schneereiche Winter hat eine Miniaturlandschaft von durchziehenden Gebirgsketten und Hügellandschaften hinterlassen. Immer wieder wurde der Schnee an den Rand geschippt und gestapelt, um Straßen und Gehwege halbwegs frei zu halten, und so wuchsen mancher Stelle mannshohe Schneeberge empor. Seit einigen Tagen endlich setzt sich der Frühling durch und alles taut in einem atemberaubenden Tempo ab. Überall fließt das Schmelzwasser in die tiefsten Stellen. Große Pfützen haben sich gebildet und wachsen weiter an. Man hört es plätschern, fließen und tropfen. Von den Dächern, in die Gullys.
- Der Wechsel der Jahreszeiten kam so abrupt, wie unerwartet.
Es hat auch gereicht mit dem Winter und umso mehr freut man sich auf die kommende Zeit.
Wer genau hinschaut, sieht auch schon Knospen an Bäumen und Sträuchern. Nicht mehr lang: Bald wird es wieder grün.
+++ sportnotiz +++
Samstag, 20. Februar 2010gestern bin ich im training meinen ersten halbmarathon (21km) gelaufen. habe zwei stunden und fünfzehn minuten gebraucht. zu hause fast auf ex zwei liter wasser getrunken. war danach im hallenbad noch diverse bahnen schwimmen. heute keine knie-schmerzen, kaum muskelkater, keine hüftprobleme, nur eine leicht gereizte achillessehne, linksseitig. fazit: durch gewichtsreduzierung, training und verbesserte straßen-bedingungen = luft nach oben. ergo: mein laufjahr 2010 mit berliner halbmarathon und berliner citynacht steht! – anmeldung ist raus.
(ich weiß, ich bin ein geiler typ. das braucht man mir nicht zu sagen…)
Ich sehe was, was du nicht siehst!
Montag, 15. Februar 2010
Das Bild unter die Lupe nehmen: Normalzoom | Superzoom
… Und das ist..?
ARTE+7 Tipp
Samstag, 13. Februar 2010
Auf der Internetseite ARTE+7 sind Beiträge des Fernsehsenders ARTE nach der Ausstrahlung im Fernsehen 7 Tage lang online zugänglich. Hier folgt mein aktueller ARTE+7-Tipp!

Die Reise nach Metropolis
Ausstrahlung am: Freitag 12 Februar 2010 um 23.10
Dauer: 57min.
>>>Zum FILM, HIER KLICKEN!!!<<<
"Metropolis" gehört zu den wichtigsten Werken der deutschen Filmgeschichte und ist der erste Film, der von der Unesco zum Weltdokumentenerbe erklärt wurde. Doch die Originalversion des 1927 in Berlin uraufgeführten Klassikers war 80 Jahre lang verschollen. Erst im Sommer 2008 spürten Mitarbeiter des Museo del Cine in Buenos Aires ein 16-mm-Duplikatnegativ auf, das einen großen Teil des verloren geglaubten Materials enthält. Die Dokumentation erzählt die spannende Geschichte eines filmischen Meisterwerks und seiner Restaurierung.
Berlinale Programm
Freitag, 12. Februar 2010Mein Berlinale-Programm
(Zu meinen Berlinale-Fotos: Februar 2010.)

Metropolis Dtsch. Stummfilm
Freitag, 12. Februar. Berlinale Special, Galavorstellung:
Fritz Langs Stummfilmklassiker Metropolis kehrt 83 Jahre nach der Uraufführung in der restaurierten Fassung der Murnau-Stiftung auf die Kinoleinwand zurück. Die Weltpremiere dieser Fassung wird mit neu editierter Musik im Friedrichstadtpalast stattfinden. Nach der Originalpartitur von Gottfried Huppertz wird die Aufführung vom Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin begleitet. Diese besondere Präsentation läßt sich außerdem am Brandenburger Tor in einer öffentlichen Live-Übertragung verfolgen.
YouTube.de: Comeback für Film-Meisterwerk

