Archiv für November 2009

AWA´s blogging ist ein Jahr alt! (*30.11.2008)

Montag, 30. November 2009

LOGO auge24.eu AWAs blogging
Herzliche Gratulation! Wozu? – AWA´s blogging ist ein Jahr alt geworden! Jedoch – es wäre ein Stück weit verrückt, wenn ich mir selbst gratulieren wollte. Daher will ich hier einfach nur ein wenig verschämt in die Welt posaunen: Mein Blog ist ein Jahr alt und hat heute Geburtstag!!! – Warum und wozu man eigentlich bloggt und warum ICH blogge? Mit dem Bloggen bleibt man mental in Bewegung und kann seinen Quatsch der Welt darlegen, ohne von ihr gefragt zu werden. (Das Warten auf eine Frage kann mitunter sehr lange dauern.) Darüber hinaus kann man ein wenig an den Stellschrauben der eigenen Bedeutungslosigkeit herum werkeln – und das macht irre Spaß. Zwar gibt es einige Sicherheitsvorschriften, die zu beachten wären. Aber meiner Meinung nach müsste die Frage nicht lauten, warum man bloggt, sondern vielmehr, warum man nicht bloggt! – Mein erster Beitrag “Herzlich Willkommen!” wurde am 30.11.08 um 17:45 Uhr ins Netz gestellt. Seitdem habe ich etwa 40 mehr oder weniger gute Beiträge geschrieben und veröffentlicht. Meine Vorbilder sind Blogs wie Blogpuppe, Lizs blogging, Verenas Weltlaterne und Kolumnistenschwein, denen Nachzueifern gar nicht einfach ist. Ich will da auch nicht Kopieren, sondern meine eigene Art finden und festigen. Das heißt Üben, Üben und nochmals Üben (mentale Bewegung) ohne den Spaß an der Sache zu verlieren. Resonanz in Form von Kommentaren gibt es auch… Das erste Kommentar hinterließ mir Sue am 15.06.09 zum Zootourgraphie-Artikel. Seitdem haben sieben Besucher Kommentare auf meinem Blog hinterlassen. Vielen Dank dafür! … Am 11.10.09 nahm mich das Kolumnistenschwein sogar (nach seinem Bericht “Herbstizid” und meinem Kommentar) in seine Blogroll / Linkliste “Andere Schweine” auf. Ich hab mich wahnsinnig gefreut und fühle mich geehrt! … Wie gesagt, ein Jahr ist mein Blog alt und keine Totgeburt. Auch die Gefahren des plötzlichen Kindstods werde ich verhindern wissen: “Es lebe mein Online-Tagebuch!!!”

Filmtipp: Die Invasion der Barbaren

Donnerstag, 26. November 2009


Video auf YouTube.de
Mein Fimtipp: “Die Invasion der Barbaren” ist eine sehr kluge Tragikkomödie, in der es um weitaus mehr als um Leben und Sterben geht.
Pressestimmen und nicht mehr:
• “(…) Da ist man für das sarkastische Ensemblestück DIE INVASION DER BARBAREN umso dankbarer. [...] ist ein Beispiel dafür, dass man Dialoge auch heute noch so lange schleifen kann, bis sie scharf sind wie Skalpelle, und dass man mit ihnen den Zynismus der Zivilisation und der Menschen, die sie hervorbringt, gleichermaßen scharf sezieren kann.” Der Spiegel
• “Eine kraftvolle, komische und herrlich unprätentiöse Ode an Familie, Freundschaft und den Sinn des Lebens ist DIE INVASION DER BARBAREN mächtig unterhaltsam, intelligent geschrieben und tief berührend. Mit reizvoll gebrochenen Charakteren und flottem Tempo konfrontiert der Film die Belange von Leben und Tod mit respektlosem Witz und einem empfindsamen Auge.” Variety

Und was lieben Sie?

