Archiv für Oktober 2009

Gläserrücken – Eine Anleitung

Samstag, 31. Oktober 2009

Halloween
Unter Gläserrücken, auch Gläseln genannt, versteht man eine Methode, mit der versucht wird, mittels eines umgedrehten Trinkglases und eines Buchstabenkreises Kontakt zu den Seelen Verstorbener aufzunehmen.(Wikipedia)

Inhaltsverzeichnis
• Gläserrücken
o 1.) BENÖTIGTE UTENSILIEN:
o 2.) DURCHFÜHRUNG:
o 3.) ZU PUNKT 2 / WARNHINWEISE:
o 4.) ALLGEMEINE RICHTLINIEN:
o 5.) AUFKLÄRUNG:
5a) Die Gerüchteküche
5b) Die wahren Gefahren des Gläserrückens
5c) Die wissenschaftliche Erklärung

Einleitung:
Der Begriff „Okkultismus“ stammt aus dem Lateinischen ( occultus: geheim, verborgen ). Er bezeichnet geheimnisvolle Eigenschaften der Natur und der menschlichen Psyche. Ein Teilgebiet des Okkultismus ist der Spiritismus. Spiritisten glauben an ein Leben nach dem Tod. Sie glauben, Geister wären allgegenwärtig und hätten Einfluss auf das irdische Leben. Spiritismus ist der Versuch, mit dem „Jenseits“ oder einer Geisterwelt in Kontakt zu treten. Populärer als die klassischen Seancen sind heute diverse okkulte Praktiken wie Gläserrücken, Tischerücken oder Pendeln, die meist in einer Gruppe, aber ohne ein professionelles Medium durchgeführt werden.
Nichts ist so bewegend und gleichzeitig so erschreckend wie das Gläserrücken.
GLÄSERRÜCKEN IST KEIN SPIEL!!!
Für psychisch starke und ausgeglichene Menschen kann das Hexenbrett eine Hilfe sein. Emotional aufgewühlte, labile, leicht zu beeinflussende oder ängstliche Menschen und Personen unter Einfluss von Drogen sowie Kinder und Jugendliche sollten unbedingt vom Gläserrücken ablassen. Gläserrücken ist gefährlich und kann ernsthafte Folgen nach sich ziehen!!!

Es gibt vielerlei Varianten wie man eine Jenseitskonferenz verbringen kann. Letztendlich vermischen sich unterschiedliche Erfahrungen, welche man als Anleitung betrachten kann.
Elvis Presley auf der GläserRückSchau – 2003

1.) BENÖTIGTE UTENSILIEN:
Welche Dinge man benötigt, und inwieweit sie beschaffen sein müssen, um eine Seance abzuhalten.
AUFLISTUNG BENÖTIGTER UTENSILIEN:
-ein HEXENBRETT ( Witchboard / „Das sprechende Brett“ )
-ein LEICHTES GLAS
NOTWENDIGE BESCHAFFENHEIT VERWENDETER UTENSILIEN: Das Hexenbrett ( traditionelle Grösse 40 x 60 cm ) benötigt eine glatte rutschige Oberfläche auf dem kreisförmig die Zahlen 0, 1, 2, 3, 4, 5, 6, 7, 8, 9 sowie die Buchstaben A bis Z und eventuell Ä, Ü und Ö notiert sind. Innerhalb des Kreises sind rechts und links aussen die Wörter „Ja“ und „Nein“ parallel zueinander notiert. Jetzt ist das Hexenbrett einsatzbereit. ( Es muss nicht wirklich ein Brett sein, man kann zum Beispiel kleine Pappkärtchen anfertigen, die man auf die glatte Oberfläche eines Tisches klebt. )
Weiterhin benötigt man ein Glas. Je leichter, desto besser. Weitere Anforderungen werden nicht gestellt.