Neukölln Unlimited Dtsch. Dokumentation
Samstag, 13. Februar. Berlinale Generation 14plus:
Als deutscher Langfilmbeitrag bewirbt sich die Dokumentation von Agostino Imondi und Dietmar Ratsch um den Gläsernen Bären. Der Titel legt den Bezug zu Berlin schon nah, und in der Tat widmet sich der Film den Geschwistern Lial, Hassan und Maradona Akkouch, die zwar seit 18 Jahren in Berlin zu Hause sind, aber trotzdem permanent von der Abschiebung in den Libanon bedroht bleiben. Zwischen Ausländerbehörde und Hip-Hop-Bühne versuchen sie, die Widersprüchlichkeiten ihres Lebens selbst in den Griff zu bekommen. Ihr künstlerisches Talent muss für den Unterhalt sorgen und ist gleichzeitig eine Möglichkeit, den Druck, der ihnen von der Gesellschaft auferlegt wird, sinnlich abzulassen.
YouTube.de: Neukölln – Trailer

New York Memories Dtsch. Dokumentarfilm
Samstag, 13. Februar. Berlinale Panorama:
Der Filmregisseur Rosa von Praunheim besucht seine Heldinnen aus früheren Filmen, vornehmlich aus “Überleben in New York”. Gleichzeitig gelingt ihm mit NEW YORK MEMORIES ein markantes Bild New Yorks von den 70ern bis heute.

Tanzträume Deutsch
Sonntag, 14. Februar. Berlinale Special:
Regie: Anne Linsel, Rainer Hoffmann. / Dokumentarfilm, Inhalt: In Erinnerung an die 2009 verstorbene, international gefeierte Choreographin Pina Bausch zeigt die Berlinale den Dokumentarfilm Tanzträume. Im Sommer 2008 hatte Bausch eine Wiederaufnahme ihres Klassikers “Kontakthof” einstudiert. In dem Tanzstück über menschliche Begegnungen und elementare Gefühle übernahmen 26 Schüler und Schülerinnen die Hauptrollen. Der Film beobachtet die Proben mit den Jugendlichen und begleitet sie bis zur Premiere. Im Vordergrund steht das Hineinwachsen in einen künstlerischen Prozess.
YouTube.de: Zum Tod von Pina Bausch
YouTube.de: Tanzträume – Trailer

L`Inferno Ital. Stummfilm/ Vortrag: Deutsch
Sonntag, 14. Februar. Berlinale Internationales Forum:
Christoph Schlingensief zeigt und kommentiert den Film L´Inferno (1911) von Guiseppe De Liguoro. – L’Inferno basiert auf dem ersten Teil der Göttlichen Komödie von Dante Alighieri, in der der Dichter in Ichform seine Reise durch die jenseitige Welt beschreibt. Der Film folgt detailgetreu dem Weg Dantes durch die Hölle – l’inferno –, der geführt wird von dem von ihm verehrten römischen Dichter Vergil. Ausstattung und Setdesign des Films wurden getreu der berühmten Illustrationen Gustave Dorés entwickelt und machen den Film zu einem visuellen Vergnügen. Auf Beatrice’ Geheiß führt Vergil Dante auf seiner spirituellen Reise durch die zehn ‚Kreise’ der Hölle, die einem antiken Amphitheater gleich wie ein Trichter geformt ist, der zum Erdmittelpunkt führt. Während Dante die Konsequenzen jeder der Hauptsünden vor Augen geführt bekommt, durchlebt er das ganze Spektrum menschlicher Gefühle, von Mitgefühl bis Empörung.
Kommentar: Prinz Blog Berlin
Kommentar: Tagesspiegel

Welt am Draht Deutsch
Montag, 15. Februar. Berlinale Special:
1973 drehte Rainer Werner Fassbinder einen Film über computersimulierte Realitäten. In der zweiteiligen, für das FErnsehen entstandenen Produktion geht es um einen Supercomputer, der imstande ist, eine ganze Welt künstlich zu erschaffen. Das Gerät wird an einem Institut entwickelt, dessen Direktor wahnhafte Bewusstseinsveränderungen erlebt. Fassbinder bediente sich klassischer Genremotive, um effektvoll über Fragen der Korruption und Manipulation zu reflektieren. Welt am Draht wird bei der Berlinale erstmals im Kino zu sehen sein.
YouTube.de: Welt am Draht – Ausschnitte

Frauenzimmer Dtsch. Dokumentarfilm
Montag, 15. Februar. Berlinale Perspektive Deutsches Kino:
Die Regisseurin Saara Waasner bringt drei kluge und selbstbewusste Prostituierte jenseits der für das Gewerbe üblichen Altersgrenze dazu, frei und reflektiert über ihren Beruf und ihren Lebensalltag zu sprechen.