Samstag, 21. November 2009

Weil ich mal bei einem Lucky-Strike-Gewinspiel teilgenommen hab, erhalte ich immer wieder Werbung von meiner früher ausschließlich gerauchten Zigarettenmarke. Auch heute erreichte mich ein persönlich adressierter Brief. Darin stand geschrieben:
Lieber Andreas Augstein, [...] Und deshalb schenken wir Ihnen ein limitiertes I-Love-LS-Feuerzeug im schicken Partnerlook. Alles, was Sie dafür tun müssen: einfach Liebesbekenntnis auf den Sticker schreiben, Karte ausfüllen, Sticker drauf und abschicken. Viel Spaß wünscht Lucky Strike. PS.: Einsendeschluß ist der 30.11.2009.
Weil Lucky Strike das Porto für die Postkarte bezahlt, hinterließ ich mein Liebesbekenntnis auf dem Sticker. Den Sticker klebte ich auf die Karte. Und ab ging die Post zu Lucky Strike – Hamburg.
Mein Liebesbekenntnis an Lucky Strike
PS: Ich bin seit dem 08.08.08 Nichtraucher. Ob ich trotzdem ein Feuerzeug bekomme?

Gebranntes Kind

Samstag, 21. November 2009

Melancholisches Herbst-Winter-Gefühl Vorschaubild öffnen
Ich liebe meinen Stadtbezirk, weil ich dort meine Einsamkeit verleben kann. Stille regiert in meinem Stadtbezirk, wie in einem kleinen Dorf am Rande der Zivilisation, gemütliche Stille. Man kennt sich – man kennt mich… – Oberflächlich genug, Tiefe finde ich in meinen vier Wänden.
Die Wogen der Wellen – Aufgeregtheiten und das Glitzern der Stadt lese ich aus der Zeitung. Trubel und Lärm dringen nicht bis an meine Ohren. Ich liebe meinen Stadtbezirk… Er ist meine Oase der Stille.
Manchmal liebe ich den Zoologischen Garten – dann treibt es mich zu ihm. Ich besuche ihn am liebsten in einer kalten nieselregnerischen Nacht. Dumpf spiegeln sich dann die Lichter auf die regenbenässten Plätze. Ein Gefühl von Aufgeregtheit und Glitzern macht sich in mir breit und mischt sich mit meiner Melancholie. Den Rahmen am Ende der Weite bilden die einnehmenden Hausfassaden mit ihren kulturellen Leuchtreklamen. Ich bin der Star und der Beobachter zugleich. Ich liebe diese Oberflächlichkeiten, und ich liebe es, in den Wogen aus zielstrebigen Menschenmassen zu treiben, ziellos zu treiben. Gestylte Gruppen sind auf dem Weg nach Irgendwo, ein Irgendwo mit Lachen und Spaß haben – sie treiben gedankenlos vergnügt an mir vorbei. Auf dem Breitscheidplatz spricht mich der Dealer an, um mir Gras anzubieten. Mit einer ablehnenden Handbewegung laufe ich an ihm vorbei. Wenn nichts dazwischen kommt, dann spricht mich keiner mehr an diesem Abend an. Ich trinke noch einen Kaffee und beobachte das an mir vorbei flanierende Volk. Es gibt viel zu sehen, den Musiker am U-Bahn-Gleis, der für seine Darbietungen auf Kleingeld hofft. Die Obdachlosen, die ihr Billig-Bier konsumieren und Hunde streicheln. Rumänische Frauen die Passanten anbetteln und am Weitergehen hindern. Den Beate-Uhse-Store, Mc-Donalds, Kino, Schaufensterscheiben von Mode-Boutiquen, Kunst- und Bücherläden – und überall verstreute Gedenktafeln. Mittendrin immer wieder modisch und schick gekleidete Menschen auf 200km/h. Nach wenigen Stunden begebe ich mich zurück, zurück nach Hause. In der U-Bahn sitze ich mit dem Gefühl, genug gesehen zu haben – ob ich mal Erleben will, weiß ich nicht. Ich liebe Spaziergänge in der Nacht – Ich liebe den Zoologischen Garten – Vorallem aber meinen Stadtbezirk.