2.) DURCHFÜHRUNG:
Wie beginnt man mit dem Gläserrücken? Eine Anleitung.
Gläserrücken funktioniert bereits mit zwei Personen. Eine Gruppe sollte aus zwei bis acht Personen bestehen. Wählen Sie einen Ort, an dem sie ungestört sind. Legen Sie das Brett auf einen Tisch an dem alle teilnehmenden Personen bequem Platz nehmen können. Es ist nicht notwendig, das Zimmer zu verdunkeln, Kerzen anzuzünden oder entsprechende Musik laufen zu lassen, um der Sitzung den passenden Flair zu geben. Gläserrücken funktioniert bestens auch bei Helligkeit. Genausowenig braucht man den Geist durch Gebete oder skurille Rituale herbeizurufen. Wer darauf nicht verzichten möchte, soll es gerne tun. Gut wäre es, wenn die Gruppe einen Sitzungsleiter auswählt, der dann auch die Anfangsfragen stellt und die Sitzung ( Seance ) beendet. Zunächst streckt jeder seinen Arm aus und legt ganz leicht seinen Zeigefinger auf das umgedrehte Glas in der Mitte des Hexenbrettes. Nun fragt der Sitzungsleiter lapidar ( oder eben okkulter ), ob jemand da ist. Der Sitzungsleiter fragt mehrmals: Geist, bist du da? ( / Ist jemand in diesem Raum? ). Die Eröffnungsfrage wird in gleichmässigen Abständen gestellt, so lange bis sich das Glas bewegt. Das kann eine Weile dauern und gelingt meist nicht auf Anhieb. ( Bis zu 30 Minuten sollte schon gerechnet werden. ) Meldet sich ein Wesen, wird es vom Sitzungsleiter begrüsst. Antworten von Geistern können auch wirres Zeug sein, besonders Anfängern gelingt eine „einwandfreie Verbindung“ nicht sofort. Verbindungen in die Geisterwelt verlangen Übung. Also nicht gleich den Kopf hängen lassen, wenn die erste Sitzung in die Hose geht. Aber nach einiger Zeit wird das Glas auskunftsfreudiger. Gläserrücken ist wie eine Fertigkeit, nur Übung macht den Meister. Ein Geist meldet sich, beziehungsweise beantwortet die Fragen durch das Rutschen des Glases in Richtung der Zahlen, Buchstaben und der Worte „Ja“ und „Nein“. Anhand dieser Bewegung können die Botschaften des Geistes abgelesen werden.
Bevor Sie ihre Fragen stellen, fragen Sie erst einmal den Geist ein wenig aus. Somit haben Sie einen kleinen Einblick, mit wem Sie es gerade zu tun haben und welche Gesinnung er inne hat ( Ist es ein guter oder böser Geist, der uns besucht? ). Fragen am Anfang: Wie heißt du? Bist du ein guter Geist? Wie ist es dort, wo du bist? Schliesslich stellt jeder seine Fragen nach der Reihe. Wenn man die Sitzung beenden und den Geist verabschieden möchte, muss man das Glas im Kreis schieben und den Kreis immer kleiner werden lassen, bis es in der Brettmitte angekommen ist. Anschliessend dreht man das Glas um und stellt es wieder in die Mitte.

3.) ZU PUNKT 2 / WARNHINWEISE:
Die ich rief, die Geister, werd ich nun nicht los.
(Zauberlehrling, Goethe )
Es ist mehr als ratsam, sich im vorhinein mit der Materie zu beschäftigen. Daher wäre es von Vorteil und zu empfehlen, bei Erstversuchen jemanden im Kreis zu haben, der bereits mit diesem Phänomen vertraut ist. Man muss mit Geistern erst umgehen lernen, da ist es praktisch jemanden mit Kenntnissen am Tisch zu haben. Auch deshalb sollte der Anfänger Gespräche mit bösen Geistern vermeiden. Es ist wichtig den Geist zu Begin der Sitzung auszufragen. Anfänger sollten böse Geister lieber wieder verabschieden, die Sitzung beenden und zu einem späteren Zeitpunkt fortsetzen. Natürlich kann man mit beiden Gesinnungen sprechen, aber man sollte erst einige Erfahrung gesammelt haben, bevor man sich auf der dunklen Seite tummelt. Der Geist sollte seine Gesinnung also nach der Frage, ob er ein guter Geist ist, mit „Ja“ oder mit dem Wort „Gut“ beantworten. Böse Geister sind meistens nicht in der Lage das Wort „Gut“ zu schreiben, doch sollte man böse Geister nicht unterschätzen. Manche Geister sind auch dann in der Lage die Gruppe zu täuschen. Bitte seien Sie sich bewusst, das Geister auch lügen können und nicht immer uns gegenüber wohlgesonnen sind. Um ganz sicher zu gehen, schreiben einige Spiritisten die Zeichen und „Ja“ und „Nein“ in blauer Schrift, weil sie davon ausgehen, dass die Farbe Blau mehr gute als böse Geister anzieht. Weiterhin schreiben sie die Namen der vier Erzengel ( Raphael, Gabriel, Michael, Uriel ) ausserhalb des Kreises auf und bei Zweifel an der Gesinnung des Geistes, bitten sie ihn, über die Namen zu rutschen. Schreibt er das Wort „Gut“ oder rutscht er ohne Schwierigkeiten über die Namen, handelt es sich wahrscheinlich um einen guten Geist.

GLÄSERRÜCKEN IST KEIN SPIEL!!!
Emotional aufgewühlte, labile, leicht zu beeinflussende oder ängstliche Menschen und Personen unter Einfluss von Drogen sowie Kinder und Jugendliche sollten unbedingt vom Gläserrücken ablassen. Gläserrücken ist gefährlich und kann ernsthafte Folgen nach sich ziehen!!!

