
Bücher dieser Welt, vereinigt euch! Längst vorbei die Zeit des Bildungsbürgertums, in der es zum Bestandteil eines “Must-Have” gehörte, wenn schon keine private Bibliothek, dann doch wenigstens eine Lexikonreihe sein eigen nennen zu dürfen. An das Internet war nur von wenigen zu denken, als dieser Umstand schon als angestaubte Attitüde aus der Mode kam. Und in Zeiten des Internets und der Digitalisierung muss man schon gute Gründe finden, warum man sich überhaupt noch eine Lexikon-Reihe in das vielleicht schon aus heimischen Wohnzimmergefilden abgegangene Bücherregal stellen soll. Auch bei den anderen Büchern bröckelt der Glanz. Das kapitalistisch geprägte Marktverhalten und der Glaube an die unendliche Reproduzierbarkeit von Inhalten schafft die Wegwerfgesellschaft. Bücher sind so billig, wie noch nie. Also-, warum sollte ich einen ausgelesenen Paperback-Roman, der mich drei bis fünf Euro gekostet hat, nicht in den Müll werfen? Es ist heutzutage wohl keine Schande, Bücher schlecht zu behandeln. – Heinrich Heine glaubte noch, „dort wo man Bücher verbrennt, verbrennt man auch am Ende Menschen.” – Gilt das über den Bogen gespannt ebenso für das Wegwerfen? Ich finde schon, dass man damit die kulturelle Bedeutsamkeit des Buches mit Füßen tritt, ein wenig mehr Respekt und Achtung wäre angebracht, der Idee des Buches wegen… auch heute noch. – Ich träume ein wenig von einer neuen Kulturrevolution des Buches! Überall kleine dezentrale Bibliotheken und Leseecken. Beim Bäcker, beim Frisör, auf offener Straße… Bücherware, die beständig in Bewegung ist. Ein Kreislauf des Buches. – Und der Gnadenhof, das Archiv, die Erinnerung, letztlich der Bestatter, wird und bleibt die staatliche Bibliothek. Also: Bücher gehören nicht in den Müll, sondern in die Bibliothek!
Gerade auf was Interessantes gestoßen:
http://de.wikipedia.org/wiki/%C3%96ffentlicher_B%C3%BCcherschrank