Schach Matt in den Straßen von Berlin

Donnerstag, 19. November 2009

Schachspieler in den Straßen von Berlin (Bahnhof Zoo)
Diese zwei Typen trotzen der Kälte in Schachpartielänge!
Heute schlenderte ich mal wieder in der Westberliner City herum. An einem Cafe gegenüber des Bahnhofes Zoo traute ich meinen Augen nicht. Unglaublich! So etwas habe ich bisher fast ausschließlich in gefühlten vier Filmen gesehen, sonst wohl kaum. Mitten in der Stadt, im Freien, in der frischen Luft spielte Jung gegen Alt ein Brettspiel: Schach! –
Brettspiele kommen in der kalten Jahreszeit immer wieder in Mode, und finden dann vor allem in geheizten Wohnzimmern ihre Anwendung. Wenn ich in der kalten Jahreszeit an Schach denke, dann ist das immer mit meiner Vorstellung von einem gemütlichen Sonntag verknüpft. Dieser Sonntag beginnt in der Frühe, wenn die Sonne gerade hervor kommt, die geheizte Wohnung nach frisch gekochten Kaffee duftet und man dann ein ausgedehntes Frühstück zu Zweit mit einem Schachspiel kombiniert. Dazu das Gedudel des Radios als angenehmes Hintergrundrauschen. Und zwischendrin das Blättern in Zeitungen und das Austauschen von Neuigkeiten. – Frühstücken, Schach spielen und über tausend Dinge reden: Wer sich auf ein Frühstück einladen lässt und Zeit für eine Partie Schach hat, der ist gerade jetzt sonntäglich willkommen!

Weihnachten wird rausgeholt, ausgepackt und aufgebaut!

Sonntag, 15. November 2009

Aufbau des Weihnachtsmarkt Kudamm Berlin
Das bekannte Phänomen ist wieder zu Tage getreten. Man wundert sich nicht mehr. Jedes Jahr aufs Neue wiederholt ein Jeder die eigene Feststellung mit irgendeiner Randbemerkung, dass Lebkuchen, Adventskalender und Weihnachtsschmuck bereits im Oktober zu kaufen sind. Von Weihnachtsstimmung keine Spur – dass wäre irgendwie albern. Man ist gerade mitten im Herbst. Von Winter, Schnee und Weihnachten – die typische Assoziationskette – ist noch nicht richtig zu denken. Bei Kindern wird die Vorfreude geweckt – sie vergessen jedoch auch schnell wieder und sind in ihrem eigenen Trott. Wir dagegen fragen uns, um wie viel früher der Weihnachtsverkauf denn jetzt schon wieder anläuft? Das stimmt doch ganz und gar von vorne nicht. So denken wir. – Zu November schmücken die Geschäfte ihre Schaufenster weihnachtlich aus und die ersten Weihnachtsfilme kommen in die Kinos. Allmählich denkt man schließlich darüber nach, wen man vielleicht mit was beschenken will, wie man die Weihnachtstage verbringen wird und zu welchen Weihnachtsfeiern man geht. – Noch gut eine Woche, dann öffnen auch die Weihnachtsmärkte der Stadt. Ein Indikator dafür, dass es nun richtig losgeht. Noch wird fleißig aufgebaut, gezimmert und gehämmert – und Lichterketten werden durch die Straßenzüge gespannt. Dann wird auf einmal aus Langsam Schnell, viele private Fenster erleuchten schließlich auch, und Weihnachten ist auf seinen letzten Etappen angekommen. Schon auf vier, drei… zwei Sprüngen da. Und im besten Fall kommt auch ein Weihnachtsgefühl, eine Stimmung aus alten Kindertagen, in uns hoch, dass uns das ganze Gewese versüßt… Im Schlimmsten ohne Schnee und mit geschäftsoffenen Adventssonntagen. Nach Weihnachten ist das dann Schnee von gestern. Aber das ist eine andere Geschichte…

Kai Diekmann

Donnerstag, 12. November 2009

Kai Diekmann im Zoologischen Garten|Originalbild Diekmann Quelle http://de.wikipedia.org/wiki/Benutzer:Sir_James
Mir ist in diesem Jahr, am 28. Februar, unser heiß geliebter Kai Diekmann im Zoologischen Garten über den Weg gelaufen. Ich hielt mich zuvor im Affenhaus auf und ärgerte mich über die Unmenge an Touris, die sich nichts daraus machte, tausendfach mit Blitzlicht zu fotografieren. Mein eigentlicher Menschenhass manifestierte sich in meiner vordergründigen Gemütswelt, und mit einer Visage, die diese Abscheu widerspiegelte, verließ ich das Affenhaus. Draußen wollte gerade der frisch gestriegelte Diekmann mit einem kleinen Kind an der Hand in das Affenhaus rein gehen und starrte mich, als sich unsere Wege kreuzten, für eine Millisekunde angsterfüllt an. In diesem Moment müssen ihm Gedanken wie diesen durch den Kopf gerast sein: „Die haben die Affen raus gelassen und einer stürmt direkt auf meine Frisur! Argh“. Ich musterte den Mann, die Gesichtszüge, das dunkle wellige Haar und dann machte es Klick: Als ich Diekmann erkannt hatte, warf ich ihm ein kleines Lächeln zu, und er bekam seinen Frieden. Wir liefen aneinander vorbei. “Ich weiß nicht ob die Affen beissen!“, gab er dem kleinen Kind zur Antwort und verschwand im Affenhaus. Danach dauerte es keine zehn Sekunden, und er hatte mich vergessen. Heul.:-)