Im Verlauf solcher Sitzungen, aber auch im nachhinein können unter anderem folgende Ereignisse auftreten:
Klopfgeräusche, meist direkt aus dem Mauerwerk und das Hören von Schritten, obwohl niemand in der Nähe ist. Schatten die eine Gestalt oder einen Gegenstand abbilden und ohne Einwirkung einer Lichtquelle enstehen sowie plötzlich erscheinende Lichterscheinungen. Scheinbar aus dem Nichts auftretende Luftzüge. ( … ) Alle diese Erscheinungen können, müssen aber nicht auftreten. Meist ist das die Finalität der innerlichen Angst. Deshalb gilt es die Allgemeinen Richtlinien zu beachten! Ganz wichtig: Ruhe bewahren, keine Panik! Bei solchen Fällen muss man sich auf seine innere Kraft besinnen und somit dem Geist keine „Angriffsfläche“ bieten. Falls alles nicht hilft, notfalls bei ihrem ortsansässigen Priester Nachfrage halten. Die Gefahren einer „Geisterattacke“ sind: -die Umsessenheit, eine negative Einflußnahme von jenseitigen Wesen auf unser Leben. Sie äußert sich z.B. im Hören von Stimmen, die den Betroffenen zu unüberlegten Handlungen verführen wollen; -die Besessenheit, eine Extremfolge unsachgemäß angewandter spiritistischer Techniken, kommt eher selten vor.Bei der Besessenheit hat eine fremde Persönlichkeit zeitweillig besitz vom Körper des Betroffenen. Es ist vergleichbar mit Tieftrancemedien, nur das hier der Betroffene jegliche Kontolle über diesen Vorgang verloren hat.

4.) ALLGEMEINE RICHTLINIEN:
Überlebens-Knigge für das Gläserrücken.
- Vor der Sitzung meditieren oder beten ( den Kopf frei machen )
- Bekommen Sie Angst, beenden Sie die Sitzung
- Sie spielen kein Partyspiel
- Ruhe und Ungestörtheit muss gewährleistet sein
- Nicht bei Müdigkeit oder gar Übermüdung eine Seance abhalten
- Die Atmosphäre sollte gelöst und heiter, aber nie sensationslüstern sein
- Den Geist mit Respekt entgegentreten
- Stellen Sie vernünftige Fragen und keinen Blödsinn; bleiben Sie sachlich
- Keine Fragen über die persönliche Zukunft stellen
- Während der Sitzung nicht rauchen und keine Drogen konsumieren

