A(lkohol)A(bstinenz)

(A)lkohol(Abstinenz)
Manche behaupten, Alkohol sei das Schmiermittel der Gesellschaft. Das kann gut möglich sein. Der erste Kuss, der erste Sex und vieles andere auch, kommen mit Zuhilfenahme von Alkohol zustande. Auch wenn das oft nicht als Zuhilfenahme verstanden wird, sondern eben als ein Faktor zum “Spaß haben”. Nicht nur das. Es gibt Studien, die belegen wollen, dass die Mehrheit der studierten Erfolgsmenschen in der Lehrzeit ausgiebig gesoffen hat. Der Erfolg der trinkfesten Spitzenverdiener liege wohl darin begründet, das auf Studentenpartys aufgrund des Alkohols viel offener mit Menschen umgegangen werde und das Gehirn dadurch Strukturen sozialer Kompetenz erlange, die der Kariere zum Vorteil gereichen. Man muss kein Alkoholiker sein, um zu wissen, dass Alkohol ein fester Bestandteil unserer Alltagskultur ist. – Weil der Alkohol also in kleinen Mengen das Leben versüßen kann, vielleicht sogar bessern, warum sollte man ihn dann verteufeln? Was kann man dafür, wenn Jugendliche in Krankenhäuser eingeliefert werden, weil sie sich ins Koma gesoffen haben. Was kann man dafür, dass betrunkene Autofahrer nicht nur sich selbst um den Baum wickeln, sondern gleich noch andere mitnehmen. Was kann man dafür, dass Gewalt mit Hilfe von Alkohol viel leichter entsteht? Was kann man dafür, solange man selber mit Alkohol umgehen kann? Jeder ist Frei und kann die Art und Weise bestimmen, wie er welche Genussmittel konsumiert. Die Frage ist dann doch immer die, warum jemand auf Alkohol verzichtet. Man wird verdächtig, denn niemand sollte im Ernst freiwillig auf das Schmiermittel, auf den Spaß, auf die Süße des Lebens verzichten. Wer abstinent oder streng gemäßigt lebt, wird automatisch ausgegrenzt und als ein Sonderling betrachtet. Wenn man auf Alles verzichtet, was hat man da noch im Leben? Abgesehen davon ist mäßiger Alkoholkonsum gesund! – Das hartnäckige Gerücht der gesundheitsfördernden Wirkung des berühmt gewordenen täglichen Glases Rotwein ist bereits hinreichend widerlegt. Nur die enthaltenen Pflanzenstoffe rufen den positiven Effekt hervor und nicht der Rotwein oder sein Alkohol. Demnach ist der Verzehr von Weintrauben nicht nur gleich gut, sondern wahrscheinlich weit aus besser. Gesund ist Alkohol beileibe nicht, er kann aber sehr schnell gesundheitsschädigend werden. Und was gerade die Süße des Lebens betrifft, kann es nicht sein, das durch den Verzicht vielleicht andere weit aus wertvollere Farbnuancen in das Leben treten können?
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Ich für meinen Teil habe in der Vergangenheit viel Spaß gehabt, auf Partys, auf denen exzessiv gesoffen wurde und ich mich dort auch selber bis zum abwinken abgeschossen habe. Aber nach dem Spaß kam bei mir immer das Leiden, das Kotzen, der Kater, das Bereuen, soviel getrunken zu haben. In solchen Momenten habe ich mir mehr als einmal gesagt: Nie wieder! Mäßiges Trinken wiederum wird bei mir zum immer öfter zelebrierten “Feierabendsbier”, welches mich einfach nur träge macht. Ich bin irgendwie ein Ganz-Oder-Gar-Nicht-Typ. Das hat vielleicht auch was mit Schwäche zu tun, weil Abstinenz wohl leichter ist, als echte Mäßigung. Gerade deshalb hatte ich am 26.12.08 beschlossen, ein Jahr lang kein Alkohol zu trinken. Ein Probelauf so gesehen, der aufgrund des Drängens der Beteiligten am Männertag einige Monate später aufgegeben wurde. Ja, und dann war ich wieder drin, zumindest mit meinen Feierabendbieren. Irgendwie gefällt mir das aber einfach nicht. Und so läute ich nun den zweiten Probelauf ein. (Wohl wissend vollzog ich in der Weihnachtszeit noch ein ordentliches Abschlussszenario mit öfter mal einige kleine Gläser Wodka am Tag und hier und da mal einige Flaschen Bier.) Jetzt ist es aber soweit! Ich habe gestern Abend, 26.12.09, für ein Jahr lang, die letzte Flasche Bier geöffnet, den letzten Schluck Alkohol getrunken. Da können noch so viele Männertage kommen! – Zum Wohle!

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