Der Räuber Deutsch
Dienstag, 16. Februar. Berlinale Wettbewerb:
Regie: Benjamin Heisenberg. Darsteller: Andreas Lust, Franziska Weisz. / Inhalt: Johann Rettenberger ist erfolgreicher Marathonläufer und zugleich professioneller Bankräuber. Vor allem aber ist er ein Getriebener, ein Mann, der immer in Bewegung ist und dabei stets Einzelkämpfer bleibt. Menschliche Nähe kann er nur schlecht ertragen.
YouTube.de: Der Räuber – Trailer

Cindy liebt mich nicht Deutsch
Dienstag, 16. Februar. Berlinale Perspektive Deutsches Kino:
Weil zwei Männer nicht nur dieselbe Frau lieben, sondern beide sie auch nicht wirklich kennen, müssen sie sich zusammentun, um sie zu suchen, als sie beiden zu entschwinden droht. Ein Roadmovie der Gefühle.

Boxhagener Platz Deutsch
Dienstag, 16. Februar. Berlinale Special:
Regie: Matti Geschonnek. Darsteller: Gudrun Ritter, Michael Gwisdek, Samuel Schneider, Meret Becker, Jürgen Vogel. / Inhalt: Ost-Berlin im Jahr 1968: Studentenunruhen und sexuelle Revolution im Westen, Panzer in Prag. Eine Familie am Boxhagener Platz erlebt ihre eigenen Dramen. Ottilie ist der Mittelpunkt der Familie Jürgens. Ihr Enkel Holger ist Jungpionier und mit ersten Liebesabenteuern beschäftigt. Holgers Vater ist Polizist, die Mutter dauerhaft schlecht gelaunt. Eines Tages wird der Kleinhändler Fisch-Winkler erschlagen aufgefunden. Der Kreis der Verdächtigen erstreckt sich bis hin zu einer Westberliner Studentenkommune.
YouTube.de: Boxhagener Platz – Trailer

Filmreihe Drei deutsche Filme
Mittwoch, 17. Februar. Berlinale Perspektive Deutsches Kino:
Der Film Lebendkontrolle von Florian Schewe setzt das Thema für ein Programm mit mittellangen Arbeiten aus drei deutschen Filmhochschulen, die sich im weiteren und doch eigentlichen engen Sinne mit gesellschaftlicher und persönlicher Verantwortung beschäftigen. Und damit, wie diese manchmal gar nicht mehr zu bewältigen ist. Die Narben im Beton werden in dem Film von Juliane Engelmann auf schmerzliche Weise sichtbar gemacht. Es geht um eine junge Mutter in der Mitte des immer größer werdenden Randes, die ihre Kinder mit Liebe allein nicht mehr schützen zu können scheint. Jessi ist schon alt genug, sich selbst zu schützen, obwohl sie noch viel zu jung dazu ist. Ihre familiäre Situation lässt ihr aber keine andere Wahl. Der gleichnamige Film von Mariejosephin Schneider schließt ein Programm ab, dessen Beiträge Schmerzgrenzen überschreiten.

Barriere Dtsch. Dokumentation
Mittwoch, 17. Februar. Berlinale Panorama:
In stilvollem Schwarz-Weiß zeichnet Andreas Kleinert in Barriere eine wichtige Karrierephase junger Schauspieler: Sie sind zum Vorsprechen eingeladen. Für Hamlet im Freilichttheater Zittau! Witzig und präzise entwickelt sich ein liebevolles Charakter-Kaleidoskop.
YouTube.de: Barriere – Trailer

Shahada Deutsch
Donnerstag, 18. Februar. Berlinale Wettbewerb:
Der Episodenfilm spielt während des Fastenmonats Ramadan und erzählt von Maryam, Samir und Ismail, drei jungen Muslimen in Deutschland. Alle drei geraten in Krisen, die ihr bisheriges Werte- und Glaubenssystem auf die Probe stellt. Ismail, ein türkischer Polizist und Familienvater in Berlin, kann einen dramatischen Unfall mit seiner Dienstwaffe nicht verkraften. Der aus Nigeria stammende Samir gerät wegen seiner Homosexualität in einen Glaubenskonflikt. Maryam ist die sehr westlich orientierte Tochter eines türkischen Geistlichen, doch nach einem schlimmen Erlebnis kehren sich die Wertvorstellungen von Vater und Tochter um.
YouTube.de: Shahada – Trailer

Portraits deutscher Alkoholiker Dtsch. Dokumentarfilm
Donnerstag, 18. Februar. Berlinale Perspektive Deutsches Kino:
In dem brisanten Dokumentarfilm der Kölner Regisseurin Carolin Schmitz sind die Protagonisten gar nicht zu sehen. Trotzdem liefert der Film genaue, spannende und erschütternde Portraits deutscher Alkoholiker.

