Archiv für Januar 2010

Wo die Schneemänner geblieben sind

Samstag, 9. Januar 2010

Erster gesichteter Schneemann im Winter 09/10
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Mittlerweile glaube ich, die Schneemänner haben den Winter vergessen. Oder warum ließen sie sich nicht bauen? Trotz diverser Winterspaziergänge auf schneereichen Wiesen, Feldern und in Wäldern hab ich keinen dieser Spezies ausgemacht. Auch auf abgetrennten Grundstücken oder am Wegesrand stand keiner dieser Wintergenossen herum. Haben Schneemannarchitekten dieses Jahr besseres zu tun, zum Beispiel in Dubai, und sind zurzeit außer Landes? Oder wird nur Nordberlin verschmäht? Den ersten Schneemann der Saison sah ich auf einem Foto von Liz. Ansonsten Fehlanzeige! Ich hatte keinen einzigen Schneemann bei meinen winterlichen Spaziergängen entdeckt, nicht in Parks, nicht auf Wiesen oder in Gärten. Ist das Schneemännerbauen nicht mehr angesagt? Obwohl der Winter so viel Schnee gebracht hat. Wo sind die Schneemänner geblieben, fragte ich mich. Und dann entdeckte ich doch noch einen Schneemann, bei dem auch schon zu erkennen war, dass einem räudigen Köter der nötige Respekt gefehlt hatte… Na ja. Wie auch immer. Ich hoffe, der Schneemann ist nicht tot zu kriegen. Vielleicht kann es ja helfen, um ihn zum Gebaut werden zu locken, dass man ihm huldigt! Zum ersten Mal überhaupt ist am 18.01. Welttag des Schneemanns.

+++ kulturnotiz +++

Freitag, 8. Januar 2010

am gestrigen tag war die welt noch in ordnung. ich stand auf. ich frühstückte. ich ging mittags zur arbeit. ich machte meine arbeit. dann feierabend. ich dachte an nichts böses, als ich abends auf dem weg nach hause in der u-bahn saß und die wiedergabe eines informationsmonitors (berlinfenster) verfolgte. plötzlich stand da: am 12.02.10 wird am brandenburger tor auf einer riesengroße videoleinwand metropolis ausgestrahlt. kostenfrei und in voller länge. kostenfrei und in voller länge, metropolis. aha! ich notierte die angaben in mein moleskine-wochenplaner und recherchierte anschließend im internet. schließlich erfuhr ich, dass metropolis der eröffnungsfilm der diesjährigen berlinale ist, berlinale (!!!), und auch im friedrichstadtpalast ausgestrahlt wird. ich surfte auf den seiten der berlinale, suchte nach programmen, nach tickets, ich surfte auf den seiten des friedrichstadtpalast und beim ticketverkäufer eventim. tja, dann irgendwann ging ich müde ins bett. das vorläufige ende vom lied: heute auf arbeit. irgendwann in der mittagspause zu einer eventim-ticketverkaufsstelle gegangen. hab mich schlau gemacht, wann, wo und wie – weil vielleicht… (abgefallen ist dabei noch eine eintrittskarte für die berliner philharmoniker in der waldbühne am 27.06.10) …und schließlich auf arbeit zurückgekehrt hab ich mir für die berlinale-woche vom 15.02 bis 21.02.10 einfach mal urlaub genommen. so kann’s manchmal gehen –
berlinale, ich komme!!!

Nathan der Weise

Mittwoch, 6. Januar 2010


NATHAN DER WEISE –
Ein dramatisches Gedicht von Gotthold Ephraim Lessing


Theater: Berliner Ensemble
Werk: Nathan der Weise
Autor: Gotthold Ephraim Lessing
Inszenierung: Claus Peymann
Bühne: Achim Freyer
Kostüme: Maria-Elena Amos
Dramaturgie: Hermann Beil
Mit: Carmen-Maja Antoni (Daja), Peter Fitz (Nathan), Anna Graenzer (Recha), Ursula Höpfner-Tabori (Sittah), Lucas Prisor (Tempelherr), Michael Schmitter (Klosterbruder), Veit Schubert (Ein Derwisch, Der Patriarch von Jerusalem), Martin Seifert (Klosterbruder), Norbert Stöss (Sultan Saladin)

