Archiv für Dezember 2009

Das erste Weiß

Mittwoch, 16. Dezember 2009

Der Erste Schneefall des Winters 2009/2010 in Berlin.
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So schwach, wie ein Flüstern in ohrenbetäubender Umgebung. Zaghaft-, so kündigt sich der Winter an. Mit Schneeflocken, die so zerbrechlich sind, dass man schon genauer gucken muss, um ihren anmutigen, fast schwebenden Fall zu verfolgen. Heute schneit es in Berlin – so sanftmütig, als ob die Lippen einer Liebenden den schlafenden Riesen wach geküsst haben. – Jedes Geräusch der Stadt ist zu laut für diesen Tag, der wie gemacht dafür scheint, den ersten Winterspaziergang abzuhalten, um den ersten Hauch und den Zauber des Winters in sich wirken zu lassen. – Wenn man dann wieder in seine geheizte Wohnung zurückkehrt, die Wärme wieder in das Gesicht und in die Beine steigt, fragt man sich, aus dem Fenster schauend, wie lange der Schnee wohl bleiben wird…
Mehr Fotos bei FlickR.

Wankelmut und Tennisarm (Arbeitstitel), Vers 0.4

Montag, 14. Dezember 2009

Anflug des Stöckchens
Mir schoss das Blut in den Kopf. Die Atmung war auf einmal schwer. Denn aus der Blogsphäre, einem Paralleluniversum, einem weit verzweigten und unendlich großen Raum, flog kometenhaft ein Stöckchen in den winzigen Winkel meiner Welt! Mitten hinein in meine bescheidene Höhle. Plumps hat es gemacht! Dann lag es da! Aufgrund dieser unvorhergesehenen Plötzlichkeit wechselte ich von meiner metaphysischen Position der mentalen Hocke in die Schockstarre. Aber nur für kurze Zeit, weil mir der, beim Aufprall vom Boden, aufgewirbelte Sand einen ordentlichen Trockenhusten bescherte. – Jetzt liegt das Stöckchen in meiner Höhle und ich muss zusehen, was ich daraus mache. Nicht nach Sternen greifen, aber von Sternen lesen, ist eines Eremiten würdiges Tun. Und der Stern, das Stöckchen quasi, fiel mir vor die Füße. Mit Fragen, die meine Stellung im Kosmos ausloten wollen. Die Antworten, ob meiner Weisheit, liegen auf der Hand! Die Röte in meinem Gesicht ist gewichen und meine Atmung ist wieder ruhig geworden.

Nachfolgend die Fragen, die das Stöckchen an mich stellte, als wir gesellig beieinander saßen, Lieder sangen und Würstchen grillten (inklusive meinen Antworten):

1. Warum bloggst Du?
Ähm… Ja, also… weil, naja, weil ich ähm… weil ich, weil ich…, weil… ähm… ich, – ach is egal, weiß nich!
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2. Warum lesen Deine Leser Deinen Blog?
Ähm… Ja, also… weil, naja, weil die ähm… weil die, weil die…, weil… ähm… die, – ach is egal, weiß nich!
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3. Welches war die letzte Suchanfrage über die jemand auf Deine Seite kam?
Das weiß ich ganz genau! Die Suchanfrage vom 05.12.09 um 18:00 Uhr!
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4. Welcher Deiner Blogeinträge bekam zu Unrecht zu wenig Aufmerksamkeit?
Die welche wo noch nich geschrieben sind! (Sonst vielleicht Der Hier, ganz bestimmt Dieser Da.)
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5. Dein aktuelles Lieblingsblog?
Hab keines. Alles Eitel und Haschen nach Wind! (Abgesehen von Ausnahmen!)
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6. Welches Blog hast Du zuletzt gelesen?
Dieses zwischen den Zeilen!
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7. Wie viele Feeds hast Du abonniert?
Genau zwei! Für die Hocke ganz gut. Nicht zu viel und nicht zu wenig!
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8. An welche fünf Blogs wirfst Du das Stöckchen weiter und warum?
An Kai Diekmann, um seine Frisur zu treffen. An Blogpuppe, weil ich ihre Berliner Schnauze klasse finde. An Liz, der schönen Antworten wegen. An Kolumnistenschwein, um ihm die selige Ruhe des Winterschlafs zu vermiesen. Und Last But Not Least an Ver Sacrum, weil ich schon so manch ein Ratespiel mit ihr hatte und weil ich die Hoffnung hege, dass wenigstens eine Person auf mein Stöckchen einige Antworten weiß.

So, das wars!

Mc Umwelt’s Greenwashing

Samstag, 12. Dezember 2009

FastFood is einfach lecka!!!
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Ich kann mich noch daran erinnern, dass ich Anfang der 90er Jahre in der Schule Dokumentarfilme über die Zerstörung des Regenwaldes gesehen habe, über Abholzung und Brandrodung, und speziell sogar einen Film über Fluch und Segen von McDonald’s. – Gewissen geht scheinbar mit der Mode, kommt und geht: Damals konnte man in der Öffentlichkeit kaum mit Pelz auftreten, ohne rasch unter Rechtfertigungsdruck zu geraten; wer Tropenholz schön fand, musste sich bohrende Fragen gefallen lassen. Heute ist das anders. Der Pelz kommt wieder in Mode, Teak-Hölzer in der eigenen Wohnung sind schick. McDonald’s, Burger King und Co stehen in der öffentlichen Diskussion selten mehr an dem Pranger, sondern sind in der Alltagskultur feste Größen. (McDonald’s beispielsweise ist laut einer Umfrage die beliebteste Marke unter Jugendlichen.)
Niemanden scheint zu interessieren, welche Umweltsünden McDonald’s begeht. Selbst das Offensichtliche wird nicht mehr hinterfragt. – Am 23. November 2009 gab McDonald’s bekannt, dass in Europa die Firmenfarbe wechseln wird. Das gelbe Logo wird beibehalten, allerdings wird der Hintergrund zukünftig grün statt rot, „als Bekenntnis zur und Respekt vor der Umwelt“. Die Leute von McDonald’s sind doch wirklich cool! Also: Gedanken zum Umweltschutz braucht sich der Einzelne nicht machen, wenn er bei McDonald’s isst. Das übernimmt McDonald’s schon. –
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Einige Links zum Thema:
DeutschlandRadio: McDonald’s grün gewendet
Greenpeace: Auch McDonald’s verantwortlich für Urwaldzerstörung
Wikipedia: Greenwashing