5.) AUFKLÄRUNG:
Was steckt hinter dem Gläserrücken. – Entmystifizierung, Entlarvung und Entzauberung.
Seit über hundert Jahren sind die wichtigsten spiritistischen Praktiken mit Physik und Psychologie zu erklären. Dennoch geht ein grosser Teil der Bevölkerung davon aus, dass entweder Geister ihre Finger im Spiel haben oder sonstige übersinnliche Kräfte wirksam sind.
Das rückende Glas ist ein verblüffend simples Gerät, um tiefere Ebenen der menschlichen Psyche anzuzapfen. Für psychisch starke und ausgeglichene Menschen kann das Hexenbrett eine Hilfe sein.
5a) Die Gerüchteküche
Viele Tipps und Warnhinweise rund um Jenseitskonferenzen, werden selbst von Spiritisten als Humbug deklassiert, dienen eher der Mystifizierung solcher Sitzungen und geben den sensationslüsternen Menschen den okkulten Kick. Gläserrücken ist eine Technik des Spiritismus, daran hält sich auch obige Durchführung. Ob man nun an Geister glaubt, oder nicht. Wichtig ist zu wissen, das die „Geister“ des Gläserrückens keinen Schaden im eigentlichen Sinne anrichten können. Kein Ritual schützt vor Geistern. Es gibt keinen Schutz vor „bösen Geistern“, das einzige was zählt ist die eigene psychische Kraft. Dennoch ist Gläserrücken kein Spiel (!), man sollte die Allgemeinen Richtlinien beachten und sich da nicht in etwas hineinsteigern oder sich fürchten. Wer es dennoch tut, sollte Abstand vom Gläserrücken nehmen.
5b) Die wahren Gefahren des Gläserrückens
Nicht jeder Mensch spricht gleich an, manche sind keinerlei Gefahr ausgesetzt, manche sind bereits nach einer Sitzung psychisch destabilisiert. Deshalb sollte man Erfolg oder Misserfolg eines anderen Menschen nicht zur eigenen Richtschnur machen. Die Gefahr eines psychischen Zusammenbruchs mit zum Teil gravierenden Folgeschäden darf niemals ausser Acht gelassen werden.
Angstgefühle: Die Zeit nach einer unsachgemässen Anwendung spiritistischer Techniken kann von Angstgefühlen begleitet werden. Insbesondere wenn sich physische Phänomene hinzugeselllen ( wie z.B. Klopfgeräusche, Schritte, Schatten ), werden diese Ängste schier unerträglich.
Blinder Glaube: Qualitativ hochwertige Mitteilungen sind oft von solcher Klarheit und erstaunlicher Logik, dass man meinen könnte, sie beinhalten die einzig mögliche Wahrheit. Man kann zwar viel von solchen Mitteilungen lernen, sollte sie aber nicht als einzig mögliches Dogma ansehen. Durch Glauben an die Mitteilung, also die psychische Einflußnahme auf das Unterbewusstsein, kann die Aussage selbsterfüllend werden. Deshalb ist es sinnvoll keine Fragen in bezug auf die Zukunft zu stellen.
Abhängigkeit: Viele Menschen benutzen spiritistische Techniken als Entscheidungshilfe. Dabei besteht die Gefahr, dass die eigene Entscheidungsfähigkeit enorm geschwächt wird. Man läuft Gefahr, seinen Lebensweg in die Hände der „anderen Welt“ zu legen. Man sollte immer in der Lage bleiben, selbst Entscheidungen zu treffen ohne unbedingt ein „Geistwesen“ zu Rate zu ziehen.
5c) Die wissenschaftliche Erklärung
Für das Gläserrücken wird ein leichtes Glas benötigt, das auf ein möglichst glatten Tisch steht. Es geht darum, die Reibung so gering wie möglich zu halten, damit schon ein Minimum an Kraft genügt, um es zu bewegen. Ein Finger wird richtig sensibel, wenn er minutenlang am ausgestreckten Arm auf einem Glasboden leicht ruht. Niemand kann seinen Finger absolut ruhig halten. Die Muskel des ausgestreckten Armes werden schwer und fangen nach einiger Zeit unmerklich an zu zittern. Eine Verstärkung dieser Kraft erreicht die Atmung, die sich über den Oberarm auf das Glas überträgt und somit die Bewegung verstärkt. Gleichzeitig leisten die Kapillarpulswellen ihren Beitrag: Durch die Aterien wird das frische Blut stossweise bis in die Fingerspitzen gepumpt und bewirkt so immer wieder geringe Umfangvergrösserung. Hinzu kommen die seelischen Anspannungen ( Vorfreude, Erregung, Nervösität, Erwartungshaltung etc. ), die den Prozess verstärken können. Diese Kräfte übertragen sich also vom Finger auf das Glas und bringen es in Bewegung. Die Kräfte der einzelnen Finger addieren sich zu einer Gesamtkraft, deren Richtung sich aus den Richtungen der einzelnen Kräfte ergibt. Somit ensteht eine Gesamtkraft in eine Richtung. Daher ensteht das Gefühl, das Glas würde von einer Kraft geführt, die von aussen kommt, da die Richtung des Glases sich nicht mit den unterschiedlichen Richtungen der Finger deckt. Tatsächlich sind es aber die Finger.
Eine wesentliche Ursache ist der sogenannte Carpenter-Effekt ( auch bekannt als ideomotorische Bewegung ), der schon 1852 beschrieben wurde. – Das Glas wird durch Gedanken bewegt. – Carpenter stellte fest, wenn man sich eine Bewegung vorstellt, stellen sich Ansätze zur Ausübung dieser Bewegung ein. Bei dieser Vorstellung oder auch Befehl oder Sinneseindrücken erhalten die Muskeln vom Gehirn den Befehl zur Ausübung der Bewegung. Wer einen hohen Turm sieht, blickt automatisch nach oben, und wenn er sich später den Turm vorstellt, hebt er dabei kaum merklich die Augenlider. Kinder, die einen dicken Menschen beschreiben, zeigen dabei automatisch mit den Händen, was sie beschreiben. Beim Gläserrücken werden die Finger der Beteiligten mit der Erwartung auf das Glas gelegt, dass sich was bewegt. Durch kleinste Muskelkontraktionen üben sie Druck auf dem Glas aus. Neurologen konnten nachweisen, dass bei der Vorstellung einer Bewegung in den betreffenden Muskeln Aktionsströme auftreten. Wer denkt, bewegt sich also immer ein kleines bisschen dabei, und zwar entsprechend seiner Gedanken.
Doch werden beim Gläserrücken nicht irgendwelche Gesten vollführt, sondern Zeichen, Buchstaben zu sinnvollen Zeichenketten, also Wörtern und ganzen Sätzen, zusammen gesetzt. Das Gehirn ist also in der Lage, diese Bewegungen auf einer abstrakten Ebene zu koordinieren. Dabei wird durch das Gläserrücken nicht nur auf bewusstes Wissen zurückgegriffen, sondern auch auf Informationen aus tieferen Schichten, aus dem Unterbewusstsein. So kommt es zu Auskünften, die den Gläserrückern angeblich unbekannt sind. Zum Beispiel kann sich jemand nicht an den Geburtstag eines Verwandten erinnern, hat das Datum aber mal gehört und das Gläserrücken bringt diese Information zu tage. Auch Stimmungen und Meinungen, die in der Gruppe sonst nicht ausgesprochen werden, können in diesem komplizierten gruppendynamischen Wechselspiel als Botschaften zu tage treten. Dies ist sehr komplex und kompliziert.
Es spielt sich alles so latent ab, dass es uns kaum bis garnicht bewußt ist, dass die Gruppe es ist, die das Glas bewegt.