Beschreibung:
Das Stück “Nathan der Weise” handelt von einem Juden, der seinen persönlichen Holocaust erlebt. Seine sieben Söhne sterben, verbrennen in einem Pogrom. Und dieser Nathan übt keine Vergeltung, keine Rache, sondern die Vernunft kehrt wieder. Und über die Vernunft das Vergeben. Und das ist die Botschaft, die dieses helle Stück in dunkler Zeit vermitteln kann. Ich denke, das muß man heute postulieren, das muß man heute predigen, damit es alle Ohren hören. Claus Peymann
Pressestimmen:
Peymann überzeichnet die Figuren ganz bewusst, setzt auf komödiantische Elemente – und sorgt mit seiner Inszenierung für ein bitteres Lachen der Erkenntnis, ganz im Sinn des aufklärerischen Theaters. Herner Zeitung
Notiz: Vorstellung besucht am 06.01.2010

Theaterbesuche

Dienstag, 5. Januar 2010

Theater
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In meiner Kindheit war ich einige Male im Theater und in Musicals. Immer mit der Familie. Immer große und seltene Ereignisse. Die Bühne zog mich gleich in den Bann. Ich war von der Atmosphäre hingerissen. Die Theaterbesuche auf eigene Faust konnte ich bisher an meinen eigenen Fingern abzählen. Vagina-Monologe, Die Dreigroschen-Oper im Admiralspalast (Eröffnungsvorstellung). … Dann endlich nahm ich mir 2009 vor, öfter in das Theater zu gehen. Das erste Stück war von Shakespeare in der Komödie am Kurfürstendamm. Im Sommer schließlich entdeckte ich das Berliner Ensemble für mich. Die Preise im Berliner Ensemble sind konkurrenzlos preiswert. Mein Jahres-Abo beinhaltet zehn Vorstellungen im Jahr und kostete mich gerade mal schlappe 50 Euro! (Auch in der billigsten Preiskategorie gibt es einige Plätze mit ausgezeichneter Sicht.) Wo gibt es so etwas noch? Ab jetzt erwähne ich meine Theaterbesuche kurz und prägnant am Tag meines Besuchs und freue mich auf ein erfülltes Theaterjahr 2010!

Zitate

Dienstag, 5. Januar 2010

“Er hat die Finsternis der Latrinen ertragen, weil in der Scheiße nach Mitternacht sich manchmal die Sterne spiegelten.”
Durs Grünbein über den Menschen

Winterliche Begegnung der dunklen Art

Sonntag, 3. Januar 2010

Collage: Ich beim nächtlichen Joggen im Winter
Das Jahr ist drei Tage alt. Der Schnee liegt an einigen Stellen weit über Knöcheltiefe. Es ist kalt. Man könnte auf bessere Zeiten warten, aber der Winterspeck nervt und muss runter! Es hilft nicht, ich muss joggen, egal wie verschneit Berlin zurzeit ist. Heute Abend war ich das erste Mal 2010! Es lief erstaunlich gut. Der Schnee ist nicht schmierig oder glatt. Eisglatte Stellen sind gut ausgestreut und stellen keine echte Gefahr dar. Es macht Spaß, wenn man denn ordentlich gekleidet ist. – Und weil ich nicht erst seit heute so ein harter Hund bin, sondern schon in der Vergangenheit bei weitaus tieferen Minusgraden joggen war, kam die Erinnerung an eine Begebenheit in mir hoch, die ich vielleicht im Winter 2008/2009 erlebt hatte und heute mal erzählen will. Damals war es so kalt, dass ich über einen Kapuzenpullover noch eine Trainingsjacke darüber an hatte. Auf dem Kopf waren eine in das Gesicht gezogene Skimaske, darüber eine Wollmütze und dann noch die Kapuze des Pullovers. Die Hände wurden durch Wollhandschuhe gewärmt. Ich war gut eingepackt und joggte, wie so oft, spät in der Nacht meine Runde durch Nordberliner Straßen. In einer Einfamilienhaussiedlung joggte ich eine Anhöhe hoch. Es war dunkel, der Gehweg war spärlich ausgeleuchtet. Da kam mir dann, auf gleicher Gehwegseite, von oben ein älterer Mann entgegen, der seinen Hund, wohl noch vor dem ins Bettgehen, das letzte Mal ausführte und den ich wohlweißlich vorher noch nie gesehen hatte. Der Gang des Herrn stockte kurz, als er mich wahr nahm und die Leine wurde angezogen. Er sah einen schnaufenden, vermummten 100kg-Koloss von etwa 190cm Größe zügig auf sich zulaufen. Wieder stockte sein Gang und das Herz sank in die Hose. Noch bevor ich nah an dem Mann dran war, entsprang ihm still Stehenderweise ein unterwürfiges: “Guten Abend!” – Ein Satz, der mit der Hoffnung verknüpft war, sich damit retten zu können.