Der Tag des Wiedersehens

Montag, 9. November 2009

Berliner Mauer und Brandenburger Tor (Bildquelle: Wikipedia)
Die Berliner Mauer „fiel“ in der Nacht von Donnerstag, dem 9. November, auf Freitag, den 10. November 1989, nach über 28 Jahren ihrer Existenz. Als zehnjähriger Knirps sah ich den Geschehnissen mit Staunen zu, ohne aber einen rechten Begriff davon zu haben. – Am Abend des 09. November stand ich mit meinen Eltern und hunderten anderer Westberliner an einem Grenzübergang in Spandau, und wir alle begrüßten feiernd die einströmenden DDR-Bürger. Wildfremde Menschen umarmten sich dort und küssten sich und weinten. Man jubelte dort und feierte freudevoll. Sektkorken knallten, Musik erschallte und Menschen tanzten. – Nach diesem Tag sind mir vor allem flüchtige Eindrücke in Erinnerung geblieben. Ich kann mich noch an die vielen stinkenden Trabbis erinnern, die es im Westteil plötzlich gab. Die fremden Gerüche von der anderen Seite. Das Begrüßungsgeld und die langen Menschenschlangen vor den Banken. An das Umtauschen der harten Währung in Aluminium-Geld und an riesige Trödelmärkte. – Nach dem Spalierstehen am Grenzübergang ist einzig noch eine andere Erinnerung zum “Fall der Mauer” für mich mehr als reine Wahrnehmung. Ich habe meinen Anteil an dem physischen Fall der Mauer als Mauerspecht gehabt: Mit meinen damalig besten Freunden Marko und Patrice machte ich mich einige Wochen bzw. wenige Monate später in Richtung Reichstag auf. An der Berliner Mauer, zwischen Reichstag und Brandenburger Tor, holten wir unsere Hämmer und Meißel hervor und schlugen aus der bunt bemalten Mauer große Stücke Stein heraus. Viele Andere taten uns gleich. Fernsehteams liefen umher, Fotografen machten Fotos und Polizisten liefen die weltkulturelle Narbe, die jetzt zur Schweißnaht erbrannte, entlang. Beiderseits sah man das staatliche Beobachten über die eifrige Vernichtung der Mauer. Man konnte bereits durch kleine Löcher in der Mauer die lange abgetrennte, gegenüberliegende Welt erblicken. Die farbigen Mauerstücke, die ich ausgeschlagen hatte, verkaufte ich gleich an einen der vielen Schaulustigen, und schlug dann weiter auf die Mauer ein. Marko und Patrice machten es ebenso. Ich hatte viel Geld gemacht, auch weil ich ein besonders schönes und großes Stück an einen Mann verkaufen konnte, der mir für meine angebotene Ware freimütig weitaus mehr Geld gab, als ich verlangte. An diesem Tag kamen einige Hundert Mark zusammen. Marko, der die Aktion zum Laufen gebracht hatte, sammelte das gesamte Geld ein und überwies es, wie abgesprochen, an Greenpeace. (Soviel Geld hatte ich vorher nicht in meinen Händen gehalten und hätte es wohl auch gerne behalten. Ich war aber froh, dass ich ohne Murren mein Geld in den Spendentopf einwarf.) – Das waren nun einige Eindrücke, meine Erinnerungen zum Fall der Mauer…
P.S.: Alle die sich die Mauer wieder zurück wünschen, können nur verblödete Trottel sein.
(Für mich als West-Berliner ist meine Stadt durch den Fall der Mauer und die Wiedervereinigung viel interessanter und viel bunter geworden.)