Sie wollen Gläserrücken?
Nun sind Sie gewappnet – Es kann losgehen!

© Reinicken (AWA); 2002

Bilderrätsel

Mittwoch, 28. Oktober 2009

* *: Du.kannst.Mich.MAL
Was ist das nur für ein Poster da im Hintergrund?
Wer die richtige Antwort weiß, kriegt Applaus und warme Worte! (Von mir!) Also? …

Bücher dieser Welt, vereinigt euch!

Dienstag, 27. Oktober 2009

Buechervereinigung
Bücher dieser Welt, vereinigt euch! Längst vorbei die Zeit des Bildungsbürgertums, in der es zum Bestandteil eines “Must-Have” gehörte, wenn schon keine private Bibliothek, dann doch wenigstens eine Lexikonreihe sein eigen nennen zu dürfen. An das Internet war nur von wenigen zu denken, als dieser Umstand schon als angestaubte Attitüde aus der Mode kam. Und in Zeiten des Internets und der Digitalisierung muss man schon gute Gründe finden, warum man sich überhaupt noch eine Lexikon-Reihe in das vielleicht schon aus heimischen Wohnzimmergefilden abgegangene Bücherregal stellen soll. Auch bei den anderen Büchern bröckelt der Glanz. Das kapitalistisch geprägte Marktverhalten und der Glaube an die unendliche Reproduzierbarkeit von Inhalten schafft die Wegwerfgesellschaft. Bücher sind so billig, wie noch nie. Also-, warum sollte ich einen ausgelesenen Paperback-Roman, der mich drei bis fünf Euro gekostet hat, nicht in den Müll werfen? Es ist heutzutage wohl keine Schande, Bücher schlecht zu behandeln. – Heinrich Heine glaubte noch, „dort wo man Bücher verbrennt, verbrennt man auch am Ende Menschen.” – Gilt das über den Bogen gespannt ebenso für das Wegwerfen? Ich finde schon, dass man damit die kulturelle Bedeutsamkeit des Buches mit Füßen tritt, ein wenig mehr Respekt und Achtung wäre angebracht, der Idee des Buches wegen… auch heute noch. – Ich träume ein wenig von einer neuen Kulturrevolution des Buches! Überall kleine dezentrale Bibliotheken und Leseecken. Beim Bäcker, beim Frisör, auf offener Straße… Bücherware, die beständig in Bewegung ist. Ein Kreislauf des Buches. – Und der Gnadenhof, das Archiv, die Erinnerung, letztlich der Bestatter, wird und bleibt die staatliche Bibliothek. Also: Bücher gehören nicht in den Müll, sondern in die Bibliothek!

Das Neue Museum – Tag der offenen Tür

Samstag, 17. Oktober 2009


Ein kleines Video von der Warteschlange vor dem Neuen Museum.
Am 16.10.09 wurde das Neue Museum nach dem über 70 Jahre dauernden Dornröschenschlaf wiedereröffnet. Damit sind zum ersten Mal seit 1939 alle fünf Häuser der Museumsinsel für Besucher zugänglich. Ein historisches Ereignis für ganz Europa!
Und am heutigen Tage, am 17.10.09, zum Tag der offenen Tür, machte ich in diesem Jahr meinen fünften Besuch im fünften Haus. –
Ich bin gegen 10.00 Uhr an der Museumsinsel angekommen, reihte mich in die lange Warteschlange ein und musste mich 2,5 Stunden gedulden, bis ich endlich in das Haus konnte. Es war überwältigend, die gestalterische Umsetzung, die Architektur des Hauses, ist einfach grandios. Ich hastete von einem Raum zum anderen, von einem Stockwerk zum anderen, und konnte es nicht lassen, wie im Wahn Bilder mit meiner Kamera zu machen. Als ich nach etwa zwei Stunden durch das ganze Haus gelaufen bin, überlegte ich, ob ich eine zweite Tour ansetzen soll, um mir auch mal die Ausstellungsstücke in Ruhe anzuschauen, ließ es aber, weil ich doch schon ziemlich k.o. war. – Morgen reihe ich mich noch mal in die Warteschlange ein… Jetzt lasse ich einfach meine Bilder sprechen:
Neues Museum - Tag der offenen Tür