Peymann nennt Berlin eine Verblödungsstadt

Sonntag, 3. Januar 2010

B.Z.-Interview mit Peymann (15.12.09, Auszug):

B.Z.: Ihrem Theater geht es doch glänzend…
Peymann: 80-90 Prozent Auslastung und die Leute kommen von weit her. Wir sind ein Magnet und ein Exportartikel. Das Publikum liebt das BE – und die Presse nörgelt… Mir ist es lieber so rum als umgekehrt!
B.Z.: Man hat manchmal den Eindruck, der intellektuelle Diskurs findet woanders statt.
Peymann: (explodiert) Sie wollen doch nicht andeuten, dass es in Berlin einen intellektuellen Diskurs gibt, in dieser Verblödungsstadt! Es gibt eine Theaterschickeria, die sich in bürgerlichen Zeitungen austobt. Das Theater ist leider aus der Mitte der Gesellschaft an den Rand gedrängt. Und das Schlimme ist: die Theater sind selbst schuld! Die vertreten heute nicht mehr die Botschaft der großen Stücke, der großen Themen. Wir am BE verstehen uns als moralische Anstalt – deshalb beschimpft man uns als konservativ. Na gut, dann sind wir eben konservativ!

Die Tragik des Verstehens

Sonntag, 3. Januar 2010

augstein oder nicht sein

Die Tragik des Verstehens öffnet in uns ein Bild der Welt, das unser ist_
Deine Augen _ deine Welt _ dein Verstehen, – bist du gebunden –
deine Wahrnehmung_ die auch deine Wahrnung bleiben will, trotz aller Prophylaxe mittels psychoaktiver Proteine oder wie auch immer welch hervorgerufene psychische Reaktion unseren Geist und unseren Körper beherrscht_ ist es mir gleich was geschieht, was geschehen ist _ was geschehen wird_ ist mein Körper ein sinnloser Gegenstand, der sich durch den Raum in dieser Zeit drängt und seinen Vorteil beständig realisiert_ durch meinen Geist_ denn nur der macht mir klar- welcher Vorteil mir am liebsten scheint und mit welchem Vorteil sich der Nachteil in einer ausgewogenen mir erträglichen Situation zu der Symbiose katalysiert- die mir- meinem geist- meinem körper, in eben einer gleichen Art von symbiose, das Atmen erleichtert.
Denn dieser Druck , der hervorgerufen durch eine Schwere, die sich ergibt aus der Unausgewogenheit meiner Sinne meiner Wahrnehmung meines Verlangens __ macht mich träge …….
dein Verlangen ruft nach Anhörung nach Erkenntnis und vor allem nach Nahrung_ scheint es doch immer und immer wieder als sehest du mit Absicht all die vielen anderen Dinge, um nur und nur nur nur an dir selbst vorbeizuschauen_ scheint deine Suche nach Erkenntnis nur den lauf eines Kreises zu belegen jedoch den Kern stets mit Vermutungen umhüllend – zu ignorieren.

03.01.2007 – 10:52:56 (Unbekannter E-Mail-Absender)