Play It … Short! 2 Dtsch. Kurzfilme
Donnerstag, 18. Februar. Berlinale Retrospective:
Filme: Annie, Geschichten vom Kübelkind (Episode 17), Soldaten Soldaten, Sszzttt, Zum Glück gibts kein Patent.

Jud Süss – Film ohne Gewissen Deutsch
Freitag, 19. Februar. Berlinale Wettbewerb:
Regie: Oskar Roehler. Darsteller: Tobias Moretti, Martina Gedeck, Moritz Bleinbtreu, Justus von Dohnanyi. / Inhalt: Deutschland während der nationalsozialistischen Herrschaft: Der mittelmäßig erfolgreiche Schauspieler Ferdinand Marian nimmt 1939 widerstrebend die Hauptrolle im Propagandafilm Jud Süß an. Marian lässt sich auf ein Spiel mit der Macht ein. Zu spät begreift er, dass er selbst zum Instrument geworden ist und das Leben seiner jüdischen Frau auf Spiel setzt. Seine persönliche Tragödie nimmt ihren Anfang.
YouTube.de: Jud Süss – Trailer

Wiegenlieder Dtsch. “Berlin-Film”
Samstag, 20. Februar. Berlinale Panorama:
Einen grandiosen Berlin-Film zeigen Johann Feindt und Tamara Trampe mit Wiegenlieder. Mit ihren Fragen nach den Liedern der Kindheit katapultieren sie ihre Protagonisten, ein liebevolles Sammelsurium typisch alternativer Berliner, in die unschuldigen Zeiten ihres Lebens zurück und verweben die Eindrücke zu einem vielstimmigen filmischen Gedicht.

Alle meine Stehaufmädchen Deutsch
Samstag, 20. Februar. Berlinale Panorama:
Alle meine Stehaufmädchen. Von Frauen, die sich was trauen. – Der von Lothar Lambert so sehr bewunderte Pragmatismus der Frauen erfährt eine berührende Hommage in einem Potpourri Berliner Lebensgeschichten.

Berlinale Tickets
Montag, 8. Februar 2010Berliner Winter-Gehwege
Sonntag, 7. Februar 2010
Dieser Tage gibt es in Berlin nichts Spannenderes, Abwechslungsreicheres und Gefährlicheres als Fußgänger zu sein! – Seit einigen Wochen schon beschäftigen sich Berliner Boulevardblätter mit der Sorge, wann Berlin das Streusalz ausgeht. Und jetzt ist es endlich soweit, die Gehwege zum unbeliebten “Gehweg-Sliden” nutzen zu können. Wer eine gute Haltungsnote erreicht, hat fürwahr ein Talent und war mit Konzentration bei der Sache. So spannend wird es einem selten gemacht. Der Berliner Gehweg ändert alle paar Meter seinen Schwierigkeitsgrad, je nachdem welcher Streudienst gerade zuständig ist. Selten ist der Gehweg frei von Schnee und Eis und immer wieder muss man sich auf einen veränderten Glättegrad und ein anderes Profil einstellen: Es gibt weiße Schneedecken und transparente Eisflächen. Es gibt spiegelglattes oder welliges Profil. Es gibt Schneeberge und tiefe Matschpfützen. Alles ist vorhanden! Alles wird einem abverlangt! … Gestreut wurde meist sparsam und spärlich. Mal soll heller Zuckersand den Gehweg sicher machen. Mal ist es dunkelbraunes oder schwarzes Granulat. Sicher ist man nirgendwo! Und nicht wenige sind es, die sich bereits längsseits an den Berliner Gehweg anschmiegten…