Neues Museum - Tag der offenen Tür

Neues Museum - Tag der offenen Tür

Neues Museum - Tag der offenen Tür

Neues Museum - Tag der offenen Tür

Neues Museum - Tag der offenen Tür

Neues Museum - Tag der offenen Tür

Neues Museum - Tag der offenen Tür

Neues Museum - Tag der offenen Tür

Neues Museum - Tag der offenen Tür

Neues Museum - Tag der offenen Tür

Neues Museum - Tag der offenen Tür

Neues Museum - Tag der offenen Tür
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Weitere Bilder von mir zum Tag der offenen Tür des Neuen Museums auf FLICKR!

Ich bin ein Berliner…

Freitag, 16. Oktober 2009

Nofretete
…und bleib dit och, wehrter Herr Eyjipter. Da kannste volle Lotte rumposaunen, dit juckt ma janz und janich!
Gez.: Nofretete
Siehe hierzu: Nofretete | Büste der Nofretete | Neues Museum.

Erlebte Gewalt

Sonntag, 11. Oktober 2009

U-Bahn, Bahnhof
Leserbrief (Blogbrief) zu einem Artikel der FAZ-Sonntag,
Erlebte Gewalt. Leser berichten: Angst, Überfälle, keine Hilfe“:
Es gehört zu meiner Alltagserfahrung, Gewalt auf Bahnhöfen, in Zügen und in Bussen mitzubekommen und zu erleben. Ich lebe in Berlin und nutze den öffentlichen Nahverkehr fast täglich. Ich habe bereits genug erlebt, um seitenweise Papier mit meinen Erlebnissen zu füllen. Ich dachte eigentlich immer auch ein wenig, dass es an mir liegt. Aber die Geschehnisse der letzten Monate, die durch die Presse gingen, beweisen doch, das Gewalt in der U-Bahn zum Alltag gehört. Der Umstand wird einfach tot geschwiegen, erst ein eklatanter Fall wird öffentlich. Die Verkehrsbetriebe müssen zusehen, schwarze Zahlen zu schreiben, und so verwahrlosen Bahnhöfe, streift das Wachpersonal in geringer Stärke… Vor einigen Wochen schrieb ich eine E-Mail an die Berliner Senatsverwaltung, weil ich immer wieder Leute sehe, die auf den Bahnhöfen rauchen, auch mal in den Zügen selbst, und manchmal auch in größeren Gruppen. Ich wollte wissen, warum nur spärlich das Nichtraucherschutzgesetz umgesetzt wird, warum ich nicht mal eine Streife des Ordnungsamtes in irgendeinem Bahnhof gesehen habe… Bei der Antwort wurde mir bestätigt, das Rauchen auf Bahnhöfen eine Ordnungswidrigkeit ist, doch der mir antwortende Sachbearbeiter erläuterte aus seiner eigenen Erfahrung heraus, dass es zu keinen Verstößen komme und sich eigentlich jeder an das Rauchverbot halten würde. Lachhaft! Es sind nicht nur die Jugendlichen, es sind die Trinkerklicken, welche auf manchen Bahnhöfen ihre Treffpunkte haben, es sind die Dealer und die Konsumenten von Drogen aller Art. Oftmals beginnt es mit einem Spiel oder mit kleineren Grenzverletzungen. Mancher macht auf gefährlichen Mann und testet aus, wann sein Gegenüber endlich vor Demut zu Boden blickt, oder er verhält sich soweit daneben, dass Andere regelrecht dazu genötigt werden, ihn rechtweisen zu müssen. Ich hasse diese Spiele, weil ich nicht den Duckmäuser spielen kann. Und alle anderen Reaktionen, als die eines Duchmäusers, werden dann übel und gefährlich angegangen. Diese Spiele werden fast überall gespielt, fast mit jedem. So etwas regt mich auf und ich lasse mich da ab und zu hinreißen, den Spieß umzudrehen. Angst habe ich selten. Aus mehreren Jahren “Leistungssport” und “Kampfsport” schöpft man Selbstvertrauen. Deswegen spreche ich die Leute auch mal an. Beispiele: Vor einigen Monaten rauchte ein betrunkener Hertha-Fan in der voll besetzten U-Bahn, keiner sagte etwas. Ich bin aufgestanden und habe ihn höflich angesprochen, die Zigarette auszumachen. Er weigerte sich einfach und wollte mich links liegen lassen. “Wenn du nicht von der BVG bist, hast du mir eh nichts zu sagen!”