Thomas Demand

Donnerstag, 10. Dezember 2009

\"Badezimmer\" von Thomas Demand, 1997
Der Mensch, heißt es, sei das einzige Wesen, das sich beim Leben zuschauen kann. Nur bis zu einem gewissen Grad, könnte man einwenden. Das Wichtigste vom organischen Leben, Nervenchemie und Zellgeschehen, entgeht – bis jetzt, gottlob – dem Selbstbewußtsein. Es ist gleichsam selbst ein angepaßtes Organ. Wir sehen uns gewöhnlich nicht mehr beim Leben zu, als es für dieses zuträglich ist. Wäre es anders und nähme plötzlich das Selbstbewußtsein übermäßig zu, indem wir etwa zugleich noch wüßten, wie wir wissen, dann wäre die Passung wohl beschädigt und wir könnten ohne nachzudenken nicht atmen.
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Neue Nationalgalerie: Thomas Demand.
(18.September 2009 – 17.Januar 2010)
Ich wusste nur, dass der Künstler 1964 geboren wurde und in Berlin lebt. Nur, das es 2005 eine Aufsehen erregende Ausstellung in New York gab. Und nur, das der Künstler Deutscher ist und den Stoff deutscher Geschichte und Ereignisse in seinen Werken verarbeitet.
All das erfuhr ich nach dem Stein des Anstoßes. Nämlich als im Sommer Plakate mit dem „Badezimmer“ -Motiv, die zum Anfang der Ausstellung in der Stadt verteilt um Aufmerksamkeit warben, meine Neugier weckten.
All das wusste ich. Alles das und nicht mehr, als ich mich heute auf den Weg zur Neuen Nationalgalerie machte. Es ist oft viel schöner sich überraschen zu lassen, wenn man seinen eigenen Eindrücken freien Raum zur Entfaltung lässt, und erst dann nach dem Drumherum der Sache lauscht.
- Aus einigen Metern Entfernung glaubte ich, dass die Bilder einfache Fotografien sind. Doch bei näherer Betrachtung fiel mir auf, das die Oberflächen der abgebildeten Gegenstände nichts subjektives an sich haben – keine Schriftzüge, keine Handschriften, keine Aufdrücke -, das alles glatt ist, glänzend, irgendwie perfekt. Man sieht eine unwirkliche Reinform, als ob die Darstellung der Idee der Objekte und nicht die Objekte selber den Fokus setzen. Dabei wirken die Bilder, mit Titeln wie „Badezimmer“, „Büro“ oder „Klause“, so leblos und unwirklich, dass ich nicht glauben konnte, es handele sich um Fotografien.
In, mitten der Räume gestellte, Schaukästen liegen große, aufgeschlagene Bücher aus. Auf weißem Papier stehen dann der Name des betreffenden Bildes und dazu ein mal poetischer, mal philosophischer, aus der Ferne geschriebener, Text. Mal in perfekter Symbiose ergreifend, aufwühlend, doch hin und wieder auch verfehlend und schlecht.
Einige Bilder haben mich in den Bann gezogen, ob ihrer Unklarheit in der verfassten Klarheit, ihrer Uneindeutigkeit in Eindeutigkeit. Das Rätseln blieb, doch am Ende stellte ich fest, dass auch ich aus der Ferne betrachtete und bewertete. Als speziell deutsches Thema (oder vielmehr als bekanntes mediales Foto) habe ich keines der Werke wieder erkannt.
Ein Besuch lohnt. Mit Unwissenheit wahrscheinlich mehr, denn dann gibt es am Ende ein Aha-Erlebnis. Die ausstellungseigene Aufklärung sollte mittels vor Ort erhältlicher (kostenloser) Broschüre erst nach dem ersten Rundgang erfolgen. Dann kann man getrost ein zweites Mal durch die Ausstellung schlendern und seinen neu dazu gewonnenen Wissenstand bei der Betrachtung der Bilder mit einbringen. Viel Zeit braucht man nicht, denn nicht mehr als 40 Werke des Künstlers sind ausgestellt. Der Eintrittspreis von 8 Euro ist meiner Meinung zuviel, 5 oder 6 Euro wären fair gewesen, so dass ein Kombiticket für 12 Euro (plus Ausstellung „Bilder Träume“) zu empfehlen ist.
Wer mehr erfahren will und nicht vorhat, die Ausstellung zu besuchen, dem ist der nachfolgende Fernsehbeitrag ans Herz gelegt:

Video auf YouTube.de

Staatliche Museen zu Berlin

Dienstag, 8. Dezember 2009

Jahreskarte, vordere Ansicht.
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Jahreskarte, hintere Ansicht.
Berliner Museen – ich komme!!! Seit heute bin ich stolzer Besitzer einer Jahreskarte Plus. Von nun an habe ich mit einer schicken Plastikkarte Zugang zu allen Ausstellungen der Staatlichen Museen zu Berlin. Wann immer – und wie oft ich will! Ein ganzes Jahr lang!!!