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Missgeschicke des Alltags, Folge 1
Mittwoch, 3. Februar 2010Anfang Dezember unterschrieb ich einen Ganzjahresvertrag bei einer Mucki-Bude (McFit). Zunächst jedoch lief “Aktion Sommerkörper 2010″ sehr schleppend an, da ich erst im Januar zum Trainieren kam. Ein Kumpel mimte am ersten Trainingstag meinen Personal-Trainer, erklärte mir die Geräte und Grundsätzliches zum Kraftsport und stellte für mich ein Sportprogramm zusammen. Soweit so gut. Auch die grundlegenden Regeln erfuhr ich. Mitzubringen ist ein Handtuch, mein Sportzeug und ein Vorhängeschloss, mit dem man seinen Spind in der Umkleidekabine vor Langfingern sichern kann. Im Notfall kann man auch bei den freundlichen Mitarbeitern seinen Mitgliedsausweis als Pfand hinterlegen und bekommt das benötigte Handtuch oder das Vorhängeschloss geliehen. Im Notfall. Alles klar. Der Kumpel stellte gleich klar, beim nächsten Mal bin ich auf mich allein gestellt, weil er das Kindergarten-Leistungsniveau schon lange hinter sich gelassen hat, und ich dann doch wie ein Klotz am Bein sei. Na gut. Wenigstens blieb mir der Sprung ins kalte Wasser erspart. 
Die Woche darauf checkte ich meine Utensilien: Sportzeug vorhanden. Handtücher im Bestand. Kein Vorhängeschloss. – Bei meinem Bauhaus an der Ecke stand ich dann vor der meterlangen Auslage mit den Vorhängeschlössern. Es gab Schlösser in allen erdenklichen Formen und Farben. Es gab Zahlenschlösser, Granitschlösser, Diskusschlösser, mal in silber-matt gehalten, in schwarz, oder in Messing. Auf alle Fälle wollte ich ein Marken-Vorhängeschloss und grenzte die mögliche Auswahl auf ABUS- Schlösser ein. Dann schielte ich auf den Preis und entdeckte auf den Verpackungen die Angabe, wie sicher das enthaltene Produkt ist. Eine Stufenskala von 1-10 ordnete den Sicherheitsstandard anschaulich ein. Je sicherer, desto besser, war meine Devise. Aber 80 Euro für Stufe10, nein danke! Meine Wahl fiel dann auf ein Stufe8-Exemplar: Das ABUSplus 89/50! – 20 Euro kostete mich die Gewissheit, dass selbst Arnold Schwarzenegger meinem Vorhängeschloss nichts anhaben kann und nur an meine Wertsachen & Co käme, wenn er dafür den Schrank zerkloppt. Ja! Geil! Das brauch ich! Ich bezahlte. Ich verließ den Laden. Riss die Verpackung auf, um das neu erworbene heiße Teil hautnah in den Händen halten zu können und war glücklich und zufrieden. Den ganzen Müll, Verpackungsreste und Quittung warf ich unterwegs noch weg. Ob mich andere beneiden und voller Neid auf mein Vorhängeschloss gucken werden? Tage später bei McFit in der Umkleidekabine: Ich legte mein Handtuch und die Sportsachen auf die Sitzbank. Ich suchte mir einen freien Spind und legte meine Straßenkleidung ab. Dann holte ich das Vorhängeschloss ABUSplus 89/50 hervor und wollte den Spind abschließen. Als ich den Bügel des Schlosses in die entsprechende Führung am Spind einführen wollte, ging es nicht, der Bügel war zu dick! Schock! Heul! Was für eine Scheiße! – Na toll. Ich zückte meinen McFit- Mitgliedsausweis und ging frustriert zur Rezeption. Die freundliche Mitarbeiterin gab mir, für mein Pfand, ein Vorhängeschloss, das so verbraucht aussah, dass selbst der Sicherheitslevel bei dem Ding von 3 auf 1 gesunken schien. Ich sicherte den Spind mit dem Schloss und machte Kraftsport. – Zuhause fiel mir ein, dass ich bereits alles weggeworfen hatte… Die Verpackung, die Quittung. Die Quittung! – Jetzt bin ich stolzer Besitzer eines Stufe8-Vorhängeschloßes für 20 Euro, ohne dafür eine Verwendung zu haben. Und bei ebay ging genau dasselbe Ding vor kurzem für 5 Euro weg! Juchhu! Vorhängeschlösser kaufe ich mir keine mehr… Notfälle sind jetzt zwischen mir und McFit immer an der Tagesordnung!