. Diesen Spruch hört man in solchen Fällen öfter. – Es bleibt aber nicht dabei, wenn man sich einmischt, dann gerät man unweigerlich in Auseinandersetzungen. Ich hatte mal einen Jugendlichen spät abends in der Bahn gebeten, seine Pistazienkerne nicht auf den Boden fallen zu lassen, das Ende vom Lied war, das er mit seiner Gruppe genau wie ich am Endbahnhof ausgestiegen ist und mit einer Bierflasche auf mich los wollte. Es entstand das übliche Spiel, seine Freunde haben ihn, “großmütig” mir gegenüber, von seinen Taten abgehalten. Ich bin Vorausgelaufen und stand dann oben vor der Bushaltestelle. Dort muss auch der Treffpunkt der Jugendlichen gewesen sein. Er stand mir schließlich gegenüber und hat gedroht, mir auf die Fresse zu hauen. Aufgrund der Anzahl seiner Freunde, die mich ständig umkreisten, hatte ich wirklich Angst gehabt, pokerte aber soweit, dass ich ihm klar machte, zumindest ihn noch ernsthaft zu verletzen, wenn er mit der körperlichen Auseinandersetzung beginnt. Es ging gut, ich konnte alleine in den nächsten Bus einsteigen und fuhr davon. Einige Unbeteiligte waren Zeugen, stellten sich jedoch blind. Ich will nicht wissen, was sie gemacht hätten, wenn ich körperlich angegriffen worden wäre. Ein anderes Mal bin ich sonntags früh zur Bushaltestelle gelaufen und sah einen Jugendlichen, der sichtlich betrunken auf die Sitze pinkelte. Ich war richtig angefressen, zumal auch ein Pissoir-Häuschen in der Nähe war. Ich rief ihm zu: “Kannst du nicht woanders hinpissen, du besoffenes Arschloch!” (Wo ist mein höflicher Ton? Aber ein Arschloch ist er nun mal gewesen.) Er drehte sich um, stellte sich vor mich und fragte: “Hast du mich gerade angemacht?” Auch seine zwei Freunde kamen hinter der Bushaltestelle zum Vorschein und stellten sich links und rechts neben mich. Na super. Es dauerte nicht lang, nachdem die sich alle postiert hatten, bekam ich von rechts einen Faustschlag in das Gesicht, und gleich danach von den Typen vor mir mit einem Gegenstand auf den Kopf. Ich wehrte mich sofort aktiv und schlug dem in der Mitte mit der Faust auf den Mund. Der torkelte nach hinten weg. Ich drehte mich nach rechts und attackierte den Anderen mit Fußtritten. Dieser wendete mir den Rücken zu und ging in eine Schutzhaltung über. Der Letzte von Dreien hatte nichts gemacht und mischte sich auch nicht ein. In dem Moment rief ein Angestellter von der Straßenreinigung, der mit seinem Kleinfahrzeug den Gehweg säuberte, und den ich zuvor gar nicht wahrgenommen hatte: “Du hast dein Recht gekriegt, hör auf, sonst ruf ich die Bullen!” Die körperliche Auseinandersetzung war plötzlich vorbei. Das Arschloch hatte sich von meinem Treffer erholt, blutete aber aus der Fresse, und war immer noch sehr aggressiv. Ich konnte mich aus der Sache lösen und stieg in den Bus, als dieser ankam. Ich freute mich darüber, dass, wenn Arschloch erstmal seinen Rausch ausgeschlafen hatte, er ordentliche Schmerzen haben wird. Tja, – das waren nun einige Geschichten, eigene Erlebnisse…
Ich finde es gut, dass man posthum Dominik Brunner das Bundesverdienstkreuz verliehen hat. Es ist eine symbolische Geste. Leider nicht mehr, es ist eine Geste, die ihn seiner Familie nicht zurück bringt. Appelle an die Zivilcourage sind nötig, aber auch Happy Ends mit lebenden Helden. Die öffentliche Debatte führt scheinbar zu keinem Ende und wird demnach auch nichts bewegen. Ich weiß nicht, wie es weiter geht… ich werde mich aber weiterhin einmischen und die Augen offen halten.