Vorfreude auf den Winter

Donnerstag, 5. November 2009

Vorfreude auf den Winter
Als kleiner Junge hatte ich auch im Herbst meinen Spaß. Mit Kastanien werfen… Ansonsten aber bot der Herbst nicht allzu viel. Man spinnte aus, was der Winter böte. Weit aus mehr: Schneeballschlachten, Schneemänner bauen, Schlitten fahren und als Höhepunkt das Weihnachtsfest, also Weihnachtsmann und Geschenke. Na klar, Winter war viel besser als Herbst. Ich kam mit meinen Brüdern auf die Idee, in der Hoffnung der Winter komme schneller, die Blätter von den Bäumen zu rupfen! Ach, wäre doch schon Winter! Wir suchten uns einige Bäume im Vorgarten und vor der Haustür und rupften Blätter im Akkord…

Halloween – Der Tag Danach

Sonntag, 1. November 2009

Halloween - Der Tag Danach
Ich kann mich mit Halloween noch nicht richtig anfreunden. Ich mag zwar das Düstere und die ganze Spinnerei, die mit dem Glauben an die Existenz von Geistern, Monstern & Co zusammen hängt, und auch dass Magie unsere Welt beherrscht und lenkt, aber ich habe neben dem eine ausgeprägte Abneigung gegen die schrittweise Amerikanisierung… In meinem bisherigen Leben war ich nur einmal auf einer Halloween-Party, und auch nur, weil ich mich nicht in Irgendwas verkleiden musste. Ich bemerke aber, dass der Trend zunimmt, und sich dieses Fest in unseren Breiten etabliert. Letztes Jahr zum Beispiel klingelte es plötzlich ganz unvorbereitet an meiner Tür: Ich öffnete und es standen vor mir zwei Zwergmonster und drohten: “Süßes oder Saures!”. – Ich war vorher zufällig noch beim Bäcker und hatte mir ein Stück Mohnkuchen gekauft. – Ich schnitt zwei kleine Stücke ab, wickelte die zwei Stücken in Alu-Folie ein und händigte den beiden Fratzengesichtern das Süße aus. Damit war ich die beiden Nervensägen los. Ich beschloss, im nächsten Jahr nicht mehr die Tür zu öffnen und das menschenlose Toben draußen zu lassen! In diesem Jahr an Halloween musste ich jedoch arbeiten und hatte erst gegen 21.00 Uhr Feierabend. Zum Abend hörte ich, dass man im Wedding Linienbusse mit Eiern beworfen hatte, konnte das aber nicht richtig einordnen. Auf dem Weg nach Hause liefen mir dann viele kleine Teufel, Skelette und Hexen über den Weg und schauten grimmig drein. In der U-Bahn entdeckte ich auch weitaus größere Varianten, die bestimmt in Richtung irgendeiner Themen-Party waren. Lustig anzuschauen, mehr nicht. Nichts Böses ahnend kam ich zu Hause an und steckte den Hausschlüssel in das Schloss der Hauseingangstür und beschmadderte meinen Schlüssel und meine Hand mit irgendeinem schmierigen weißen Zeug, was auf Türknauf und Schloss klebte. Was ist denn das? Na toll, Schweinebande! Auf dem Boden lagen zerbrochene Eierschalen – Eiweiß und -gelb klebten an der Tür. Mag mich einer nicht, oder einen anderen Mieter des Hauses? Egal, ich war zu kaputt, um mir weitere Gedanken zu machen. Ich ließ den Abend vor dem Fernseher ausklingen und schlief wunderbar ein. Heute begutachtete ich noch mal den Anschlag auf die Hauseingangstür. Das weiße Zeug am Schloss war Zahnpasta und war mittlerweile auch ausgehärtet. Süßes oder Saures! Jetzt fiel mir plötzlich ein, was das zu bedeuten hat, jetzt konnte ich den Eieranschlag auf den Linienbus richtig einordnen. – Halloween wird mittlerweile nicht nur in Ansätzen nachgespielt, sondern im Sinne von Süßes oder Saures ausgeübt! — Ein Bekannter, der in der Nacht Zeitungen austrägt, erzählte mir heute, dass er auf seiner Tour in Reinickendorf überall Eierschalen liegen gesehen hat und dass er aufpassen musste, die Zeitung nicht mit Zahnpasta zu beschmieren, weil das Zeug an etlichen Briefkästen klebte. Kurzum: Süßes oder Saures! So langsam gefällt mir das doch irgendwie: Wer Krieg will, kann Krieg haben. Wir werden sehen, wer der echte Teufel ist! Für das nächste Mal werde ich kleine Gammelfleisch-Bällchen mit Schokolade überziehen und in Bonbon-Papier einwickeln. Mal sehen, wie das ankommt! Süßes oder Saures! Hahaha….