FMS “Viktoria”: Mit dem Hauptmann von Köpenick flußwärts durch den historischen Stadtkern von Berlin

Montag, 5. Oktober 2009


Video auf YouTube.de
05.10.09: Heute war ich zu Fuß am Alexanderplatz und Unter den Linden unterwegs. Ich war hier und da und überall. Im Sealife und im AquaDom war ich. Das Innenleben der St. Marienkirche habe ich mir angeguckt (und habe am Ende einen kleinen Obulus in die Spendenbüchse getan). Auf dem Fernsehturm wollte ich, ich ließ es aber wegen der langen Schlange an Besuchern doch noch sein. Ich war wirklich hier und da und überall, nah dran und auch mal mittendrin. Zwischendurch holte ich mir ein Baguette und später noch eine Portion Pommes und schlenderte einige Male hin und her. In der Nähe der temporären Kunsthalle war ich und zuletzt spielte ich mit dem Gedanken, mir eine Jahreskarte für die an dieser Ecke so zahlreich vorhandenen Niederlassungen der Staatlichen Museen zu Berlin zu kaufen. Man kann eine Menge sehen und bestaunen, eine Auflistung wäre eine gefühlte Endlosigkeit lang. – Heute war ein wunderbar milder, sonniger Herbsttag und die Luft war frisch und ließ erahnen, dass es allmählich kälter wird. Jedenfalls, ich schlenderte gegen 14 Uhr auf der Liebknechtbrücke entlang und hatte mit der Abwägung zum Kauf der Jahreskarte zu tun, als ich die vielen kleinen Touristendampfer auf der Spree auf und ab schwimmen sah, und mir gleich klar war, dass der Tag einfach zu schön ist, um diesen in einem Gebäude zu verbringen. Ich suchte mir an den möglichen Anlegestellen in der Gegend, diese an der Friedrichsbrücke direkt gegenüber dem Berliner Dom aus, weil mir das dort vertaute Schiffchen einfach am besten gefiel. Klein, schön, offen und beschaulich: Die FMS Viktoria!
FMS Viktoria
Um 14.30 Uhr startete die einstündige Fahrt. Sieben Euro musste ich für die Fahrkarte bezahlen. Ich setzte mich auf das oberste Deck nach ganz hinten rechts und wartete auf Abfahrt. Nachdem sich das Schiffchen allmählich mit Fahrgästen gefüllt hatte und der Termin zur Abfahrt näher rückte, trat ein in alter preußischer Uniform gekleideter Herr auf das Schiff und begrüßte nach Berliner Schnauze die Fahrgäste: “Juten Tach die Dame, der Herr, willkommen uff de Viktoria!” Von jedem Fahrgast verlangte er zu erfahren, aus welcher Stadt oder welchen Ort man komme und schrieb die Angaben auf ein Notizblock. Die ganze Fahrt über hielt unser Bootsführer, seines Zeichens Hauptmann von Köpenick, einen Vortrag über alles was man über das Spreeufer hinaus erblicken konnte, in einer derart gekonnten Art, das jeglicher Applaus und nachträgliches Trinkgeld gerechtfertigt waren. Der Herr verkörperte eine Mischung aus Fremdenführer und preußischer Offizier, so gut umgesetzt, dass seine Darbietung schon als Kleinkunst bezeichnet werden muss.
FMS Viktoria - Hauptmann
Zunächst fuhr die Viktoria unter der Liebknechtbrücke hindurch, folgte dem Flusslauf bis zum Nikolaiviertel, wendete schließlich aber und fuhr in die andere Richtung weiter. Die Tour führte an der Museumsinsel vorbei, wo man so einiges über große Architekten hörte und zur Geschichte ebendieser Insel, vorbei am Regierungsviertel und dem Theater-Viertel am Schiffbauerdamm. Zwischendrin der Hauptbahnhof und die “Schwangere Auster“. Bis man angekommen in Höhe des Tiergartens die Bundespräsidenten-Residenz und die Siegessäule erblicken konnte. Anschließend wendete das Schiff und fuhr gemächlich zur Anlegestelle zurück. Das Besondere an dieser Fahrt war der Hauptmann, historische Angaben wurden wie alle anderen trockenen Fakten durch die lockere, ruppige, ehrliche aber auch liebevolle Berliner Art rüber gebracht, so dass es nie langweilig wurde. Die Herkunftsangaben der Fahrgäste baute der Hauptmann in seinen Berichten soweit ein, dass man sich auch irgendwie persönlich angesprochen fühlte. Und natürlich ließ er keineswegs Kuriositäten aus, die es auf dieser Tour zu erzählen gibt, immer ironisch und ohne jemals zynisch zu werden. Einfach ein To-Do! Diesen Kerl muss man erlebt haben! – Zum Vergleich: Andere Touristenschiffe und Wassertaxis berieselten die Fahrgäste mit Musik oder hatten “Audio-Guides” mittels Tonbandaufzeichnung im Angebot… Dem Hauptmann und seiner Darbietung, diesem Typen ist mein ganzer Bericht gewidmet! Klasse, weiter so und auf Wiedersehen!

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